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Chris Bear von Grizzly Bear fotografiert mit der Lomo LC-A+

Grizzly Bear startete als ein bescheidenes Heimaufnahmeprojekt des aus Boston stammenden Experimentalisten Edward Droste, welcher sich für 15 Monate in sein Greenpoint Appartment in Brooklyn verkroch und die Grundlage für das Debütalbum der Band auf ein Tonbandgerät aufnahm.

Seinem Do-It-Yourself Home Projekt wurde dann mithilfe des Chicagoer Multiinstrumentalisten Christopher Bear, der an einer Vielzahl von Musikprojekten, von elektronischer Musik bis hin zum Free Jazz, beteiligt war, zum Leben verholfen. Er fügte dem verkürzten Entwurf der Heimaufnahme zusätzliche Instrumente und Stimmbegleitung hinzu. Das daraus enstandene Album, Horn of Plenty – ein Miniprojekt, das ursprünglich nur für Droste’s engste Freunde gedacht war, machte schließlich in der New Yorker Undergroundszene seine Runden, wo es mit einer besonderen Mischung aus Akkustikinstrumenten und überlagerten Stimmen Begeisterung hervorrief. Im Sommer 2006 veröffentlichte Grizzly Bear schließlich ihr zweites Album Yellow House und tourte bereits mit namenhaften Bands wie Radiohead.

Wirf einen Blick auf unser Interview mit Christopher Bear und genieße die Galerie, welche er mit seinem ständigen LomoNomaden geschossen hat, der LC-A+.

NAME: Christopher Robert Bear
STADT: Brooklyn, NY
LAND: USA

Beschreibe die LC-A+ in fünf Worten…
Einfach fesselnde und lebhafte Überraschungen.

Das merkwürdigste, lustigste fotografische/lomographische Erlebnis, dass du je hattest…
Hm, ich bin mir nicht sicher… ich denke, dass ich mir ein wenig hinterhältig und wie ein Spion vorgekommen bin, als ich versuchte, diese Fotos von den alten italienischen Männern zu machen. Wenn ich Fremde fotografiere bin ich immer recht schüchtern, aber es gab so viele Gelegenheiten in denen ich unbedingt diese Typen und ihre braunen ausdrucksstarken Gesichter einfangen wollte. Naja, die meisten Bilder wurden nicht so gut, aber ich habe mich danach wirklich ein bisschen wie ein Spion gefühlt.

In deinem Amigo Portfolio finden sich viele verschiedene Locations an denen du fotografiert hast.
Mal überlegen… Meinen ersten Film habe ich in LA verschossen, als wir gerade mit unserer Band dort waren und eine Show gemeinsam mit der LA Philarmonie hatten und im Radio und bei Ferguson waren. Wir fuhren viel herum. Nachdem ich dann wieder eine Weile zuhause war, habe ich ein bisschen in Brooklyn herumgeknipst, bevor ich auf einen Kurztrip nach Cincinnati flog…
Danach war ich für eine Weile zusammen mit meiner Freundin und ihrer Familie in Italien und Frankreich, wo ihre Schwester mit ihrem Mann wohnt. Wir flogen nach Nizza in Frankreich und fuhren etwas herum und sahen etwas mehr von der Küste. Ein Höhepunkt war das winzige Bergdorf Ez, das sich aus lauter kleinen Gassen zusammensetzt, die uns schließlich zu einem erstaunlichen Kaktusgarten führten. Außerdem fuhren wir an der Küste entlang, in die Umgebung von Lucca (Italien)… es war einer der schönsten Plätze, an dem ich je in meinem Leben gewesen bin. Und dann… wieder ab nach Hause… und hier bin ich also: Auf meinem Flug nach Calgary wartend.

