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Wir dürfen vorstellen: LomoAmigo maxwellmaxen

Während wir in den letzten Monaten ausschließlich Top Lomographen aus der deutschen und österreichischen Community vorgestellt haben, ist es nun an der Zeit die Schweiz genauer unter die Lupe zu nehmen. Lernt Max aka maxwellmaxen aus Wohlen bei Zürich kennen!

NAME: Max Zulauf
STADT: Wohlen und Zürich
LAND: Schweiz
LOMOHOME: maxwellmaxen

Foto von katse

1. Wer verbirgt sich hinter dem Pseudonym maxwellmaxen? Erzähl uns etwas über dich.
Nun, ich bin Max, ein 22 jähriger Student, der neben Fotografie auch unendlich auf Turnschuhe steht. Eine weitere Leidenschaft, die ich wohl mit vielen teile, ist das Reisen. Ich schreibe dies hier grad am Flughafen in Pristina, wo ich auf meinen Rückflug nach zwei Wochen Kosovo warte. Hier war ich in einem Freiwilligeneinsatz, bei dem es, wer hätte es gedacht, um Journalismus und Fotografie ging.

2. Wie lange bist du schon Lomograph? Wie hat es angefangen?
Der Begriff Lomograph finde ich ein wenig heikel. Zum einen ist es mir bis heute nicht klar, was die „breite Masse“ als Lomographen bezeichnet, oder was die Eigenschaften eines solchen sind. Die Leidenschaft für analoges und kleine lustige Plastikkameras ist seit Herbst 2009 da. Ich war damals in Wien und wollte meiner Freundin katse noch ein kleines Geschenk mitbringen und da bin ich im Museumsquartier in den Lomo-Laden gestolpert. Witzige und scheinbar unsinnige Geräte haben mich schon immer fasziniert und das bescheidene Schülerbudget haben dann zum Kauf einer Lomolito geführt. Seither sind wir eigentlich dabei.

3. Auf deinem Tumblr Blog habe ich gesehen, dass du Musik machst. Inspiriert dich die Lomographie dabei ab und an?
Ja das stimmt, ich mache in meiner Freizeit doch auch gerne Musik. Zum einen lege ich seit 2008 als DJ ab und an auf und da mag ichs am liebsten wenn das ganze eskaliert. Ich habe mit Electro begonnen, bin über Minimal und Techno, Drum and Bass und allerlei witzigem zu Trance und Hardstyle gekommen und heute lege ich grad am liebsten das auf, wonach mir zur Zeit grad ist und bringe gerne unerwartete Stilwechsel.
Des weiteren versuche ich mich seit 2005 an Rap, was 2007 das erste mal ernsthafte Züge annahm, dann aber wieder abflachte. Dann habe ich durch den Zivi meinen jetztigen „Produzenten“ und Freund Joh besser kennengelernt und nun sind wir seit einem Jahr zusammen mit YodaMC an unseren Solo Dingen, versuchen uns aber zu dritt auf der Bühne.
Über den Einfluss von Lomographie auf meine Musik habe ich ehrlich gesagt noch nie nachgedacht und ich empfinde es als eine sehr interessante Frage. Was mich die Plastikkameras gelehrt haben, ist vor allem, spontaner zu sein. Also vermute ich, ja, ich bin in gewissem Masse beeinflusst davon. Meine DJ Sets hängen von meiner Laune ab, ich fahre mich nicht in ein Genre rein, sondern kratze gerne verschiedenes an und meine Rap Texte sind in letzter Zeit weniger ernst, viel freier, irgendwie gemütlicher. Andererseits gibt es halt schon Schemen und Regeln, an die ich mich tatsächlich immer halten will, muss und werde.

4. Wie viele Kameras besitzt du? Und welche Kamera sowie Film darf nicht in deiner Tasche fehlen, wenn du das Haus verlässt?
Digital und Analog? Wohl an die 15 oder zwei, drei mehr. Das letzte Jahr habe ich mich sehr auf die LC-A festgefahren und ich mag sie sehr, will mir aber grad ein wenig was neues antun und deshalb meine „vernachlässigten“ Kameras wieder vermehrt nutzen. Ich glaube, ich muss die Frage bei „eine Kamera sowie Film darf nicht fehlen, wenn ich das Haus verlasse“ belassen, denn so hätte ich das momentan gern. Wenn ich dann aber ehrlich bin, muss ich sagen, dass grad die Lubi am meisten genutzt wird.

