Nutze jetzt deine Chance das Petzval Objektiv vorzubestellen und erhalte die experimentellen Steckblenden gratis dazu! Wir versenden die Petzval bereits im August (oder eher) an dich. Verpass nicht diese letzte Gelegenheit!

Hast du ein Konto? Anmelden | Bist du neu bei Lomography? Registrieren | Lab | Aktuelle Seite:

Ich habe mich mit Vicuna auf einen kleinen Afrika-Trip nach Burkina Faso begeben. Zum einen haben wir seinen Bruder Gérard bei entwicklungspolitischen Projekten begleitet und zum anderen das Land etwas näher kennengelernt. Und wie in kaum einen anderen Reisegebiet zeigt es sich, Planung ist nichts - Zufall ist alles. Denn plötzlich waren wir Teil eines der größten Radrennen des Kontinents, der Tour du Faso.

Eigentlich waren wir ja auf den Weg in den Benin. Dort im Grenzgebiet mit Burkina befindet sich der Pendjari Nationalpark, wo wir uns etwas umschauen wollten. Doch schon der Hinweg erwies sich als echte Herausforderung. Wir mussten hunderte Kilometer abstottern und das in einem antiken VW-Monster. Und dann das, plötzlich geben uns blau gekleidete Polizisten zu verstehen, dass wir anhalten sollen. Wir waren mitten in den Tross der Tour du Faso geraten, dem Sport-Event des Landes. Nach einer Weile ging es weiter, aber in Schritt-Tempo. Und das gab unserem Bus den Rest. Denn der Elephant auf Rädern braucht die schnellen Geschwindigkeiten, um seinen Motor runter zu kühlen. Rien ne va plus. Nichts geht mehr. Kaputt!

Foto von wil6ka

Unser Fahrer “parkte” uns in der nächsten größeren Stadt Fada N’Gourma, im Westen Burkinas, um am nächsten Morgen mit einem neuen Fourwheel aufzukreuzen. Dieses Fada sollte dann auf unserer Rückreise, vier Tage später, wieder ins Zentrum des Geschehen rücken. Ebendort machten wir dann einen kurzen Zwischenstop, schlürften eine kleine Cola, um dann wieder in die Hauptstadt Ougadougou aufzubrechen.
Völlig unvermittelt kam dann ein Tross von Tour-Begleitern in Jeeps in unseren Gasthof, denn anders könnte man das rund 500 Quadradkilometer große Areal auch nicht bezeichen. Mitten im Pulk der Funktionäre war dann ein spindeldürrer Fahrer: Abdoul Aziz Nikiema.

Dieser Abdoul erhielt viele Schulterklopfer und setzte sich dann alleine an seinen Plastiktisch um eine gepflegte Portion Reis mit Tomatensauce hinunter zu schlingen. Ich fackelte nicht lange, ging auf ihn zu und fragte ihn mit meinem rudimentären Französisch, ob er Lust hätte ein Foto zu machen. Er willigte sofort ein, denn er war immer noch high as a kite. Denn wie sich herausstellte, hatte er gerade das gelbe Trikot der Tour gewonnen. Jede Form der Lobhudelei war also noch frisch und begrüßenswert, vor allem von Fans, die vor fünf Minuten noch gar keine Ahnung von dieser Geschichte hatten.

Diese Tour du Faso ist natürlich nicht vergleichbar mit einem europäischen Event, aber das macht es gerade so spannend. Die Fahrer sind nah dran am normalen Stadtgeschehen, Obstverkäuferinnen, mit Körben auf ihren Köpfen, mischen sich ins Publikum, die Temperaturen und die Straßenbelege sind natürlich extrem. Und man muss sich auch nicht wundern, wenn eine Kuhherde plötzlich die Strecke blockiert.

Ach ja, und wie ging es mit Abdoul Aziz Nikiema weiter. Tja, der 25jährige gewann ein paar Tage später die Tour du Faso, der größte Erfolg des Burkinabé, was ihn auf den zweiten Platz der afrikanischen Bestenliste katapultierte. Herzlichen Glückwunsch.

Geschrieben von wil6ka

Ein Kommentar

  1. bravebird

    bravebird

    Ein Traum! <3

    vor 6 Monate · Spam melden

Wo ist das?

Fotos aus der Umgebung – anzeigen