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Die Geschichten der Bilder #17: Weiße Nächte, weiße Tage

Nach einem langen Winter und einem kurzen Frühling begann eine magische Zeit, in der die Sonne nicht unterging und sich vielleicht Mysteriöses offenbarte, vielleicht aber auch nicht. Aber auf jeden Fall ist es die magischste Zeit in Finnland.

Penny war unterwegs auf einer langen Reise mit ihrem Freund und seinen Freunden. Sie verbrachten mehrere Stunden im Bus und danach noch einige im Auto. Die Landschaft hinter dem Fenster war immer dieselbe. Gerade Straßen, Gras, Borken und Pinien. Keine Berge, kein Fluss, keine Veränderung in dieser flachen Landschaft.

‘Wo sind all diese Seen, von denen sie geredet haben?’, wunderte sie sich.

Irgendwie war alles sehr merkwürdig. Es herrschte ein Stau und niemand kam voran in Richtung Städte. Jedes Auto saß in der wilden Natur fest.

Es war spät, als sie ankamen, aber die Sonne schien immer schon und blitzte durch die hohen Bäume hindurch. Alles war so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Eine Holzhütte, daneben ein See mit einem kleinen Boot, eine Sauna und kein Trinkwasser. Aber es war okay, alles war so entspannend, dass einen nichts aus der Ruhe bringen konnte.

Am nächsten Tag bereitete sie sich darauf vor, die finnische Natur zu erleben und die Umgebung zu erforschen. Also verabschiedete sie sich von der Hütte und Freunden und zog los. Drumherum war gar nichts. Keine Hütte, kein Auto, kein Zeichen anderer Menschen. Sie versteckten sich irgendwo, wo ihre Privatsphäre geschützt war und sie jeden Sonnenstrahl allein genießen konnten, abseits der Massen in den Städten. Als Penny bemerkte, dass sie schon seit 2 Stunden wanderte ohne irgend wen zu treffen, fing ihre Allergie an. Überall Birken, ihre Feinde seit langem schon. Aber es war okay. Wer macht sich schon Sorgen, wenn er in dieser magischen Landschaft ist?

Foto von erikagrendel

Nach dem Abendessen mit Lachs genossen alle vor der Hütte die Faulheit des Moments. Niemand hatte Termine, und schon ins Bett musste auch keiner. Bier- und Weinflaschen wurden geöffnet und sie begannen sich zu unterhalten.
“Hast du schon von einigen Juhannus Geschichten gehört?”
“Wie sollte ich? Dies ist mein erstes Mittsommerfest!,” antwortete Penny mit einem Lächeln.

Nun dann, in unseren Wäldern leben viele magische und mysteriöse Kreaturen versteckt. Sie haben ihre eigenen Geheimnisse und ihre eigenen Geschichten", ein Freund trank einen Schluck Bier und fuhr fort, “sieh mal, vielleicht versteckt sich hinter diesem Baum ein Troll.” Er zeigte auf den Baum direkt am See, der von der Sonne angestrahlt wurde. Alle fingen an zu lachen.

Oh, aber natürlich, wenn du die ganze, weiße Nacht wach bleibst, zeigen sich dir vielleicht die Mysterien und Geheimnisse dieses Waldes."

Also blieb sie diese Nacht auf. Und das Mysteriöse und Wunderschöne geschah. Es war drei Uhr morgens und die Sonne war noch immer zu sehen. Und dann erstrahlte alles in gold. Die versteckten Geheimnisse des Walds wurden für eine Weile sichtbar. Und dann ging die Sonne wieder auf.

Fotos und Text von Erika Grendelova. Sie stammt aus der Slowakei, lebt nun in Tschechien und reist viel nach England und Finnland.

geschrieben von erikagrendel, übersetzt von vivie

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Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English.