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Analoge Lebenslust: Wenn man 30 ist, wird man sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst

Ich hatte den Artikel für diese Woche eigentlich schon geschrieben und und 2 Wochen vor dem Abgabetermin schon bereit zur Veröffentlichung - aber seitdem ist jede Menge passiert, deshalb habe ich mich entschiedenen einen ganz anderen Artikel zu schreiben. Ich habe auch meine geliebte Mamiya C330 aus dem Schrank geholt und so konnte ich die Bilder zu diesem Artikel auf Film bannen.

Die Überbleibsel eines alten Piers in Malibu

Diese Woche habe ich zum ersten Mal realisiert, dass ich mich nicht mehr in den 20ern befinde. Mein Geburtstag ist erst einen Monat her, aber trotzdem hat mich das irgendwie schwer getroffen. Jetzt wo ich 30 bin, ist mir meine eigene Sterblichkeit schmerzlich bewusst geworden. Und weil ich bis jetzt nicht mal die Hälfte der Dinge gemacht habe, die ich tun wollte, bin ich voll in Panik.

Ich bin im Moment ziemlich überzeugt davon, ich noch keine wesentlichen Spuren in der Welt hinterlassen habe, und dass die Zeit die mir noch bleibt nicht genügt, um das zu berichtigen. Ich habe das Gefühl, dass ich langsam unsichtbar werde und dass mein komplettes Verschwinden von dieser Welt unausweichlich ist. Ich glaube, dass, wenn ich sterbe sich niemand an mich erinnern wird, weil ich nichts gemacht habe, dass Leben verändert hat oder Menschen inspiriert hat.

Die Getty Villa, eine Villa im mediterranem/griechischem Stil und Museum für römische Kunst in Malibu
Cafe de Leche, eines meiner liebsten Cafes, es befindet sich am York Boulevard in Highland Park
Der Iliad Buchladen in North Hollywood. Einer der größten und zugleich einer der letzten übrig gebliebenen lokalen Buchläden in Los Angeles – und einfach ein Muss für Buchliebhaber.

Ich kann nicht wirklich sagen, ob es schlimmer ist, weil ich in einer Millionenstadt lebe, wo alle von Ehrgeiz getrieben sind und um jeden Preis etwas erreichen wollen und es so leicht ist verloren zu gehen. Ich fühle mich auf jeden Fall einsam. Es ist als ob ich in der Mitte einer riesigen Menge stehe und langsam verschwinde, während alle anderen besser sichtbar werden.

Ich glaube so fühlt es sich an, wenn man sich mit der eigenen Vergänglichkeit beschäftigt. Wenn man jung ist, denkt man, man lebt für immer und man hat alle Zeit der Welt, um alles zu tun, was man will. Und dann bekommen wir irgendwann diese niederschmetternde Einsicht, wenn wir merken, dass wir nicht für immer leben und wir nicht alle Zeit der Welt haben.

Irgendwo auf dem Pacific Coast Highway

Auf bestimmte Weise ist es auch gut diesen Punkt zu erreichen, weil es uns antreibt Sachen nicht länger aufzuschreiben und unser Leben voll auszuleben; noch härter für unsere Träume zu arbeiten und die Dinge zu tun, wie wir ganz ehrlich wollen und nichts als selbstverständlich anzusehen. Also auch wenn wir vielleicht auch nicht alles im Leben bekommen, das wir uns wünschen – so können wir zumindest ein paar der Dinge tun und so unsere Spuren in der Welt hinterlassen.

Ich hoffe, dass das auch für mich funktioniert. Ich habe schon 30 Jahres meines Leben hinter mehr und will nicht noch mehr davon verschwenden. Ich will Bücher lesen, neue Orte sehen, Kulturen kennenlernen und noch viele andere Dinge fotografieren. Wenn ich Glück habe, werde ich genug Zeit haben um zumindest die Hälfte dieser Dinge zu tun und danach zumindest nicht ganz verschwinden.

Alle Fotografien von Michelle Rae. Sie lebt, atmet und geistert in der Stadt der Engel herum.

geschrieben von blueskyandhardrock, übersetzt von sisu14

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Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English.