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Frag Deinen Guru: Ohlordy fragt Wil6ka

Wir beginnen 2013 mit einem Knall! Ihr fragt euch, wie wir das anstellen wollen? Ganz einfach! Wir stellen großartige Lomographen vor und präsentieren euch tolle Lomography Tips und Tricks!

Eine weitere Ausgabe von Frag Deinen Guru diesen Januar! Wen wir diesmal haben? Nun, es ist ein weiterer neugieriger Newcomer, den wir in der Community als ohlordy kennen und sein Guru und Liebling von vielen, wil6ka!

Foto von satomi

Wir sagen Hallo zu unserem LomoGuru wil6ka oder Willie Schumann aus der Norddeutschen Stadt Hamburg. Willie kam durch einen Freund (und Lomographen) zu Lomography, den er während der EXPO 2000 in Hannover getroffen hat. Während dieser Zeit war er mit der SLR schon gelangweilt und entdeckte so einen kreativen und spielerischen Weg zu fotografieren.

Willie ist Journalist und hat 2004 schon mehrere TV-Reportagen über Lomography gemacht hat und auch beim Lomography World Congress in Peking dabe. Seit diesem ersten Treffen hat er mehrere Lomographen getroffen und sie wurden zu guten Freunden. Er war auch schon, wie er es nennt, zwei “Lomographischen Hochzeiten”.

Zur Zeit ist er Filmemacht und arbeitet für TV und Werbung und ist “in alle möglichen Jobs involviert, die sich auf diesem Gebiet ergeben”. Er hat mit Sicherheit eine kreative Herangehensweise beim produzieren, Regie führen, filmen und bearbeiten. Und er ist immer auf dem Sprung – was für seine Lomography Erfahrung großartig ist.

Foto von ohlordy

Und wir sagen Hallo zu unserem Newcomer von Mt. Maunganui in Neuseeland. Sagt Hallo zu ohlordy auch genannt Mat Barton außerhalb unserer Community!

Mat fing mit einer Holga an, die er vom Weihnachtsmann bekommen hat. So fing er an sich für analoge Fotografie zu interessieren, was ihn über das Internet zu Lomography gefüht hat. Nach zwei Monaten in der Community gibt er zu, dass es ihn voll erwischt hat!

Mat managed einen Outdoor- und Reiseladen in Neuseeland, der seine anderen Bedürfnisse befriedigt: Reisen und Abenteuer. Er liebt “Musik, Fahrräder, Berge, reisen, Zigarren, mexikanisches Essen und den Stand, und in der Sonne Pimms zu trinken… aber im Moment liebe ich Kameras am meisten”.

Foto von ohlordy

Nun, ist es nicht toll zu wissen, das beide begeisterte Reisende sind! Schauen wir uns doch mal ihre Fragen und Antworte an!

Mat Barton (MB): Woah, Willie! Du hast schon ein paar tolle Lomographien gemacht, also wo soll ich anfagen…. An deiner beeindruckenden Fotosammlung aknn ich sehen, dass du Panoramafotos von der Horizon wirklich magst. Ist sie deine Lieblingskamera? Welche Kameras hast du so unter Tags immer dabei?

Willie Schumann (WS): Ja Panorama Fotografie ist etwas ganz Tolles für mich. Ich habe mit der schweren Metallversion der Horizon angefangen und der Rahmen und die Möglichkeit eine Geschichte zu erzählen haben es mir angetan. Ich mache das jetzt seit 10 Jahren und habe immer versucht alle möglichen Grenzen auszuloten: neue Winkel und Perspektiven zu finden, gegen das Sonnenlict zu fotografieren, neue Emulsionen und deren Effekte ausprobiert und mit der Langzeitbelichtung gespielt. Ich finde die Verzerrungen und die effekte der rotierenden Linse ziemlich cool, besonders wenn man etwas länger belichtet. Neben den verschiedenen Horizon Kameras fotografiere ich auch mit der Noblex 135 U und der Widelux. Jede von ihnen hat andere Qualitäten und einen besonderen Charme. Ich habe auch schon Panoramakameras mit Mittelformatlinsen ausprobiert aber das begeistert mich nicht wirklich.