Wenn deine hier gezeigten Fotos einen Soundtrack haben würden, aus welchen Liedern würde er bestehen (Titel und Artist bitte)?
Also sie haben thematisch nicht so viel mit den Fotos zu tun, aber ich habe sie sehr oft gehört in dieser Zeit:

Why? (extended version) – Carly Simon
Hands In The Dark – Chromatics
What the Driven Drink – Thee Oh Sees

Da dein Debütalbum auf einem tragbaren Aufnahmegerät festgehalten wurde, bist du sicherlich kein Fremder in der analogen Welt. Erzähl uns, warum es besser (oder auch nicht besser) als digital ist.
Ich denke, dass beide ihre Vorteile mit sich bringen… Aber bei Fotos entscheide ich mich definitiv für analog. Ich fotografiere nicht all zu oft, aber wenn, dann denke ich darüber nach, wie etwas aussieht und aussehen wird… und ich habe das Gefühl, dass ich niemals die von mir gesuchte Tiefe mit einer digitalen Kamera erfüllen kann. Außerdem haben analoge Kameras und die Fotos etwas konstanteres; bleibenderes an sich und bergen ein ganz eigenes Rätsel in sich. Ganz abgesehen von der Zeit in der du sehnsüchtig auf deine entwickelten Fotos wartest, um zu sehen, was du denn da eigentlich fotografiert hast.. das ist auch immer sehr spaßig.

Wenn du irgendwo sein könntest und irgendetwas machen würdest, genau in diesem Moment, was würde es sein?
Oh, ich würde defintiv nicht auf einen verspäteten Flug nach Calgary warten und mir Sorgen um den unvermeidlich verpassten Anschlussflug machen und diese ganze Flughafenszenerie… Aber ich würde gerne irgendwo an der Küste sein, an einem Häuschen am Strand herumhängen, etwas grillen, Rucola Salat essen und an einem Getränk nippen.

Wir fahren wirklich auf dieses Paul Simon Foto ab. Was steckt dahinter?
Also Alexandra hatte gerade in der Woche meine Lomo Kamera wieder in Ordnung gebracht, in der unsere Band für diese Paul Simon Serien im BAM spielte. Von daher hatte ich sie die ganze Zeit mit mir dabei und spielte ein wenig mit ihr im Ankleideraum herum. Dann fing ich an, sie auch mit auf die Bühne zu nehmen, als wir am Ende der Nacht immer noch diese Gruppenverbeugung machten. Die Scheinwerfer waren so hell, dass ich mir dachte, dass es cool wäre, gegen sie zu fotografieren. So kamen diese Leute mit auf meine Fotos und im Grunde bin ich selber überrascht, dass eins von Paul auch mit dabei herauskam.

Und…ihr werdet auf Tour mit Radiohead gehen!! Was ist dein größter Traum für die Tour? Und wenn wir schon mal beim Thema sind, sag uns, welches Lied von Radiohead nie richtig bemerkt oder honoriert wurde, aber es endlich werden sollte!
Oh, Mann… ich bin einfach so was von gespannt auf diese Tournee. Die zwei Mal, die ich Radiohead gesehen habe, waren total unglaublich. Ich hoffe nur, dass wir uns gut auf solch großen Bühnen schlagen werden und mit der Band gut auskommen. Aber ich denke, dass wird schon werden… Mein Traum? Hm, ich denke, es wäre echt superlieb, wenn sie mal zu uns vor den Bus kommen und wir gemeinsam grillen würden. Und es fällt mir schwer zu sagen, welches Lied von Radiohead auf irgendeine Weise unbeachtet geblieben ist. Es scheint, als ob die Leute im allgemeinem total fanatisch auf die Band sind… Ich habe mir die neuesten Lieder angehört… möglicherweise sind es nicht unbedingt Lieder, die dich sofort in ihren Bann ziehen, aber z.B: Faust Arp oder Videotape sind klasse.

Die Person (tot oder lebendig), die du am liebsten fotografieren wollen würdest?
Chet Baker? Jean Seberg?

Dein Ratschlag an zukünftige LC-A+ Fotografen.
Wie warscheinlich jeder sagt: Fotografiert viel herum. Habt eure Kamera immer mit dabei. Versucht am Anfang ein paar Filme zu verschießen, bei denen ihr noch ein besonderes Augenmerk auf die Technik und Funktionsweise eurer LC-A+ habt. Ihr werdet dadurch viel über die Kamera herausfinden und besser und schneller werden. Aber vor allem, habt einfach Spaß mit ihr!

www.grizzly-bear.net
Grizzly Bear MySpace
Warp Records

geschrieben von ouroborosx, übersetzt von lomiga

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Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English.