5. Welche Kamera muss noch unbedingt in deine Sammlung aufgenommen werden?
Ich möchte schon lange eine Horizon Perfekt oder eine ähnliche Panorama Kamera. Des weiteren spare ich gerade auf eine EOS 5D MKIII und eine Hasselblad.

6. Du warst 2011 in Kanada und den USA unterwegs und hast sogar ein Buch veröffentlicht. Erzähl uns mehr über deine Reise!
Gerne! Eva besser bekannt als katse entschied sich für einen dreimonatigen Sprachaufenthalt in Montreal und ich wollte schon lange einmal über den großen Teich. Das Land, so generell gesagt, fasziniert mich, seit ich ein kleiner Junge war. Da wir beide viel gearbeitet und deshalb auch entsprechend Geld hatten, meinte ich, dass ich ihr nach den drei Monaten nachreisen würde und wir dann Kanada und die Staaten bereisen könnten.
Die Zeit kam und Eva trat ihre Reise an, drei Monate später saß auch ich in der Maschine nach Montreal und von da an verbrachten wir die nächsten sechs Wochen unterwegs zusammen.
Im Hotel in Montreal eingecheckt und geduscht ging es sogleich zum sonntäglichen Day Rave, dem Picnik Electronik, ein sagenhaftes Spektakel. Nach einigen Tagen reisten wir weiter nach Toronto, wo wir bei der Familie einer Freundin unterkamen und wirklich herzlich aufgenommen wurden. Nach Toronto bestiegen wir für sagenhafte 18 Stunden den Greyhound nach Chicago, inklusive unglaublich strenger Kontrolle um 2 Uhr morgens in Detroit an der Grenze.
In Chicago mieteten wir dann ein Auto und düsten den Seen entlang nach Boston. Die Strecke ist beeindruckend, es scheint da mehr riesige Kirchen als Häuser zu geben, die Amis lieben Kirchen.
Von Boston gings zuerst nach Norden in den Acadia Nationalpark und danach in den Süden nach Washington DC. Für die letzte Woche war das Standardprogramm NYC, mit Lomo Workshop, angesagt.
Das Buch, ganz ein trockenes Ding, nur Bilder und Angaben zu Kamera, Film und Location, war mein Weg, diese geniale Reise zu verarbeiten und hat sich dann als gutes Geschenk für Verwandte und Freunde angeboten, die alle beeindruckt waren. Gekauft hat es noch niemand, und das nehme ich auch keinem übel, aber es ist schon witzig, wenn man sagen kann, dass man ein Buch veröffentlicht hat.
Übrigens, ich arbeite zur Zeit an einigen Ideen für Bildbände, also kommt hoffentlich bald ein ein wenig seriöseres Projekt an die Öffentlichkeit.

Ich bin mir über das immense Ausmaß dieser Galerie vollkommen im Klaren und Respekt für alle, die sie komplett durchgeklickt haben, aber ich habe so viele Bilder gemacht, dass das wirklich eine starke Selektion ist. Zu jedem Bild und Moment gibt es wieder etwas zu erzählen, und ich denke, dass genau das, das gute an der Reise ist.

7. Hattest du auf deiner Reise ein lustiges Fotoerlebnis, das du mit uns teilen möchtest?
Wenn da wirklich was lustiges oder außergewöhnliches passiert wäre, dann würde ich hier nicht sparen. Aber außer einer eher älteren, ziemlich exzentrischen Lady beim Lomo Workshop in NYC kommt mir nichts weiter in den Sinn, und der Vorfall hat sich von selbst erklärt. Sie war halt exzentrisch.

8. Du kommst aus Wohlen, nahe Zürich. Was gibt es in der Schweiz schönes zu entdecken? Hast du Location Tipps für uns aus deiner Region? Was muss man dort einmal gesehen haben?
Also in Wohlen selbst gibt es nichts zu sehen, soviel ist sicher. Du sprichst selbst schon Zürich an, aber verglichen mit anderen Weltstädten wie Berlin oder wirklich großen Cities wie New York oder Chicago ist Zürich ziemlich langweilig und teuer.

