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Seychellen, das Inselparadies: 4 Tage wie im Traum

Regenbögen, Mangobäume, der Ozean und Flughunde... Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich das alles gesehen habe! Zum Glück haben mich meine lieben Freunde LC-A, Holga und SuperSampler begleitet - und 16 Rollen Film mit Sonne und Glückseligkeit beweisen, dass ich das nicht nur geträumt habe.

Foto von japsix

Ich habe keine Ahnung, warum ich so lange gebraucht habe, um über meine Reise zur Paradies-Insel zu schreiben, denn sie liegt mittlerweile 3 Jahre zurück! Damals arbeitete ich für eine Zeitrschrift und erhielt von der Redaktion das perfekte Geschenk: Sie schickten mich für eine Pressereise auf die Seychellen.

Einen Tag vor der Abreise bekam ich eine Erkältung und dachte sogar daran, die Reise abzusagen (weil 10 Stunden Flug nicht gerade die beste Medizin ist), aber dann wurde mir klar, dass ich es ein Leben lang bereuen würde! Wann bekäme ich wohl nochmal die Chance, auf diese paradiesische Insel zu fliegen?

Ich kann mich kaum noch an Doha erinnern, wo ich umgestiegen bin, aber ich werde niemals meine Ankunft auf den Inseln vergessen: als ich aufwachte, hatte das Flugzeug bereits zur Landung angesetzt, es flog schon recht tief und man konnte die Inselgruppe in der Ferne erahnen. Aber noch war kein Land unter uns, nur der Ozean. Ich wurde langsam nervös, denn ich hatte eigentlich keine Lust, direkt auf dem Wasser zu landen. In letzter Minute tauchte eine Landebahn aus dem Ozean auf.

Auf dem Flughafen wurden wir von Alexander empfangen, der früher in Nischni Nowgorod lebte und vor über 30 Jahren auf die Seychellen zog, um Russisch zu unterrichten, und seither dort lebt. Wir waren alle ziemlich neidisch, denn das würden wir auch gerne tun!

Es regnete, als wir zum Hotel fuhren, aber 10 Minuten später kam die Sonne heraus und ein riesiger Regenbogen fiel wie ein Bilderrahmen über Palmen, Blumen, Kokosnüsse… mmm, ein Traum!

Am ersten Tag schafften wir es nur, uns einen kleinen Teil von Victoria, der Hauptstadt der Seychellen, anzusehen. Die Stadt, gelegen auf der Mahe Insel, zählt um die 25.000 Einwohner und ist die größte Stadt des Landes. Da die Seychellen früher einmal Britische Kolonie war, ist es keine Überraschung, dass die Stadt nach Königin Victoria benannt wurde.

Die Stadt kam wirklich charmant daher: ein Obstmarkt, Fischer die an ihren Netzen arbeiteten und ein unglaublich schöner Sonnenuntergang nahe des Ozeans.

Ich wäre am liebsten noch länger in der Stadt geblieben, um entlang der engen Gassen zu wandeln und die authentische Atmosphäre dieser Insel zu fühlen. Aber auch Pressereisen haben ihre Nachteile: lange Spaziergänge in der Stadt sind leider nicht Teil des Programms.

Am Abend umkreisten dafür Flughunde die Mangobäume in der Nähe “meiner” Villa. Und in der Nacht schwamm ich zum ersten Mal in meinem Leben in einem Ozean. Das Wasser glühte förmlich in der Dunkelheit, was am Plankton im Ozean liegt. Wenn man sich im Wasser bewegt, berührt man Tausende kleine Kreaturen, und obwohl man es nicht spürt, hinterlassen sie eine leuchtende Spur (ähnlich wie bei der Milchstraße), die dich umgibt.

Am nächsten Tag blieben wir im Hotel und ich konnte mit allen 3 Kameras nicht aufhören, Fotos zu machen.

Eigentlich mag ich keine Sandstrände, aber dieser war etwas Besonderes: weißer Sand, türkises Wasser, Palmen und einzeln verstreute, vom Meer glattgeschliffene Granitfelsen (vor langer Zeit befand sich diese Insel unter Wasser, sodass man heute die Spuren der Strömung auf den Felsen und Klippen sehen kann; wunderbar gleichmäßige Furchen und Linien).

Aufmerksame Hotelmitarbeiter brachten uns Sonnenliegen und öffneten die Sonnenschirme für uns. Eine Minute später erschienen sie mit einer Kanne kaltes Wasser, danach mit einer Schale Obst-Sorbet … alles schien absolut surreal, als ob ich plötzlich eingeschlafen wäre und in einem Hollywood-Film aufgewacht bin!

Am dritten Tag fuhren wir auf einer riesigen weißen Yacht auf die Praslin und La Digue Inseln und unser Kapitän (2m groß in einem gestreiften T-Shirt und spiegelnder Sonnenbrille) hatte das charmanteste Lächeln weit und breit.

