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Adam Goldberg knipst mit der Diana F+

Du hast ihn gesehen in Filmen wie „Confusion – Sommer der Ausgeflippten“, „Der Soldat James Ryan“,“The Hebrew Hammer“ und „2 Tage Paris“ und in Fernsehsendungen wie Friends, Entourage und vor kurzem in NYC 22 auf CBS. Er ist außerdem Drehbuchautor, Filmemacher und ein Musiker, der vor kurzem zwei Alben unter den Künstlernamen LANDy und The Goldberg Sisters veröffentlicht. Lies weiter und erfahre, was passiert ist, als Adam Goldberg die Diana F+ in die Finger bekam!

Du arbeitest schon seit Jahren mit Film und Fernsehen. Was unterscheidet bewegte Bilder von Fotografien?

Als ich 14 war, entwickelte ich das erste Mal Interesse an Fotografie und im Jahr darauf war ich ganz besessen von der Idee, Filmemacher zu werden. Das eine schien mir die logische Folge aus dem anderen. Die beiden Filme, bei denen ich Regie geführt habe, I Love Your Work und Scotch und Milk waren hoch stilisiert und ästhetisch. Vor allem bei Scotch and Milk (der wurde schwarz-weiß aufgenommen) war meine Intention, dass jede Aufnahme – wenn man den Film anhalten würde – einer Fotografie gleichwertig wäre.

Beschreibe deine erste Erinnerung als wäre sie eine Fotografie.

Das ist eine interessante Frage, weil scheinbar zwei Dinge passieren, wenn wir altern; entweder halten wir Fotografien für Erinnerungen oder wir frieren unsere Erinnerungen ein, als wären sie Fotografien und wir durchblättern sie, als würden sie in einem Fotoalbum kleben. Meine ist nun hier: Ein kleiner Fratz, der nichts trägt außer Windeln und vor einer großen TV Konsole aus den 70ern steht. Man sieht viel Holz und der Kleine macht gerade in seine Windeln. Es mutet an die warmen Tönen der klassischen 70er-Jahre Schnappschüsse an, aber hätte von Eggleston gemacht worden sein (das ist eine Fantasie, richtig?).

Wie war das Fotografieren mit der Diana F+?

Ich werde nicht lügen. Das dauerte eine Weile. Es frustriert mich manchmal. Ich benutze eine ganze Auswahl an Kameras – Meine M6, verschiedene Mittelformatkameras (Mamiya Universal, Bessa iii, Plaubel 670 etc) und 4×5 Kameras (Toyo 45a), aber die Diana war für mich schwieriger zu bewältigen als all die anderen!
Ich denke zum Teil, weil ich es wirklich ausprobieren wollte und ich wollte die Kamera, wie meine anderen verwenden. Mit anderen Worten hielt ich mich meistens nicht an das Point-and-Shoot-Prinzip.
Ich schätzte die Distanz ein und schätzte je nach Lichteinfall, wie lange ¼ einer Sekunde im (B)-Modus ist.
Ich weiß, dass es bei der Diana um glückliche Zufälle geht und auch um großartige Absichten, aber ich sehe das sehr speziell. Wenn der Film beispielsweise locker war, bemühte ich mich, den Film zu straffen und danach bewahrte ich den Film wieder in Aluminiumfolie auf etc.
Nachdem das gesagt ist… ich liebe die Ergebnisse! Ich finde die Schwarz-Weiß-Aufnahmen ebenso gut, wie Aufnahmen, die ich mit meinen anderen Kameras mache und ich liebe die Lightleaks auf den Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Mir gefällt besonders die “Weege-eske” Unbestrittenheit der Porträtaufnahmen auf Schwarz-Weiß, die ich von meinem Freund Julian gemacht habe.
Vor allem gefiel mir, wie still, bescheiden und leicht! (ich habe so schwere Kameras) die Diana war.
Es war so einfach, meine beiden Dianas auf eine Reise nach New York und mit in die Stadt zu nehmen. Aber am Ende meiner ersten paar Rollen begann ich die Kamera wirklich als besondere Kamera zu schätzen, mit besonderen Ergebnissen, die ich einfach nicht mit meinen anderen Kameras erhalten kann.

Beschreibe die Diana F+ mit fünf Worten.

