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Vom Foto zum Buch: Lomographin Misha Ashton-Moore

Es ist an der Zeit, dass wir euch ein paar Fotografie-Talente außerhalb unserer Community vorstellen!

Misha Ashton-Moore kommt aus Portland, Oregon. Die Lomographin beschäftigt sich schon seit ziemlich langer Zeit mit Fotografie. Sie ist von der Kunst fasziniert und außerdem ein Naturtalent.

Neben Job und Familie hat Misha sich extra noch Zeit dafür genommen, etwas über Filmfotografie zu lernen. Sie hat sich selbst verschiedene Dinge beigebracht, wie Filmentwicklung und verschiedene Lomographische Tipps & Tricks.

Die Liebe zur Lomographie war es dann auch, die Misha veranlasst hat ihr eigenes Buch Adventures in Lomography herauszubringen. Es ist ein persönliches Projekt, das ihre Abenteuer und Liebe für Lomography dokumentiert.

Das hört sich nach etwas Großem an! Hier in unserem Interview könnt ihr mehr über Misha erfahren.

Eine Lomographie aus Mishas Heimatstadt Oregon.

Erzähl uns ein bisschen über dich selbst? Womit verdienst du deinen Lebensunterhalt und was hast du sonst für Interessen?

Ich bin Fotografin, Grafikdesignerin und Abenteurerin. Seit meinem ersten Fotografiekurs in der Highschool wusste ich, dass es das ist, was ich machen wollte. Ich habe BWL und Grafikdesign studiert, damit ich meine eigene Firma aufmachen kann und sie genauso führen kann, wie ich will. Währenddessen habe ich in der Dunkelkammer geübt und Vollzeit in Fotolaboren gearbeitet. Ich habe nie Fotografie studiert, weil ich mir meine natürliche Begabung nicht verlieren wollte.

Mishas Selbstporträt.

Ich verwende ungefähr 100 Filmrollen pro Jahr und verwende dabei ca. 10 verschiedene Kameras. Alles, von alten manuellen SLRs bis Polaroids und auch einige Lomography Kameras. Ich verkaufe meine Fotografien auf Kunstmärkten und Boutiquen in den USA als auch online. Ich fotografiere auch auf Hochzeiten, mache Portraits und ziemlich viel kommerzielle Fotografie. Zugegebenermaßen alles digital. Neben der ganzen Fotografie mache ich auch Grafikdesign. Weil meine Fotografie so bunt und textiert sind ist mein Design für gewöhnlich sehr minimalistisch. Die meisten meiner Designs sind für meine eigene Firma, aber ich arbeite auch für andere Künstler und Besitzer kleinerer Geschäfte: mache Webdesign, Corporate Identity etc.

Die meisten meiner Interessen drehen sich um Fotografie. Ich bin geradezu besessen von Nationalparks, Roadtrips und Weltreisen. Ich interessiere mich auch sehr für Haie. Obwohl ich mich sehr vor ihnen fürchte, lerne ich gerne alles über sie, was es zu wissen gibt. Ich liebe auch Essen: Cajun, Asiatisch, Indisch, Essensstände, Restaurants… was es halt alles so gibt. Essen ist großartig!

Ein Strand in Oregon.

Wie hast du mit Lomography angefangen und wie lange bist du schon dabei?

Ich hatte für viele Jahre eine Holga, habe mich aber nie wirklich damit anfreunden können. Sie blieb in meinem Kameraschrank und ist dort verstaubt. Ich habe sie 2009 wiederentdeckt und dann hat es gefunkt – das Ergebnis waren einige künstlerische Werke. 2010 habe ich dann für einen Trip nach Las Vegas mit meinem Mann die Lomo LC-A und ein paar Packungen Lomography Diafilm gekauft. Von da an hing ich am Haken und seit dem hat sich meine Lomography Sammlung ständig vergrößert.

  • Lomo LC-A, plus LC-A+ Krab
  • Holga 120CN (adaptiert auf 35mm)
  • Holgaroid
  • Supersampler
  • Spinner 360
  • Holga 135TIM (in Rot)

Fotografierst du auch digital? Glaubst du, dass ihr Aufstieg bald das Ende der Filmfotografie bedeutet?