Wenn ich auf Reisen bin nehme ich immer 5 oder 6 Kameras mit, darunter immer zwei verschiedene Panoramakameras. Wenn ich erstmal dort bin reduziere ich das zu 3 oder 4 Kameras für die Tagesausflüge. Eine Panoramakamera, eine Mittelformat und ein oder zwei LC. Die LC-A+ ist noch immer eine der besten Reisekameras und ich glaube, dass die LC-Wide ein unglaubliches Kunstwerk ist. Cat und sein Team in Hongkong haben da wirklich ganze Arbeit geleistet. Mittlerweile achte ich mehr auf Qualität als Quantität. Aber einige Kameras haben eher eine symbolische Bedeutung für mich, weil sie Geschenke von Freunden sind oder weil ich ein paar tolle Abenteuer mit ihnen erlebt habe.

MB: Welche Kamera war der Grund, dass du dich am Anfang in die Lomographie verliebt hast?

WS: Ich glabue nicht, dass man Lomographie von so einer technischen Seite betrachten oder verstanden werden kann. Ich glaube ich habe mich in die Community verliebt und die Emotionen, die Lomographie erweckt. Es ist eher der Lebensstil, der dich zum Lomographen macht, als eine bestimmte Kamera. In den ersten fünf Jahren war ich sehr auf Panorama-Fotografie fokussiert. Nach der ersten Metallversion der Horizon habe ich mir eine komfortablere Horizon 202 zuegelegt, die mehr bei Regen und Schnee zuverlässig zur Verfügung stand, bis wir uns auf einer Zugfahrt in Sibieren für immer Leb Wohl sagen mussten. Es war die LC-A+ die letztendlich meine Begeisterung für alles Lomographische entfacht hat.

MB: Da ich im Lomography Geschäft noch ziemlich neu bin, habe ich ziemlich viel über die verschiedenen Filme gelernt und damit experimentert. Hast du irgendwelche Empfehlungen für mich?

WS: Analoge Fotografie ist, wenn es um Film geht, ein ganzes Universum an Wahlmöglichkeiten. Auch nachdem ich so viele verschiedene Filme ausprobiert habe, fühle ich mich noch immer wie ein Anfänger. Das kommt daher, dass es auch immer darauf ankommt, wie du den Film entwickelst und wie du mit der Belichtung spielst. Außerdem gibt es auch ein paar organische Variablen: wenn der Film abgelaufen ist, kommt es darauf an, wie lange schon und wie man ihn gelagert hat. Es gibt also immer dieses Zufallselement, wenn man ein Foto mit Film aufnimmt. Aber das ist einer der Gründe, warum ch immer mit Film fotografiere und nie digital. Ich muss meine ganze Zeit aufbringen um zu lernen.

Ich glaube, dass meine Empfehlungen kein großes Geheimnis sein werden. Ich glaube, dass es klug ist sich mit allen Sorten DIafilm eindecken sollte, wenn du welchen in die Finger kriegst. Da hat man immer die Möglichkeit für E6 und C41 – beides tolle Optionen. Einer der besten Diafilme den ich je hatte war der Voigtländer V Chrome. Und ich mag den X-Pro Effekt des alten Agfa CT Precisa.

Für S&W gibt es verschiedene Versionen auf dem Markt. Im Moment probiere ich gerade viele ISO 25 s/w Film. Der Maco Eagle AQS ist sehr interessant, weil er aussieht als hätte er ein paar Infrarot-Elemente in der Emulsion. Und ich mag den Lucky SHD auch sehr! Außerdem ist er leistbar.

Für Fabnegative ist der Lomography Sunset Strip glaube ich sehr interessant weil er sehr “x-proisch” aussieht. Sonst würde ich CN mit einem hohen ISO empfehlen, weil die Filmsensibilität der große Vorteil von Druckfilmen ist.

Bild von Willie mit dem Agfa CT Precisa Film.