1. Besonders
2. Begrenzend
3. Vielfältig
4. Herzensbrecher
5. Kunstmacher

Wer sind die Leute in deinen Bildern?

Meine Freundin/Muse und Grafikdesignerin Roxanne Daner. Mein Freund und Poet John Tottenham, auf dessen Gedichten „The Inertia Variations“ ein paar 16mm Kurzfilme von mir basieren. Ein lieber, alter Freund seit der Middle School, Julian Fischer. Oh, und Liz Vaida, die verschwommen in der Eingangshalle des Hotels zu sehen ist (wir arbeiteten zusamen an einer TV Sendung). Meine Hunde The Sheriff und Simone.

Zeig uns bitte dein Lieblingsbild von denen, die du gemacht hast. Welche Geschichte gibt es dazu?

Roxanne als Geist in unserem Schrank. Ich wollte das Bild schon länger machen. Ich habe viele Polaroids von dem Schrank gemacht. Es hat etwas: (Das billige) Oberlicht und die eindeutige, unglamouröse, schlichte Natur des Schranks, die ich so fotogen finde. Ich wusste, ein Bild mit einem Geist würde sich gut vor der weißen Wand machen.

Wenn deine Bilder hier einen Soundtrack haben könnten (Songtitel und Künstler bitte).

Nun hier kommt eine prahlerische Antwort. Ich habe mehr als ein paar Mal meine eigene Musik zu meinen Fotografien komponiert. Eines für Roxanne in der Eingangshalle mit dem Titel „Hello“ findet man irgendwo auf YouTube. Manche Titel habe ich in Kurzfilme eingebaut, darunter ein Film namens My Week In Polaroids, wofür ich Musik komponiert habe. Außerdem habe ich alle Bilder für meine Platten (LANDy, The Goldberg Sisters) selbst aufgenommen. Auch hier sind meine verschiedenen Interessen miteinander verbunden.

1. “BFF” von LANDy (vor alllem für das „Zwillingsbild“ von Roxanne am Deck bei Nacht; das Video des Lieds hat tatsächlich mit Doppelgängern zu tun)
2.“You’re Beautiful When You Die” von The Goldberg Sisters
3. “The Heart Grows Fonder” von The Goldberg Sisters

Planst du Projekte, von denen die Community wissen sollte?

Ich habe neue Lieder für ein Demo geschrieben und aufgenommen. Ich habe gerade mein erstes Drehbuch seit vielen Jahren geschrieben (das ich nicht verworfen habe), das ich im nächsten Jahr produzieren und drehen will. Vor kurzem habe ich ein paar Bilder für die Tumblr-Seite meines Land Rover gemacht und ein paar für das Ladygunn Magazin von Alexis Palladino von der Band Exitmusic.

Wo findet Lomography Platz in diesen Projekten?

Wer weiß? Manche Lomo Fotos könnten auf meiner nächsten Platte enden und ich könnte mir gut vorstellen, ein Musikvideo mit der LomoKino für meine Musik oder die von jemand anderem zu drehen.

Zum Schluss: Welchen Rat kannst du anderen Lesern geben, die mit der Diana F+ fotografieren?

1. Achte darauf, dass deine Blende (sonnig, wolkig etc) richtig eingestellt ist und nicht zwischen zwei Einstellungen festhängt (wie es mir auf einer Rolle passiert ist).
2. Keine Hetze. Ich weiß, Lomo dreht sich darum, loszulassen und einfach zu fotografieren! Aber dazu bin ich viel zu neurotisch! So viel Spaß es auch macht, man muss die Kosten betrachten und den Sarkasmus, der dahinter steckt. So grundlegend und unkompliziert die Diana ist, kann sie wirklich ein hilfreiches, künstlerisches Werkzeug sein. Ich überlasse Schnappschüsse heutzutage lieber Instagramm.
3. Verwerfe die oben aufgeführten Gedanken und fotografiere alles.
4. Experimentiere. Es ist beinahe schwer, das nicht mit der Diana zu machen.
5. Habe keine Angst oder sei nicht zu faul, ein Stativ zu verwenden. Das verbessert deine Aufnahmen, vor allem mit der B-Einstellung.
6. Hab Spaß! (Nach Jahren voller Therapie arbeite ich noch daran.)

geschrieben von jeanmendoza, übersetzt von wolkers

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