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Nenn es Nostalgie: Eine Geschichte des niederländischen LomoAmigo Maarten van Riel

Beruflich arbeitet er als Historiker und seine Freizeit widmet er der Fotografie - Maarten van Riel, unser neuster niederländischer LomoAmigo. Er hat eine wunderschöne Geschichte geschrieben und tolle Bilder gemacht. Neugierig? Lies weiter.

Maarten van Riel

Name: Maarten van Riel
Stadt: Utrecht
Land: Niederlande

NENN ES NOSTALGIE

Erzähl uns…
Als Kind hatte ich eine Plastikkamera von einer unbekannten asiatischen Marke und eine Filmrolle aus einem Laden namens Kruidvat. Ich habe Tiere fotografiert, landwirtschaftliche Maschinen und Stillleben in der Natur. Insgesamt machte ich wohlbedachte Fotografien, obwohl ich mir da gar nicht mal so sicher bin. Später habe ich mich auf dem Gebiet der Fotografie nicht weitergebildet, denn ich habe ja Geschichte und Internationale Beziehungen studiert. Nachdem ich meinen Abschluss gemacht hatte, schrieb ich ein Buch namens Zaterdagmiddagrevolutie (Boom, 2010), und seit eineinhalb Jahren bin ich als Historiker daran beteiligt, explosive Güter aus dem zweiten Weltkrieg aufzuspüren.

Analoges/Lomographie?
Bis vor etwa einem Jahr hab ich beinahe nur eine Canon EOS 400 D verwendet und immer mal wieder eine alte Chinon meines Vaters mit Schwarz-Weiß-Film. Aber dann fotografierte ich immer öfter mit einer ausrangierten Minolta aus den 90ern. Meinen Freunden fiel das auf und sie schenkten mir eine Holga zum Geburtstag. Das ist zwar nicht die praktischste Kamera, aber sie brachte mich zur Lomographie. Seit 2011 hab ich die digitale Fotografie dann ganz aufgegeben. Die Canon, die ich damals voller Glücksgefühle gekauft habe, liegt jetzt ungenutzt in einem Regal. Aber es liegen fünf analoge Kameras im Haus herum und eine Schachtel voller Filme ist in der Kommode verstaut.

Berlin 2010. Chinon Kamera trifft Ilford Film.
Holga 2010.

Was fängst du damit an?
Ich habe nie an einem Fotografiekurs oder einem Fotografieunterricht teilgenommen, deshalb bin ich nicht mit Bildkomposition vertraut. Aber Fotografiebücher (meine Favoriten sind ‘Satellites’ von Jonas Bendiksen, ‘The Roma Journeys’ von Joakim Eskildsen und ein Buch von Martin Parr mit ähnlicher Thematik) inspirieren und motivieren mich themabezogen zu fotografieren. Seit dem 18. Juni dieses Jahres arbeite ich an einem Projekt namens Wendepunkt — das mein 30. Lebensjahr dokumentieren soll.

Wendepunkt, aufgenommen am 24. Juni 2011 in Utrecht

Deine Ansichten zur Fotografie?
Die Offensichtlichkeit mit der Leute digital fotografieren, war mitunter ein Grund, warum ich die Canon nicht mehr benutze. Das britische Universalgenie John Ruskin (1819 – 1900) konnte, dem Buch De kunst van het reizen von Alain Bottons zufolge, endlos über die Offensichtlichkeit mit der Leute fotografieren herziehen: ‘Statt dass sie die Fotografie als ein weiteres Organ zum aktiven, bedachten Beobachten verstehen, betrachten sie es als eine Alternative dazu und letztendlich achten sie weniger auf ihre Umwelt als zuvor, weil sie davon ausgehen, dass sie die Welt gewissermaßen schon automatisch besitzen, weil sie ja schon eine Fotografie davon haben.’ Freilich gibt es hierzu eine Erklärung: die Leute im 21. Jahrhunder reisen viel mehr, als zu Ruskins Zeiten im 19. Jahrhundert. Mehrmals in einem Jahr verreisen, Wochenend- und Tagesausflüge, kurz gesagt: der durchschnittliche Mensch (des Westens) ist immer öfter von zu Hause weg. Diese Leute verwenden die Fotografie, um Erinnerungen festzuhalten und sie durch soziale Netzwerke mit anderen zu teilen. Ich glaube nicht, dass die Leute die Welt ‘besitzen’ wollen, wie es Ruskin ausdrückt.