MB: DIY oder stirm, Ich liebe diese Seite von Lomography. Auf welche DIY Projekte bist du besonders stolz?

WS: Ich war immer begeistert von der Verbindung von stiller und bewegter Fotografie und der Evolution des bewegten Bildes. Dann habe ich von dieser Kamera in den 20ern erfahren. die beides konnte. die französische “Sept" wegen einem Filmprojekt, bei dem ich mittels Fotografie bewegte Bilder erzeugen wollte. Das war 5 oder 6 Jahre bevor die Lomokino herausgekommen ist. Ich habe ein bisschen nachgeforscht und habe schließlich die Yashica Samurai Z gefunden. Es ist eine Halbbild Kamera, die den Film vertikal herunterspult. Ich habe Pantomimenbilder gemacht und alle meine Diafilme aneinander geklebt. Dann habe ich die Filme auf einer Spule in einem Kino projeziert und noch einmal aufgenommen. Wahrscheinlich wird einer meiner nächsten Artikel davon handeln – also ein bisschen Geduld noch :)

MB: Trotz meiner kurzen Zeit als Lomograph benötigen Filme schon ziemlich viel Platz in meinem Kühlschrank. Wie lagerst du Filme?

WS: Oh, das Thema ist immer aktuell. In den letzten Jahren haben sich wirklich tausende neue und abgelaufene Filme angesammelt. Ich katalogisiere sie, weil wenn das Negativ bleibt, vergisst man, wie die Boxen aussehen. Ich sehe sie als Werke der modernen Kunst und wir alle wissen, dass die meisten von ihnen bald für immer verschwunden sein werden. Ich will die Erinnerung erhalten.

In den letzten 10 Jahren habe ich nie wirklich daran gedacht Filmmaterial einzufrieren, vielleicht auch aus dem Grund dass ich den Platz für mein Joghurt oder Eiern nicht mit Film teilen wollte. Aber vor ein paar Monaten bin ich fast ausgeflippt aus Angst, dass Diafilm vielleicht für immer verschwinden würde. Es ist wahrscheinlich wie mit Leuten die plötzlich Angst vorm fliegen haben. Es passiert einfach. Und jetzt ist ein Drittel meines Tiefkühlers voll mit Diafilm und ausgesuchten seltenen STücken. Ich glaube ich muss bald einen größeren Kühlschrank anschaffen.

MB: Deine Fotos und Artikel kommen aus der ganzen Welt. Was tust du im Leben. Wie passt Lomo in dein alltägliches Leben?

WS: Eigentlich wurde Lomo für meinen Lebensstil geradezu gemacht. Mein Fotografiestil ist schnell, ich habe immer eine Kamera dabei und ich will ehrliche Momente einfangen. Ich gehe nicht mit der Idee nach draußen zu fotografieren. Ich versuche ein interessantes Leben zu führen und lomographische Bilder passieren einfach. Es ist einfach Teil davon. Aber weil ich ein Freelancer bin muss ich meine Woche nicht in Wochentage und Wochenende einteilen; entweder arbeite ich oder habe frei.

MB: Ich sehe du warst auf der DMZ in Korea, welche anderen politsichen Hotspots willst du fotografieren?

WS: Ich glaube es ist ein guter Mix, Spielzeugkameras und politische Subjekte zu mixen. Das ist das einzigartige an Lomography – Dinge zu kombinieren, die auf den ersten Blick nicht zueinander passen. Ich will eigentlich viele Plätze sehen, aber ich glaube eine persönliche Beziehung ist nützlich.

Eigentlich möchte ich so viele Orte sehen, aber ich denke für mich ist eine persönliche Beziehung oder Verbindung wichtig. Ein Freund von mir hat in Afghanistan gearbeitet und dort möchte ich wirklich gerne hin. Vor zwei Jahren wäre ich fast hingefahren, aber dann wurde es doch zu gefährlich. Ich werde geduldig sein, vielleicht nimmt er mich einmal mit. Ich glaube Iran ist auch ein sehr schönes Land und ich möchte gerne einmal da hin. Vielleicht reise ich mit einem Freund nach Libyen und ich habe einen libanesischen Kameramann, der auch darüber nachdenkt. Beirut muss einfach großartig sein. Wie du siehst ist meine Liste lang. Ich glaube ganz ehrlich an Schicksal und das richtige Timing. Wenn es die richtige Zeit ist, werde ich ganz sicher an dem Platz sein, wo ich hin will. Ich bin ziemlich furchtlos und ich glaube, dass ich mich aus Problemen ganz gut raushalten kann und zumindest im Nachhinein gut rausreden kann.

