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Wir dürfen vorstellen: LomoAmigo wil6ka

Wir bei Lomography haben ja schon länger darüber gerätselt wie man eigentlich wil6ka ausspricht. Aus diesem Grund haben wir es uns nicht nehmen lassen, einfach mal nachzufragen. In diesem Sinne möchten wir euch Herrn Willie vorstellen, unseren Community LomoAmigo im Oktober! Ein Mann mit einem LomoHome von über 18.000 Bildern, bei deren Betrachtung man regelrecht Fernweh bekommt. Klickt euch durch atemberaubende Orte dieser Welt und erfahrt mehr über wil6kas Lomographische Abenteuer... und natürlich wie man seinen Namen ausspricht.

NAME: Willie Schumann
STADT: Hamburg
LAND: Deutschland
LOMOHOME: wil6ka

Herr Willie in Bangkok, Foto von Holly aka hburgess

Erzähl uns ein wenig über dich! Wer steckt hinter wil6ka? Hat der Name eine Bedeutung und vor allem wie wird er eigentlich ausgesprochen?
Ich bin Herr Willie. Born and raised in Ost-Berlin und danach ziemlich viel unterwegs. Seit ca. 7 Jahren lebe ich in Hamburg und arbeite hier als Regisseur für Werbefilme und als TV-Journalist. Ich mag Menschen und versuche mit offenen Augen durch die Welt zu gehen.
Ja, über den Namen gibt es ja hier tatsächlich dutzende Theorien und Versuche der Aussprache. Die Erklärung ist eigentlich sehr einfach aber trotzdem ausschweifend: Nach meinem Abi bin ich als Volunteer nach Russland gegangen und habe Deutsch unterrichtet. Das war vielleicht die prägendste Phase meines Lebens und mein Nickname „wil6ka“ stammt auch aus dieser Zeit. Im Russischen neigt man in der persönlichen Ansprache eine Koseform noch dutzende weitere Male zu verniedlichen.
„wil6ka“ ist eine noch kuscheligere Variante von Willie und wird {willl-ka} ausgesprochen. Die Sechs repräsentiert dabei den Buchstaben mjagkij snak, das Weichheitszeichen, das anzeigt, dass das davor liegende L weicher ausgesprochen wird. Im Kyrillischen sieht das dann so aus: „вилька“. Ich habe das dann für mich ins Lateinische umgeschrieben und es hat bis heute nicht an Bedeutung für mich verloren.

Wie lange bist du schon der Lomographie verfallen? Bei fast 18.000 Bildern in deinem LomoHome vermuten wir mal schon etwas länger…
Meine erste Berührung mit Lomo war im Sommer 2000 bei der EXPO in Hannover. Dort habe ich mit einem wahren Bohemian angefreundet, der eine LC-A und eine alte Horizon hatte. Ich war gerade ziemlich gelangweilt von meiner Canon SLR und war sofort Feuer und Flamme für diese unorthodoxe Art zu fotografieren. Danach habe ich mich in Berlin ziemlich oft in der Lomographischen Botschaft aufgehalten. Das Internet war ja damals noch sehr jung und nicht der tragende Image-Träger der Lomographie. Es gab viele Offline-Events die durchgedreht und voller Energie waren, vielleicht ging es damals mit Berlin als Kreativ-Hauptstadt richtig los.
Dann habe ich ein paar Fernsehbeiträge über Lomo gemacht und spätestens 2004 war ich dann ein Lomograph. Ich war beim Lomo-Worldcongress in Peking und hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass hier ist etwas ganz Großes. Es waren so viele internationale Teilnehmer dort, die ja alle irgendwie vom selben Stern kamen. Wenn man ehrlich ist, sind wir ja ein richtiger Hippie-Haufen, der naiv genug ist eine bessere, mutigere und buntere Realität zu kreieren. Da steckt halt sehr viel Leidenschaft und Liebe drin und es gibt weltweit ganz viele tolle Lomographen.

Man kann an deinen Alben sehen, dass du gerne reist. Wo warst du unterwegs und wo macht es am meisten Spaß zu fotografieren?
Ich denke ich bin ein Drittel des Jahres unterwegs. Ich versuche eigentlich nur Dinge anzupacken, auf die ich Lust habe und Reisen ist da ganz weit vorne. Ich bin natürlich besonders aufgeregt, wenn ich ein für mich neues Land entdecke. Ich war jetzt zwar schon in so ca. 60 Ländern, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass es noch so viel Neues zu sehen gibt.
Da es in einer guten Fotografie ja um das Geschichten erzählen geht, mag ich Länder die etwas hintergründig und vielleicht ein bisschen absurd sind. Vielleicht bin ich auch deshalb gerne in der Post-Sowjetunion. Da mischt sich Neu und Alt auf eine ganze eigene Art. Ich mag die Menschen dort sehr und bin auch relativ oft da.

