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U6 – Die etwas andere LomoLocation in München

Wenn der öffentliche Nahverkehr schon so viel kostet wie in München, dann sollte man doch auch das Beste daraus machen, oder? Wie ich das - auf meine ganz eigene und lomographische Art - mache, lest Ihr in folgendem Artikel.

Foto von jw77

“Eine Stadt zeichnet sich nicht dadurch aus, dass arme Leute in ihr Auto fahren, sondern mehr dadurch, dass Reiche die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.“ (frei nach einer Person, die ich vergessen habe und die auch im Internet nicht mehr auffindbar war).
Das mit den Reichen trifft es in München immerhin insofern, dass es ganz schön kostspielig sein kann, wenn man den Nahverkehr – wie ich als Student – regelmäßig nutzt, und auch auf ihn angewiesen ist (Gott sei Dank kommt aber nächstes Wintersemester unser Semesterticket für 200€, was sich im Vergleich zu den >80€ die ich im Moment zahle, dann doch bemerkbar machen wird).

Wenn man schon so viel zahlt, sollte man doch auch das Beste daraus machen, oder?
Und genau das mache ich, indem ich viel in der U6 (natürlich auch auf anderen Linien, aber halt vor allem in der blauen 6er) photographiere und somit neben dem Transport von A nach B auch noch wunderbare Lomographien erhalte.

Die U6, die den ältesten Teil des Münchner U-Bahnnetzes bildet, verbindet grob gesagt den Norden (Garching) mit dem Süden Münchens (Großhadern) und deckt dazwischen praktisch den gesamten interessanten Bereich Münchens ab (von der Theresienwiese mal abgesehen haha).

Sie bringt mich jeden Tag von meiner Wohnung in Schwabing nach Garching zur TUM und die LMU Studenten an ihre Uni. Sie bringt Fußballfans zur Allianz Arena in Fröttmaning, und fahrt ihr noch weiter nach Süden, kommt ihr zur Haltestelle „Sendlinger Tor“ ins Glockenbachviertel und damit auch zum Gallery Store.

Eine Station weiter liegt dann mit dem Marienplatz auch schon das Herzen Münchens. Noch weiter in den Süden habe ich mich bisher kaum vorgewagt, weshalb ich euch von da (noch !!) nichts präsentieren kann.

Einen weiteren Höhepunkt stellt meine „Lieblingsstation“, die „Münchner Freiheit“ dar. Diese wurde 2008/2009 renoviert, dabei neu gestaltet und hat jetzt überall Spiegel an der Decke – was extrem cool aussieht – und ist in Grün- und Blautönen beleuchtet. Dem oberirdischen Teil, von dem Busse wegfahren, wurde eine interessante, geometrische, weiße Dachkonstruktion verpasst, die an eine Tropfsteinhöhle erinnert. Und in der Station befindet sich auch noch ein DM, in dem ich praktisch alle meine Filme abgebe und mich mit neuem eindecke.

Nehmt also eure Kamera überallhin mit und haltet sie bereit, denn nichts füllt – die manchmal schier endlose – Warterei auf eine Bahn schneller, als ein paar Photos zu machen. Diese haben dann immer auch einen ganz besonderen Flair; stellen die geheimnisvollen Tunnel und Stationen, in denen es immer gleich riecht, die immer gleich aussehen, und in denen immer das gleiche Licht herrscht, irgendwie einen ganz eigenen und besonderen Bereich Münchens und wohl jeder anderen Großstadt dar. Man denke nur an die Metros in St. Petersburg oder Moskau, die altehrwürdige Londoner Tube oder die New Yorker Subway. Und doch ist jeden Tag alles neu und aufregend, durch die immer anderen Menschen in den Stationen und Zügen….

Foto von jw77

Bonus: Dieser Artikel ist zum Teil und mitten in der Nacht -naja in der Nacht; mitten in der Nacht fahren ja keine Bahnen -, in einer U6 Richtung Garching Forschungszentrum entstanden.

(Und ja, München besteht aus mehr, viel mehr sogar, als ich hier gerade ge- und beschrieben habe und ist eine Stadt, in der man wunderbar auch mit dem Fahrrad überallhin kommt, aber das ist doch eher was für den Sommer….)

Geschrieben von jw77

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