MB: Ich weiß du liebst analoge Fotografie. Bleibst du dieser analogen Einstellung auch im restlichen Leben treu? (Musik hören auf Vinyl, Fahrräder aus Eisen…)

WS: Es ist schon war, analog ist viel mehr als nur Fotografie. Ich glaube, dass in einer Welt, die sich so schnell verändert und so voller Wahnsinn, es manchmal diese analogen Momente sind, die dich vernünftig und zu einem besseren Menschen machen. Vor kurzem war ich für eine Hochzeit in Hong Kong und habe dort einen Künstler getroffen, der Lederworkshops leitet. Ein paar Tage später bin ich dort hingegangen und habe eine Geldbörse gemacht – Ich war wirklich stolz und wahrscheinlich war es einer der besten Momente im letzten Jahr. Ich schreibe gerne Postkarten, wenn ich auf Reisen bin. Die Leute beschweren sich, dass meine Handschrift schwer zu lesen ist, ich finde einfach sie müssten sich ein bisschen mehr anstrengen. Ich lebe in einem Loft mit anderen Künstlern. Ich fahre Fahrrad. Und ich versuche so oft wie möglich selbst zu kochen.

Ich versuche auch einen analogen EIndruck in meine Arbeit zu integrieren – das kann schon ziemlich philosophisch werden. Besonders bei Film denke ich, dass es bei den Menschen den Wunsch nach dem analogen Aussehen gibt. Wenn ich filme benützte ich hauptsächlich die Canon 5D Mark II wegen der Optik, dem Chip und der Vollbildaufnahme. Sie ist dem analogen in der digitalen Welt am nächsten. Aber ich weiß mittlerweile, dass sich die Technologien schnell verändern und in ein paar Jahren werden wir über neue Kameras reden, die einen noch besseren analogen Look kreieren werden.

MB: Was ist dein lomographischer Traum?

WS: Ich glaube im Moment bin ich schon glücklich, wenn wir alle einfach zusammenbleiben und die Filmfotografie am Leben erhalten. Die Lomographische Gesellschaft weiter aufblühen zu sehen, wäre doch schon ein toller Erfolg.

MB: Was ist der beste lomographische Rat, den du mir, einem Neuling, geben kannst?

WS: Meiner Meinung nach sind gute Lomographen generell gute Fotografen. Sei furchtlos und versuche der bestmögliche Fotograf zu sein, aber vergiss nicht auf wichtige Elemente wie Experimente, Neugierde und Verspieltheit. Sei nett zu Menschen und interessiere dich für ihre Geschichten. Genieße das Leben, versuche alles positiv zu sehen und du wirst niemals scheitern. Natürlich musst du geduldig und genügsam sein mit Zeit, Energie und Geld. Aber am Ende wird es sich auszahlen. Du bist ein Individuum aber du bist auch Teil eines größeren Ganzen. Nur mit dir ist die Zukunft wirklich analog.

Foto von wil6ka

Hey war das nicht guter Lesestoff! Danke Mat und Willie! Ein fröhliches, lomographisches 2013 an alle!

geschrieben von mayeemayee, übersetzt von sisu14

3 Kommentare

  1. wil6ka

    wil6ka

    :)

    vor fast 2 Jahre · Spam melden
  2. vivie

    vivie

    @wil6ka: Du hast echt nur einen Kühlschrank? ;)

    vor fast 2 Jahre · Spam melden
  3. wil6ka

    wil6ka

    @vivie zum Wohle der Umwelt :)

    vor fast 2 Jahre · Spam melden

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