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Gute Vorsätze

Ah, da ist es, schon wieder ein neues Jahr. Die Feiertage sind vorbei. Zeit für eine weitere gute alte Tradition: Erinnern wir uns an das vergangene Jahr und lassen wir uns gute Vorsätze für das nächste einfallen!

Tja, da haben wir’s, es ist 2013. Schluss mit Feiertagen. Die meisten von uns spielen derzeit wohl noch mit ihren neuen Spielzeugen oder versuchen, per Diät/Workout die vielen guten Sachen, die wir an den Feiertagen so gerne getrunken und gegessen haben, wieder loszuwerden.

Also geh zur Seite, Geburtstag von Jesus, es ist Zeit für eine weitere alte Tradition: Erinnern wir uns an das vergangene Jahr und lassen wir uns gute Vorsätze für das nächste einfallen!

Hier in Los Angeles ist alles wieder zum Alltag zurückgekehrt. Weniger geschäftig und laut als während der Feiertage, aber immer noch ziemlich laut und geschäftig. Der Verkehr hat auch seinen Weg zurück vom Feiertagswahnsinn zu normaler LA-Verrücktheit gefunden. Die Sonne kam ein oder zwei Mal kurz aus (was uns sehr erleichtert hat, denn wir Angelenos kommen nicht so gut damit klar, wenn der Himmel nicht blau ist!), über die Feiertage war hier alles nur grau in grau. In meiner Wohnung ist der Weihnachtsbaum bereits abgebaut und die wenigen Reste von Leckereien sind gegessen und verdaut.

Mein Freund James und ich haben uns gute Vorsätze für das neue Jahr ausgedacht. Einer davon ist, mehr zu laufen als im letzten Jahr. Wir haben beschlossen, dass wir wohl nicht jünger werden, und wenn wir weiter so viel essen und so wenig trainieren wie bisher, dann werden wir wohl wie diese übergewichtigen Zukunfts-Menschen im Film Wall-E (der mit Abstand süßeste Roboterfilm übrigens!) aussehen. Und wie könnte man diesen Vorsatz besser in die Tat umsetzen, als direkt Dienstag morgen früh aufzustehen und über den Sixth Street Viaduct, meine Lieblingsbrücke in LA, zu laufen.

Wenn du schon einmal in LA warst, könntest du bereits wissen, dass wir hier nicht diese beeindruckenden Brücken wie die Brooklyn Brigde in New York oder die Golden Gate Bridge in San Francisco haben. Unsere Brücken sind bescheidener und mehr old school. Und der Sixth Street Viaduct macht da keine Ausnahme, MAL ABGESEHEN von der Aussicht, oder besser gesagt den Aussichten! Man bekommt von der Brücke aus nicht nur einen tollen Überblick über die Bahnlinien und den LA River, nein, wenn man von Osten kommend darüber fährt oder läuft, besonders bei Dämmerung, wenn der Himmel düster blau ist hinter den Lichtern der Stadt, dann wird man mit einem beeindruckenden Ausblick auf die Skyline von Downtown LA belohnt. Das wissen nicht viele Leute, aber ich finde, dass jeder diese Erfahrung mindestens einmal machen sollte.

Naja, aber wir sprachen ja von guten Vorsätzen. In dem Moment, wo ich den Vorsatz fasste, mehr selbst gekochtes Essen zu essen, musste ich ihn sofort wieder brechen, weil ich plötzlich so einen Heißhunger auf Ramen-Nudeln bekam. Also gaben wir unserer Küche für den Abend frei und fuhren nach Downtown in mein liebstes Ramen-Lokal, das Shin-Sen-Gumi, direkt um die Ecke von Little Tokyo’s Ramen Row, um uns an riesigen Schüsseln leckerer Ramen-Nudeln zu erfreuen.

