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Es gibt Orte, denen man ihre historische Bedeutsamkeit anmerkt, an denen man in den Bann der Vergangenheit gezogen wird, und auf die man sich einlassen muss - auch wenn es unangenehm ist.

Seit einigen Jahren betreue ich nun Ferienfreizeiten für Jugendliche. Seit dem heißt es, im Sommer jeweils für zwei Wochen mit 25 jungen Menschen zelten zu gehen. Dieses Jahr zog es uns, mit 30 Fahrrädern im Gepäck um die schöne Donauumgebung bis Linz zu erkunden, nach Au an der Donau. Bei der Planung der Fahrradtouren, stießen wir auf einen Ortsnamen, den wir kannten: Mauthausen.

Nun mussten wir überlegen, ob wir diese Stätte, nur 7 km von unserem Camp, ignorieren oder besuchen sollten. Immerhin wollten wir eine spaßige Ferienaktion für 12 bis 15jährige veranstalten und keinen Geschichtsunterricht.

Wir entschieden uns dafür, es zu machen. Wir buchten eine Führung und bereiteten uns und die Kinder thematisch kurz vor. Gut gerüstet atmeten wir also tief durch und stellten uns einem Stück Vergangenheit.

Die Bedrückung, die dieser Ort in uns allen auslöste, war mit den Händen zu greifen. 25 Jugendliche, die eineinhalb Stunden fast kein Wort sagen, sind schon beeindruckend genug. Wer schon mal ein KZ besucht hat, wird das Gefühl geballter Fäuste und der Überzeugung, dass so etwas nie wieder passieren darf, kennen.

Den ganzen restlichen Tag dauerte die Nachbereitung mit den Kids. Viele hatten dem Thema trotz intensiver schulischer Bearbeitung wenig Bedeutung zugemessen. Trotzdem waren wir alle überzeugt, dass dieser Besuch in uns viel bewegt hat.

Zwei Tage lang hatte ich vor unserem Besuch im KZ überlegt, ob ich dort fotografieren sollte. Ich entschied mich schließlich dafür. Etwas anderes als Schwarz-Weiß-Film kam allerdings nicht in Frage. Die Bilder sind mit der LC-A und Agfa APX 100 gemacht. Es hätten im Nachhinein noch mehr werden können/sollen, allerdings war ich zu sehr mit mir selbst und den Eindrücken beschäftigt.

Wir müssen uns solchen Dingen stellen, seien es nun Missstände der Gegenwart oder Verbrechen der Vergangenheit. Und wir müssen es jungen Menschen zeigen. Nur so kann in ihnen und in uns die Erkenntnis reifen, dass wir etwas verändern können.

Geschrieben von zark

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