Filmfotografie wird nicht sterben, solange ich noch etwas zu sagen habe. Ich muss zugeben, dass ich auf Hochzeiten und für kommerzielle Fotografie digital fotografiere, aber langsam wechsle ich wieder zu Film.

Ich glaube, dass digital, der Filmwelt definitiv geschadet hat, aber es hat sie auch mehr als je zuvor zur Kunst gemacht. Leider haben sich die Kosten in den letzten Jahren mehr als verdoppelt und meine Lieblingsfilme werden nicht mehr produziert. Aber Veränderung bedeutet auch neue Dinge auszuprobieren und anders ist nicht immer gleich schlecht.

Hast du irgendwelche unvergesslichen (traurige oder glückliche) Erfahrungen, die du mit Lomography in Verbindung bringst? Wir würden sie gerne erfahren.

Der traurigste Lomography Moment: Wenn ich zum fotografieren unterwegs bin habe ich normalerweise ein ganzes Bündel an Kameras mit – um meinen Hals, in meine Taschen gestopft, in Kamerahüllen oder um die Schulter meines Mannes – wo auch immer ich Platz finde. Nun, wir waren mit ein paar Freunden auf Hawaii für unsere “Flitterwochen” und ich bin in Meer gewatet, um ein paar Aufnahmen von den Wellen zu machen, wie sie am Korallenriff auftreffen. Bis zu den Oberschenkeln im Wasser habe ich mir vorgelehnt um einen besseren Winkel zu bekommen und habe dabei vergessen, dass die Lomo LC-A noch um meinen Hals hängt und sie total ins Salzwasser eingetaucht.

Unnötig zu sagen, dass die Kamera hinüber war – jetzt ist sie ein Briefbeschwerer in meinem Büro. Noch davor hatte ich – während des gleichen Trips – ein anderes Ups-Erlebnis mit meiner LC-A. Ich hatte sie für ca. 9 Monate und habe gedacht, dass ich keine Fotos machen könnte, falls die Batterien leer waren. Das war nicht der Fall. Ich hatte nicht bemerkt, dass die kleinen roten Lichter nicht an waren und habe 5 Rollen Film verschossen. Leider keine LC-A Fotos von Hawaii. Man sollte meinen, dass ich nach so vielen Jahren Fotografie etwas mehr Ahnung habe.

Noch ein Foto aus New York.

Deiner Erfahrung nach – was ist der Vorteil, eine Lomographin zu sein? Denkst du, du solltest noch etwas länger warten – 10 Jahre oder mehr? Warum und warum nicht?

Ich liebe die Welt von Lomography. Der Großteil der Weltbevölkerung muss es erst entdecken und die meisten Menschen verstehen es nicht. Ich glaube, dass der Stil von Lomography im Moment ein Riesentrend ist. Solange wir unseren Interessen und der Liebe zu dieser Reinheit treu bleiben, werden wir diese Trendphase durchstehen und der breiten Masse bekannt werden. Je besser das gelingt, desto länger wird es auch Film geben – ich glaube für immer.

Wer oder was inspiriert dich? Gibt es einen Lieblings-Lomograph?

Da ich in Portland lebe bin ich natürlich von Talenten aller Art umgeben. Ich werde jeden Tag von den Künstlern, die hier leben, inspiriert und auch von jenen die ich auf den Kunstmärkten treffe, wo auch ich ausstelle. Meine größte Inspiration ist aber Dolan Geiman, ein zeitgenössischer Künstler mit südlicher Stimmung. Er lebt in Chicago, Illinios USA und einfach alles was er macht fasziniert mich. Von den wunderschönen Farben und Texturen bis zu der Tatsache, dass er mit Recycling Material arbeitet. Sogar die Art wie er sich selbst als Künstler darstellt und wie er auf Kunstmärkten, in Boutiquen und Galerien verkauft – alles was ich auch tue, nur sehr viel größer. Seine Arbeiten sind so wunderschön und sprechen das Mädchen aus dem Süden in mir an, da ich den Großteil meiner Kindheit in New Orleans verbracht habe.