Ich bin auch ein großer Fan von Asien. Im Grunde ist es aber überall spannend, wenn man sich freut unterwegs zu sein und mutig genug ist nah ranzugehen.

Du wohnst in Hamburg. Was gibt es fotomäßig dort so zu entdecken?
Hamburg ist wirklich schön. Es hat den richtigen Mix zwischen Punk und Prunk, zwischen urbaner Kultur und Natur. Der Kiez, die Reeperbahn, ist am Wochenende im Ausnahmezustand und trist unter der Woche. Die Landungsbrücken, die Speicherstadt und die Hafencity sind toll. Ich wohne nicht weit davon entfernt und es gibt mir immer einen Energie-Boost wenn ich mit dem Fahrrad an der Wasserlinie entlang fahre. Hamburg ist ja auch ziemlich ungewöhnlich geschnitten. Ich wohne in Hammerbrook, das ist eine Station vom HBF, da hier nur Büros und Industrie sind, gibt es ganz spannende urbane Flächen. Wenn man dann noch etwas weiter nach Entenwerder und Billwerder fährt findet man Deiche, Wasserschleusen und unberührte Natur wie in Ostfriesland. Der Freihafen als Kontainer-Ruine ist auch spitze. In Wilhelmsburg entwickelt sich gerade etwas, dort ist auch das Soulkitchen, wo Fatih Akin gedreht hat.

Wie viele Kameras besitzt du? Hast du einen Liebling?
Nach der letzten offiziellen Zählung komme ich auf so circa 60 Stück. Dazu muss man aber auch sagen, dass ich von meinen Panoramakameras so um die 15 Exemplare habe. So habe ich unter Zeitdruck immer auch eine funktionierende parat und ehrlich gesagt ist das auch eine gute Anlage. Wenn die Börsen crashen habe ich zumindest noch Kameras. Außerdem gibt es auch ein paar Kameras, die ich bisher kaum benutzt habe.
Die LC-A+ ist schon sehr toll, die LC-Wide hat unglaublich viel Potential und seit mir Masha_Njam eine Lubitel geschenkt hat, bin ich auch ganz heiß auf Mittelformat. Neben den Horizons benutze ich im Panorama-Feld auch die Noblex und die Widelux.

Wie sah für dich das Jahr 2011 in Bildern betrachtet aus?

Welcher Soundtrack passt am besten zu deiner Galerie? (3 Lieder mit Interpret und Titel bitte)
1. „Little Numbers“ – BOY
BOY sind neu und toll. Ich mag diese melancholische Fröhlichkeit. Kein Drama aber trotzdem ist es auch nicht belanglos, sondern man hat einfach Lust auf mehr. Ich finde ihr Stil passt ganz gut in diese eigenartige Zeit.

2. „Не знаю де сонце“ – Оркестр ЧЕ
Ich war jetzt schon ein paar Mal in Kharkiv, der zweitgrößten Stadt der Ukraine. Da wimmelt es nur so von talentierten Musikern und Bands. Meine local heroes sind Orchester Che: Percussion, Gesang und Blasinstrumente, die so nach vorne gehen wie ich es in dieser Kombination noch nier erlebt habe. Beim nächsten Mal muss ich die mal auf ein Gläschen Wodka und eine Schüssel Borschtsch treffen.

3. „Tightrope“- Janelle Monáe
Der Dollar wurde abgewertet aber der amerikanische Hip Hop aufgewertet und das allein durch Janelle Monáe. Treibend, stylisch und irgendwie authentisch.

Man sieht, dass du auch gerne mit verschiedenen Filmen herumexperimentierst. Was sind für dich die „Über-Filme“? Also, was muss man unbedingt mal ausprobieren?
Ich probiere alle mögliche Filme aus, die ich in die Hände bekomme. Seit einem Jahr dokumentiere ich auch die Packungen und Cartridges, bevor ich sie benutze. Man weiß ja nicht wie lange das Material noch verfügbar ist.
Der alte Agfa CT precisa ist schon ein Liebling, dann kommt der Club Color Dia und der Voigtländer Vchrome. Dia ist schon meine Lieblingswahl, weil ich ja auch immer zwischen E6 und C41 wählen kann. Und ich hoffe natürlich, dass uns auch der Velvia 100F noch eine Weile erhalten bleibt.