Ein Wochenende mit Freunden in Frankreich, 2011.

Sprocket Rocket?
Die analoge Fotografie zwingt die Menschen auf einem bestimmten Level besser hinzuschauen und nachzudenken — die Filmrollen und das Entwickeln von Filmen ist billiger denn je, aber es ist immer noch teurer als die Digitalfotografie, bei der man nur die Bilder auf den PC überträgt. Aber mit der Sprocket Rocket ist das nicht anders. ‘Viel Licht’ war der Rat, den ich zusammen mit der Kamera bekam und ‘denk nicht zu viel’. Bei meiner Spanien-Portugal-Reise hab ich sie getestet, aber beinahe jedes Bild war wohl bedacht.

Portugal 2011. Ein bedachtes Foto.

Leider war fast die ganze Filmrolle überbelichtet. Ich dachte, ich habe wirklich tolle Bilder von der Mezquita in Córdoba gemacht. Meine Idee war es, die Kamera auf einen Schrank zu stellen und eine 30-sekündige Belichtung zu machen. Das erste Bild wurde nichts, weil ein Sicherheitsbeauftragter mich auf meine Position ansprach — nervös schwitzend stellte ich mich vor den Schrank. Das nächste wurde auch nichts. Schlussfolgerung — man braucht sehr oft ein wenig Glück. Als ich zum Beispiel einen Radfahrer mit einem Lomography Film in meiner alten Chinon fotografierte, wurde das Bild großartig. Dank des Belichtungsmessers sind die Bilder richtig belichtet.

Ich musste mich zunächst an die Perforationslöcher gewöhnen, aber sie geben den Bilder letztendlich das gewisse Etwas.

Nordspanien 2011, Sprocket Rocket.
Lissabon 2011, Sprocket Rocket

Das coolste an der Sprocket Rocket ist die Tatsache, dass sie eine Weitwinkellinse hat und einen Rückspulknopf. Deshalb wurden die Bilder unten sehr besonders — sie gefallen mir an dieser Serie am besten.

Portugal 2011, Rückspulfunktion der Sprocket Rocket
Deutschland 2011, Rückspulfunktion der Sprocket Rocket

Was fotografierst du?
Früher machte ich gerne Stillleben, aber jetzt beginne ich mehr Leute abzulichten. Die Sprocket Rocket ist ideal für Schnappschüsse — eine relative unentwickelte Technik für mich. Mir ist aufgefallen, dass die Möglichkeiten für Schnappschüsse stark von dem Land abhängt, in dem man sich aufhält. Im Balkan zum Beispiel ist es besser, die Leute zu fragen, ob du sie fotografieren darfst. Eine andere Lösung ist, die Leute von hinten zu fotografieren — was hier sowieso kürzlich thematisiert wurde. Für Wendepunkt dokumentiere ich mein Leben (auch wenn das manchmal schwer ist, denn was repräsentiert dein Leben?) mit meiner Minolta, auch wenn die Sprocket Rocket überraschende Bilder macht.

Münster 2011, Schnappschuss
Berlin 2011. Schnappschuss

Wenn deine Bilder hier einen Soundtrack haben könnten, welche Interpreten und Lieder würdest du wählen?

  • The Cure — Play for the Day (für die düsteren Bilder)
  • Fool’s Gold — Surprise Hotel (für die sommerlichen Fotografien)
  • Kings of Convenience — Boat Behind (für die nostalgischen Aufnahmen)

Und was bringt die Zukunft?
Nun im Moment liegt die Sprocket Rocket im Schrank! Ich werde mich auf Wendepunkt konzentrieren. Eine Auswahl von Arbeiten des Projektes hingen im Oktober/November 2011 im Café De Balie in Amsterdam. Aber die Erfahrungen mit der Lomographie diesen Sommer haben mich neugierig gemacht. Ich will mehr damit experimentieren und auf jeden Fall werde ich weiterhin Lomography Film verwenden.

Sieh dir mehr Arbeiten von Maarten van Riel an.

Die Sprocket Rocket ist die erste Weitwinkelkamera, die vollständig den Perforationslöchern gewidmet ist. Außerdem bietet sie zwei Rückspulknöpfe, damit Mehrfachbelichtungen ermöglicht werden. Deiner analogen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, mit diesem Panorama-Wunder! Sieh dir unsere Sprocket Rocket im Online Shop an!

geschrieben von mrmaart, übersetzt von wolkers

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