Lieblingsfotografen habe ich eigentlich keinen – die ganze Community von Lomographen. Da gibt es so viel tolles: über die Kameras bis hin zu den Filmen und Motiven. Ich liebe die Tatsache, dass wirklich jeder ein Lomograph sein kann. Wenn ich andere Lomographen sehe, habe ich immer das Gefühl, dass wir ein kleines Geheimnis teilen, dass der Rest der Welt nicht kennt. Diese Aufregung, wenn man eine Rolle Film abgibt, ohne zu wissen, was man bekommt.

Wir haben gesehen, dass du in den Handel gegangen bist! Wie hat das angefangen?

Ich habe damit angefangen, meine Bilder bei Straßenmärkten wie First und Last Thursday zu kaufen und Drucke in Coffeeshops und Bars aufzuhängen – das war 2005. Danach habe ich ein paar Boutiquen in der Stadt gesucht und Ende 2008 habe ich angefangen sie online über Etsy und auf Kunstmessen im ganzen Land zu verkaufen.

Mein größtes Event bis jetzt war die Renegade Craft Fair: Sie findet jedes 2. Jahr in 5 US-Städten statt: Brooklyn, Chicago, San Francisco, Los Angeles und Austin sowie einmal im Jahr in London. Das ist ganz schön stressig aber so verkaufe ich meine Kunst über das ganze Jahr.

Erzähl und etwas über dein Buch, “Adventures in Lomography” – Wie war das Konzept, der ganze Prozess, wann wurde es veröffentlicht?.

Oh, ich freue mich so über dieses Projekt. Die Idee einer Buchserie über meine Lo-Fi Fotografie zu machen, kam mir, als ich realisierte, dass ich von meinen Reisen all diese Bilder hatte und niemand außer mir sie sehen konnte.

Der erste Schritt war, herauszufinden, ob es überhaupt möglich war ein Buch selbst herauszugeben. Der zweite Schritt war das nötige Geld aufzutreiben. Die Lösung war schließlich eine einmonatige Kampagne auf Kickstarter, durch die ich die 150 Exemplare meines Buches “Adventures in Lomography, Volume One: New York.” finanzieren konnte. Das Buch kam im November 2011. Die erste Auflage habe ich ausverkauft und die zweite Auflage ist in der Clic Gallery und Bookstore in New York, Memento PDX in Portland, Oregon, und in meinem Online-Shop erhältlich.

Das ganze Buch wurde von mir fotografiert, designt und geschrieben – außerdem hat meine Freundin und freiberufliche Lektorin Cori Willis mitgeschrieben und korrigiert.

Hast du Pläne für ein zweites Buch?

Oh, ja! Sehr viele sind in Arbeit. Derzeit beende ich gerade die Arbeit für Chicago und New Orleans und ich würde gerne jede große US-Stadt abdecken und noch viele andere Städte in allen möglichen Ländern auf der Welt. Ich würde mir gerne neue Lomography Kameras zu legen, weil die vier, die ich jetzt habe, sind einfach nicht genug. Ich hoffe auch, dass ich einen Agenten finde, der die Serie publizieren möchte.

Hast du eine Nachricht an andere Lomographen oder Tipps die du gerne teilen möchtest?

Habe immer eine Kamera dabei, stelle sicher, dass die Batterien nicht leer sind und dass Film eingelegt ist. Immer experimentieren und neue Dinge ausprobieren. Eine Kamera und ein Typ Film ist nie genug. Und am wichtigsten: Lass die digitale Welt hinter dir!

“Be careful going in search of adventure – it’s ridiculously easy to find.“ – William Least Heat-Moon

Gibt es einen Fotografen, den du gerne in unserem Magazin sehen würdest? Schreib einfach eine E-Mail auf Englisch an mayee.gonzales@lomography.com!

geschrieben von mayeemayee, übersetzt von sisu14

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Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English.