Foto von maxwellmaxen

Die Berge in der Schweiz sind atemberaubend und ich gebe es zu, ich bin leider viel zu selten da.

An Städten gibt es noch Basel, das ich sehr mag. Luzern, das vielen gefällt, mir selbst aber nicht so wirklich (wenn man vom Schifffahren auf dem Vierwaldstädtersee mal absieht, das liebe ich). Bern, das so unglaublich anders ist als Zürich und dazu unsere Landeshauptstadt.

Mein Geheimtipp wäre die Stadt Baden, ein sympathisches kleines Städtchen, nicht wahnsinnig groß, aber man findet alles, das man braucht. Auch haben sie da eine wunderschöne Ruine sowie eine der schönsten Weihnachtsbeleuchtungen überhaupt.

9. Gibt es etwas, dass du der Lomography Community schon immer einmal sagen wolltest? Vielleicht insbesondere der deutschsprachigen Schweizer Gemeinschaft?
Ich habe das Gefühl, dass da alles gut läuft, ohne dass ich jetzt eine halbstarke Pseudoweisheit von mir gebe. Wenn mir was nicht passt, melde ich mich über die Shoutbox ;)

10. Hast du zu guter Letzt noch ein paar Tipps auf Lager, die du gerne weitergeben möchtest? Was ist das „Non-plus-ultra Rezept“ für ein gutes Foto?
Ja klar. Zum einen: Alles ausprobieren. Jede dumme Idee, jeder noch so komische Film oder Kamera, wie auch jede Technik hat eine Chance verdient. Vielleicht verhilft dir das zu deiner unverkennbaren Handschrift.
Zweitens: Digital ist nicht der Feind. Ich liebe digital und alle Chancen, die ich damit habe. Ja, das Gefühl ist weniger schön, aber die Flexibilität macht das wett. Außerdem würde ich mir nicht wünschen analog die Arbeit mit externen Blitzen lernen zu müssen.
Drittens: Mach alles. Egal was es ist, versuch es interessant zu inszenieren. Dorffeste, Sportwettkämpfe, Passanten bei Regen, ein betrunkener Abend in der Bar und so weiter. Motive werden erst interessant, wenn man sie interessant wirken lassen will.
Und Viertens: Studier die Meister. Anfangs lohnt es sich eventuell sogar, die Bilder zu kopieren, jedoch finde ich, dass pure Reflexion mehr hilft. Wenn man nur kopiert, läuft man Gefahr, dass man sich auf eine fremde Handschrift festfährt und ein weiterer uninteressanter Fotograf wird. Studieren und eigene Interpretationen machen. That‘s it!

Du willst noch mehr über die besten User der deutschsprachigen Community erfahren? Schau dir an, wer schon alles zum monatlichen LomoAmigo gekürt wurde und lies dir die interessanten Interviews durch. Alle Top Lomographen im Überblick

Geschrieben von zonderbar

4 Kommentare

  1. poepel

    poepel

    Big up an unseren Nachbar aus der Schweiz @maxwellmaxen ........ "Zum einen lege ich seit 2008 als DJ ab und an auf und da mag ichs am liebsten wenn das ganze eskaliert...." genau mein Motto ;)

    vor etwa 2 Jahre · Spam melden
  2. maxwellmaxen

    maxwellmaxen

    @poepel herzlichen dank!
    tja, mich langweilen halt uninspirierte parties und mag es lieber härter und doller, von dem her ist das so schon besser ;)

    vor etwa 2 Jahre · Spam melden
  3. roby

    roby

    @maxwellmaxen, herzlichen Glückwunsch zum LomoAmigo. Und vielen Dank für deinen Geheimtipp :-)

    vor etwa 2 Jahre · Spam melden
  4. eskimofriend

    eskimofriend

    @maxwellmaxen: sehr sehr cooles video!!! :)
    und tolles interview!

    vor etwa 2 Jahre · Spam melden