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Eine Kamera ist eine Kamera. Der Auslöser ist meist oben drauf, Zeiten stellt man auf einem Rad ein, Blende am Objektivring. Man fokussiert, indem man am Objektiv dreht oder einen Hebel bedient. Man schaut durch den Sucher und dann macht es Klick. Soweit, so gut, so einfach.

Kleine Abweichungen im Bedienkonzept gibt es immer wieder, allerdings stellt keine diese so sehr auf den Kopf wie die Lomo Voskhod. Und das meine ich wörtlich. Hält man die Kamera wie jede andere, scheint sie erst mal schwer zu bedienen. Alles ist an der falschen Stelle. Hält man sie aufrecht, also wie eine normale Kamera, mit der man ein Foto hochkant macht, ist plötzlich alles am Platz.

Und das scheint auch das Konzept zu sein. Sogar die Ösen für den Tragegurt sind an der Schmalseite angebracht. Das Hochkant- oder Portraitformat ist bei der Voskhod also eher Regel als Ausnahme.
Eine primitive „Programmautomatik“ hat sie auch: Hat man einmal die Verschlusszeit anhand des eingebauten und im Sucher mit einer Nadel angebrachten Selen-Belichtungsmessers eingestellt, bleibt die Zeit fixiert und die Blende ändert sich entsprechend.

Im Grunde genommen ist die Lomo Voskhod eine aufgemotzte Smena. Die Optik ist sehr ähnlich und produziert die Smena-typische cremige Schärfe. Leider muss man wie auch bei der Smena die Entfernung schätzen und an Hand sehr stylischer Symbole oder Metermarkierungen einstellen. Beim Gewicht und der Größe der Voskhod hätte ihr auch ein Entfernungsmesser gut getan.
Die Kamera ist für Lomo-Verhältnisse recht selten, nur 59.000 Stück wurden zwischen 1964 Und 1969 Produziert. (Zum Vergleich: Zorki 4 1.715.677)

Das Design der Lomo Voskhod ist einzigartig, was Ähnliche ist mir noch nie untergekommen, irgendwo zwischen Schmuckstück und Backstein. Und das scheint auch ihr Konzept gewesen zu sein: Eine prestigeträchtige Lifestyle Kamera so wie heute swarowski-verzierte digitale Partyknipsen.
Ein Hingucker ist sie allemal, auf dem Flohmarkt (ich war nur zum Fotografieren dort) musste ich mir Kamerasammler mit einem Stock vom Leibe halten. Bei meinem Exemplar funktioniert sogar der Belichtungsmesser ohne Einschränkung.
Alles in allem wirklich eine außergewöhnliche Kamera.

Wenn euch also eine Lomo Voskhod über den Weg läuft: Zugreifen!

Geschrieben von zark

2 Kommentare

  1. cyan-shine

    cyan-shine

    WOW WOW WOW voll fett :D :D :D Toller review, tolle Kamera, tolle Bilder !!!

    vor fast 5 Jahre · Spam melden
  2. guinastrapazi

    guinastrapazi

    toller review :)

    vor etwa 3 Jahre · Spam melden