Lomoinstant_en
Hast du ein Konto? Anmelden | Bist du neu bei Lomography? Registrieren | Lab | Aktuelle Seite:

Yashica Samurai Z: Der Pfad des Kriegers

Yashica Samurai Z! Was wie ein Mecha aus einer Anime Serie oder eine Super Kombo bei Streetfighter II klingt ist in Wahrheit eine der eigenwilligsten Spiegelreflex-Bridgekameras überhaupt. Und eigentlich eine gar nicht mal schlechte!

Bild von geh.com

Hmm, wo fange ich nur an? Ja, diese Kamera ist wirklich sehr gewöhnungsbedürftig und NEIN, es ist KEIN Camcorder. Das ist eine einhändig bedienbare, voll automatische Halbformat-Spiegelreflexkamera, die standard 35mm Film benutzt. Sie sieht aus wie direkt aus einem 80er Jahre Science-Fiction film gebeamt – hätte bei Robocop vorkommen können. Gebaut wurde sie gegen 1989 / 1990, als Videokameras gerade gehyped wurden, weshalb Yashica/Kyocera sich dazu entschlossen, ein ähnliches Design zu verwenden.

Es gab aber schon ein paar vor ihr: Die Samurai X.3 und die X.4, aber die Z hat ein komplettes Facelifting bekommen: Sie ist kleiner, leichter und besser nur mit einer Hand zu bedienen. Manche halten die Z für die Beste der Samurai Serie, nicht unbedingt wegen des Objektivs (hier wäre die X.4 die bessere Wahl), sondern wegen ihrer Features und des Handlings. Hier also die harten Fakten:

*25mm-75mm,1:4-5.6 motorbetriebenes Objektiv
*integrierte Belichtungsmessung
*Zeiten von 4s bis 1/500 (werden durch den Lichtmesser bestimmt)
*72 Bilder auf einem Film (logisch, da Halb Format)
*Automatische DX Code Erkennung von 25 bis 3200 ISO
*Manuelle Blichtungskorrektur: +/- 2 f-stops
*Auto Focus
*Serienufnahme mit max. 4,5 Bildern pro sek
*Mehrfachbelichtung
*eingebauter Blitz
*Hot Shoe (für den braucht man aber einen Adapter, den ich nicht auftreiben konnte)

Süß, ne?
Ihre Vorgänger und Nachfolger haben nicht alle diese Features!
Aber es geht ja weniger um die Fakten als mehr darum, was diese Kamera macht und wie sie es tut!

Da der Film vertikal eingesetzt wird, schießt sie als Standardeinstellung Halbformat-Bilder im Querformat. Ich kenne keine andere Halbformat-Kamera, die das macht (wenn man mal von den anderen Samurais absieht). Ausserdem zählt sie von unten nach oben. Wenn du also kleine Geschichten auf einem Print erzählen willst, musst du zuerst das “Nachher” Bild machen und dann das “Vorher” Bild, um es in eine natürliche Abfolge zu bringen. Wenn du die Z um 90 Grad drehst, um Fotos im Hochformat zu schießen, lautet die Devise: Zuerst der rechte Frame, dann der linke. Nicht ganz einfach, aber man gewöhnt sich dran!

Aber was erzähle ich euch? Guckt es euch einfach an:

Ihr versteht was ich meine!

Dafür ist das Objektiv echt in Ordnung – Nicht das Beste in meinem Fundus, aber auch nicht das Schlechteste. Das Handling ist denkbar einfach: Klappe den Blitz hoch, um sie anzuschalten und nimm sie in die rechte Hand: Der Rest kommt von selbst! Ach, du bist Linkshänder? Kein Problem, es gibt sogar eine spezielle Linkshändervariante der Samurai Z!

Es ist schade, nicht alles selbst einstellen zu können, aber manchmal muss man auch mal loslassen können.

Da gibt es aber noch etwas, was man ausprobieren kann.

Wenn du irgendwo einen alten 35mm Filmprojektor auftreiben kannst und etwas Geld für ein Experiment übrig hast (Ich hab das Folgende nur gelesen, aber nicht selbst probiert, also alles auf eigenes Risiko!): Lade die Z mit Diafilm, schalte die Serienfunktion ein und filme eine kleine Squenz (du müsstest ca. 16 sekunden schaffen). Lade danach den nächsten Diafilm, filme weiter usw. Lass deine Filme entwickeln und sag deinem Labor, dass sie den Film nicht schneiden sollen (selbst Großlabore beachten sowas meist), da du ihn in kompletter Länge brauchst. Füge die Diastreifen aneinander (dafür wirst du wahrscheinlich eine professionelle Klebepresse brauchen!). Dann zieh den Film auf eine Spule des 35mm Projektors und los geht es! Ganz genau, das ist genau das Format von alten Kinofilmen! Crazy!

Ich mag sie irgendwie, und da die Nachfrage nach Samurai Zs gering ist kann man diese Kameras recht günstig bekommen (Ich hab meine für 16 € bei eBay gekauft). Es kann zwar etwas dauern, bis man über eine stolpert, da die Z nicht so verbreitet ist wie die anderen Samurais, aber wenn man eine voll funktionsfähige ergattern kann, sollte man zuschlagen. Ach ja, eine 2CR5 Batterie sollte auch gleich mitgeordert werden, da bestimmt keine davon 25 Jahre überlebt hat! Alles in allem finde ich die Kamera super: Das Halbformat ist ideal um winzige Geschichten zu erzählen und die Yashica Samurai Z ist in meinen Augen die höchstentwickelte Kamera, die man in diesem Gebiet kriegen kann!

geschrieben von smu, übersetzt von smu

2 Kommentare

  1. co

    co

    Strange!!! :-)

    vor mehr als 2 Jahre · Spam melden
  2. mapix

    mapix

    witziges teil...

    vor mehr als 2 Jahre · Spam melden

Lies den Artikel in einer anderen Sprache.

Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English.