Am nächsten Tag wollte James auch eine Chance, diesen Vorsatz zu brechen. Ich hatte geplant, in den Echo Park am West Sunset (einer meiner liebsten Straßen) zu fahren, um dort nach gebrauchten Büchern und Schallplatten zu schauen und vielleicht ein paar Fotos zu machen, aber er beschloss, dass er jetzt eine deutsche Wurst essen wollte. Und ich hatte ebenfalls ausreichend Hunger, also landeten wir bei Berlin Currywurst, auch am West Sunset.

Das mit dem Zuhause-essen haben wir gut hin gekriegt, oder? Aber es war ja erst der dritte Tag, wir hatten also noch jede Menge Chancen, diesen Vorsatz zu erfüllen.

Wo wir gerade von gutem Essen sprechen: Das Leben in LA ist nicht komplett, wenn man nicht zumindest eine kurze Zeit lang mal eine Taco-Diät gelebt hat. Das liegt weniger an der Notwendigkeit, als mehr an der Unausweichlichkeit, denn anscheinend hat jede größere Straße ein Taco Restaurant, einen Stand, einen Verkaufswagen oder sogar alle drei. Nicht gelogen! Und von den Verkaufswagen ist Tacos La Estrella wohl einer der besten. Die Preise sind super günstig, die Mahlzeiten wundervoll, und für ihr Al Pastor Taco würde ich sterben! Ihr findet ihn auf dem York (noch so eine Lieblingsstraße von mir, von der es in jedem Fall hier noch mehr zu lesen geben wird), falls ihr mal Lust auf Tacos habt.

Auch auf dem York (ich hab’s euch gesagt, da kommt noch mehr von!), gibt es Galco’s Soda Pop Stop für die Soda- und Bierjunkies, wie ich es einer bin. Es ist ziemlich nah an unserer Wohnung, daher mache ich da öfter mal einen Boxenstop. Aber wie könnte man da auch fernbleiben, wenn es dort Cream Sodas, Chocolate Sodas, Colas, importiertes Bier, Ales, Rootbier und prickelnde Fruchsäfte aus Orten wie Moonachie, New Jersey and Hexham, Northumberland gibt…
Ganz ehrlich, das ist der Himmel für Fans von Soda und Bier! Sie unterstützen dort auch kleine und unabhängige Abfüller und Brauer, die Multimilliardärs-Firmen wie Coca-Cola und Pepsi entgegentreten. Das Beste: Die Gänge dort sind super für Doppelbelichtungen mit der Lomo LC-A! Die verschieden verpackten Flaschen in den Regalen werden hervorragend zu einfach allem passen! Versuch das in jedem Fall, wenn du mal da bist!

Aber genug vom Essen und Trinken, zurück zum eigentlichen Thema.

Hast du für dieses Jahr irgendwelche guten Vorsätze? Ich muss zugeben, dass wir viele der Vorsätze, die wir gefasst haben und auch in Zukunft noch fassen werden, wohl nicht halten werden. Das Brechen von guten Vorsätzen ist für mich ebenso Tradition, wie sie zu fassen.

Aber ganz egal, wie oft wir sie brechen, wir machen zum nächsten Neujahr ja doch wieder neue. Jedes Jahr, wenn die Weihnachtstage vorbei sind, fassen wir neue Vorsätze oder recyceln sogar die alten, die wir nicht gehalten haben. Warum bloß? Ich denke gerne, dass es daran liegt, dass wir als Menschen nie völlig hoffnungslos sind, weil wir immer nach Veränderung streben. Ich glaube, dass dieser Grund hinter den Vorsätzen so wichtig ist wie die Vorsätze selbst, selbst wenn wir uns nur ein kleines bisschen verändern. Denn das bedeutet, dass wir immer bessere Versionen von uns selbst werden wollen, und nichts ist schlimmer und langweiliger als Perfektion, völlige Stagnation. Bist du nicht auch der Meinung?

geschrieben von blueskyandhardrock, übersetzt von marcel2cv

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Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English.