Was war dein bisher aufregendstes, lustigstes oder auch merkwürdigstes Lomographisches Erlebnis?
Kürzlich gab es wirklich so ein Aha-Erlebnis. In den letzten Monaten habe ich mich in Hamburg mit Patricia (patriciapetunia) angefreundet. Ich habe sie auch schon als Protagonisten für einen TV-Beitrag gebucht und dabei hat sie mir erzählt, dass sie vor 6-7 Jahren auf Lomo durch einen Fernsehbeitrag gekommen ist und dann Lomographin wurde. Den hatte ich gemacht. Und jetzt saßen wir da und drehten zusammen. Ohne diese Reportage wäre es also nie zu dieser Begegnung gekommen. Der Kreis hatte sich geschlossen.

Und zu guter Letzt, hast du noch eine Weisheit, die du der Community mit auf den Weg geben willst?
Analog zu fotografieren ist vielleicht die romantischste Sache, die man mit Apparaten tun kann. Mit jedem Auslösen lebt die analoge Fotografie weiter, man lernt etwas dazu und wird besser. Selbst nach 18.000 Bildern fühle ich mich irgendwie noch am Anfang. Und auch das ist ein beruhigendes Gefühl.

Du willst noch mehr über die besten User der deutschsprachigen Community erfahren? Schau dir an, wer schon alles zum monatlichen LomoAmigo gekürt wurde und lies dir die interessanten Interviews durch. Alle Top Lomographen im Überblick

Geschrieben von zonderbar

18 Kommentare

  1. zonderbar

    zonderbar

    So, jetzt hab ich wirklich Fernweh ;). Was für atemberaubend schöne Bilder!!

    vor fast 3 Jahre · Spam melden
  2. trashpilotin

    trashpilotin

    ich komm mit in die Ferne! Wirklich toll!

    vor fast 3 Jahre · Spam melden
  3. graefin

    graefin

    willie ich muss ich echt mal in HH besuchen kommen!

    vor fast 3 Jahre · Spam melden
  4. spoeker

    spoeker

    tolles Interview und tolle Fotos!!! Fernweh deluxe :D

    vor fast 3 Jahre · Spam melden
  5. wil6ka

    wil6ka

    anytime mella :)

    vor fast 3 Jahre · Spam melden
  6. adi_totp

    adi_totp

    my hero :D

    vor fast 3 Jahre · Spam melden
  7. masha_njam

    masha_njam

    Willie ist supertoll!!!

    vor fast 3 Jahre · Spam melden
  8. sara81

    sara81

    Wow, sind das tolle Bilder! Da wird man neidisch. Weiter so!

    vor fast 3 Jahre · Spam melden
  9. lomodirk

    lomodirk

    Herr Willie rocks!

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  10. mephisto19

    mephisto19

    ich will dich endlich mal treffen, liebster herr willie

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  11. wil6ka

    wil6ka

    @mephisto19 - das dauert bestimmt nicht mehr lange my friend :)

    vor fast 3 Jahre · Spam melden
  12. vicuna

    vicuna

    ah, so viele tolle Bilder .... ich freu mich immer mit deinen Bilder um die Welt reisen zu können... ! Und endlich weiss ich jetzt wie man @wil6ka ausspricht!! :)) Ich hab es bis jetzt immer auf der "französischen" weise ausgesprochen: 6 ist auf französisch "six", ausgesprochen "siss": wilsisska... klingt auch ein bischen russisch... ha ha ;))
    Bis bald im Pazifik Herr Willie! :)

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  13. wil6ka

    wil6ka

    @vicuna oh stephané - ganz lieben Dank - ich freu mich auch auf euch und eure Insel :)

    vor fast 3 Jahre · Spam melden
  14. supervision

    supervision

    wow :) so viele schöne Bilder :) Da ist man gerne beeindruckt!

    vor fast 3 Jahre · Spam melden
  15. dakadev_pui

    dakadev_pui

    Great!

    vor fast 3 Jahre · Spam melden
  16. bravebird

    bravebird

    Toller Artikel und klasse Zusammenstellung!

    vor mehr als 2 Jahre · Spam melden
  17. hanibale

    hanibale

    good luck!

    vor etwa 2 Jahre · Spam melden
  18. candee2104

    candee2104

    Großartig, einfach alles! :)

    vor 7 Monate · Spam melden

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