Wir kletterten auf das Oberdeck, um näher an unserem Kapitän zu sein. Alles war perfekt, bis zu dem Moment, an dem wir die Bucht verließen.

Sobald wir draußen auf dem offenen Ozean waren, wurden wir hin und her geworfen, in den Himmel und dann wieder zurück in die Wellen.
Wir krallten uns am Geländer fest und versuchten mit allen Mitteln, unsere Stellung zu halten! Jedes Mal, wenn das Boot zurück in die Fluten geworfen wurde, wurden wir von einem Schwall Meerwasser überschüttet. Kein Wunder, dass wir 5 Minuten später total durchnässt waren!

Es war gleichzeitig beängstigend und lustig. Und während wir vor Vergnügen kreischten, war unser Kapitän die Ruhe selbst und absolut zuversichtlich, das Boot zu schaukeln. Das war für ihn Alltag.

Die Fahrt zu den Praslin Inseln war nicht gerade kurz – ein bisschen über eine Stunde. Als wir von Bord gingen, konnte ich meine Hände kaum bewegen: Sie waren wie gelähmt, weil ich verzweifelt versucht hatte, mich am Geländer festzuhalten. Aber es hat sich gelohnt!

Praslin ist die zweitgrößte Insel des Archipels, man nennt sie auch den “Garten Eden”. Hier befindet sich der Nationalpark Valee de Mai, der ebenfalls zum UNESCO Welterbe gehört. Es ist der einzige Ort dieser Erde, an dem die Coco de Mer Palmen wachsen. Der Baum bringt riesige Kokosnüsse hervor, die in ihrer Form irgendwie einem weiblichen Hintern ähneln. Einige dieser Kokosnüsse können bis zu 20-30kg auf die Waage bringen! Die Regierung schützt sie mit Bedacht und wenn du eine Coco de Mer (Meereskokosnuss) mit nach Hause nehmen willst, musst du dir ca. eine Million Zertifikate für den Export besorgen – ansonsten heißt es Gefängnis!

Der Bereich, in dem diese einzigartigen Palmen wachsen, steht mittlerweile unter Naturschutz und wird Tag und Nach bewacht, sodass sich niemand traut, dort in den Wald zu gehen. Einheimische glauben, dass die Palmen in der Nacht zum Leben erwachen und sich lieben. Wenn du in den Palmenhain eintauchst, scheint es tatsächlich so, als wären die Bäume lebendig!

20 Minuten später, nach einer weiteren extremen Berg- und Talbootsfahrt, landeten wir auf der schönsten Insel, die wir während unseres Aufenthalts gesehen haben – La Digue. Diese kleine Insel, sie ist nur 5 km lang und 3 km breit, gilt als die schönste Insel des Seychellen Archipels. Sie wurde nach einem Schiff des französischen Entdeckers Marc-Joseph Marion de Fresno benannt, der die Seychellen im Jahr 1768 besuchte. Es gibt so gut wie keine Autos: nur Fahrräder und Wagen. Dafür gibt es riesige Schildkröten, Kokosnuss- und Zimt-Plantagen und einen der schönsten Strände der Welt: Anse Source d’Argent.

Und es ist wirklich der atemberaubendste Strand, den ich jemals gesehen habe!

Ich konnte mir bis dato nicht vorstellen, dass solch Schönheit im wahren Leben existiert! Kristallblaues Wasser, puderweicher Sand, Palmen und die wilde Schönheit der Felsen: riesig, vom Ozean weichgeschliffen und durchzogen von tiefen Furchen aus den damaligen Meerströmungen… Der Film in meiner Kamera war schneller voll als jemals zuvor.

Und dennoch: auch die besten und außergewöhnlichsten Aufnahmen können die Schönheit dieser Umgebung nicht wiedergeben! Diesen Ort umgibt definitiv eine kraftvolle, super-positive Energie, die dich dazu bringt, für immer dableiben und diesen Ort und diesen Strand nie wieder verlassen zu wollen!

Wir verbrachten nur 4 Tage auf den Seychellen (obwohl es sich anfühlte wie 4 Stunden) und sie waren so strahlend, dass ich stundenlang über diese Reise erzählen könnte!

Zum Beispiel besuchte mich ein niedlicher kleiner Gecko in meiner Villa. Anscheinend lebte er dort schon eine Weile und wusste, dass am Abend Obst und Süßigkeiten dort auftauchen würden, mit denen er sich den Bauch vollschlagen konnte.

Zuerst hatte er Angst vor mir und versteckte sich, wenn ich den Raum betrat. Aber als er merkte, dass ich nichts dagegen hatte, dass er meine Süßigkeiten fraß, blieb er mit einem zufriedenen Blick auf dem Teller sitzen, während er sich den Kuchen schmecken ließ.

geschrieben von japsix, übersetzt von lomoherz

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