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Frag deinen Guru: Mamaontovas fragt Disdis

Wir waren vielleicht eine Weile weg, aber das heißt nicht, das wir unsere analoge Fragen vergessen haben!

Ja, in dieser Woche gibt es wieder eine Ausgabe von Frag deinen Guru bei dem ein Lomography Newcomer einem LomoGuru ein paar Fragen zur Lomographie stellt! Wer ist heute dabei? Unser Lomography Newcomer mamontovas, der dem LomoGuru disdis aus Spanien Fragen stellt!

Foto von disdis

“Acht lange ertragreiche Jahre” nennt er seine Jahre in der Lomography Community. Seine erste Kamera war ein Lomography Supersampler, die ihm seine geliebte Frau geschenkt hatte. Ich bin mir sicher, du kennst disdis oder Diego Ruiz de Gauna aus Spanien schon!

Diego arbeitet als Marketing Manager in einer Spielkartenfirma in Vitoria. Er ist außerdem Vater, der denkt “alt Werden” und “sich um Familie und Freunde Kümmern” sind die wichtigsten Dinge im Leben. Zudem genießt er es, sich Schallplatten anzuhören und ein gutes Buch zu lesen.

Foto von mamontovas

Und jetzt zu unserem “Newcomer” aus Litauen: wir sprechen von mamontovas oder Andrius Mamontovas außerhalb der Weiten des Internets. Er ist nicht wirklich ein Newcomer, weil er schon 40 Jahre lang Analogfotografie betreibt! Aber keine Sorge, in unserer Community ist er erst seit kurzem.

Andrius können wir auf alle Fälle ein “Allround-Talent” nennen. Er schreibt Songs, ist Sänger, Musiker, Produzent und mancmal auch noch Schauspieler. Er hat schon etwa 30 Alben aufgenommen und produziert. Weltweit stand er als Musiker oder Schauspieler auf der Bühne, von Chile bis Nordkorea. Also ist er in seiner Arbeit keinenfalls ein Newcomer!

Foto von mamontovas

Scheint, als wäre das ein seltsames Paar in dieser Ausgabe, aber hey, ich bin mir sicher, das Interview wird gut! Also los gehts, ihr zwei!

Andrius Mamontovas (AM): Wenn du dich für einen Filmtyp entscheiden müsstest, was würdest du wählen? Schwarz-Weiß- oder Farbfilm? Und warum?

Diego Ruiz de Gauna (DRG): Nur einen? Okay, wenn ich mich für einen entscheiden müsste, würde ich den alten [Agfa] CT Precisa gecrosst nehmen. Der ist günstig, hat einen tollen Kontrast und die Farben gefallen mir. Der neue ist auch gut, aber jetzt nehme ich lieber den Kodak EBY wegen der hohen Farbsättigung – im Sommer. Im Winter mag ich Schwarz-Weiß-Filme lieber, aber da kann ich nicht einem speziellen Film treu bleiben, weil ich in einem Teil Spaniens lebe, der immer bewölkt ist.

AM: Ich sehe deine Lomographien als Fotoblog deines Lebens. Lädst du jeden Schnappschuss hoch, den du machst oder wählst du nur die besten aus?

DRG: Das stimmt. Wenn ich mir meine Alben durchsehe, denke ich immer, es ist wie ein Fotoblog und das kommt eigentlich daher, dass ich nie ein Bild von mir verwerfe. Das wäre so, als würdest du ein Kind ablehnen. Alle Bilder, die ich mache, sind Teil meines Lebens. Manche sind Fehler, manche sind sogar abstoßend, weil sie alle Teil eines Arbeitsprozesses sind. Wenn jemand mein erstes und letztes Album ansieht, dann sieht er, wie sich die Bilder verändern (Kamera, Filme, Techniken), aber das, was die Bilder ausmacht, bleibt immer gleich. Andererseits, stell dir mal vor, du verwirfst das erste oder letzte Bild einer Rolle; die ist dann nicht mehr vollständig. Die meisten Leute denken daran gar nicht, aber ich stell mir dabei ein Projekt vor und denke an das „Swan Song Project“.

Das ist ein wunderbares Projekt von einem der besten Lomo-Aktivisten (er ist nicht in der Community), der darauf besteht, dass diese ausgebrannten, überbelichteten Bilder „sie zu einzigartigen, unvollständigen Fragmenten machen, die in sich die feine Linie zwischen Existenz und Leere.“ Diese Fotografien, die man ursprünglich als wertlos und betrachtet hat und einfach vergaß, werden nun – jetzt wo beinahe zwei Jahrzehnte vergangen sind – sind sie zu wertvollen Schätze geworden, unvollständige Erinnerungsstücke, die wie die Fotografie selbst, darum kämpfen müssen, nicht für immer zu verschwinden. Das ist wahre visuelle Poesie! Wie könnte man nur ein Bild ablehnen?

AM: Deine Lieblingskamera und warum diese?

DRG: Die klassische Lomo LC-A. Frag nicht warum, sondern nimm sie einfach mit und footgrafiere! Das ist die Essenz der Fotografie. Andere Kamera können ebenso großartig sein, wie die LC-Wide, Lubitel 166+, Diana+, Sprocket Rocket… Aber die LC-A ist immer noch die vielseitigste.

AM: Scannst/Entiwickelst du deine Filme selber?

DRG: Ich scanne üblicherweise meine eigenen Negative, wenn ich die entwickelten Filmrollen aus dem Labor geholt habe. Ich habe mal meine eigenen Schwarz-Weiß-Filme entwickelt, aber ehrlich habe ich nicht genug Zeit, um in die Dunkelkammer zu gehen. Ich habe hier ein, zwei Labore, bei denen ich ziemlich gute Ergebnisse zu einem guten Preis bekomme und dahin zu gehen, ist immer eine gute Ausrede, um über das Wetter zu plaudern und Filme zu kaufen!

AM: Sorgst du absichtlich für Light Leaks oder passiert das nur durch Zufall?

DRG: Etwa 90% entstehen durch Zufall, aber manche habe ich auch absichtlich produziert. Das zum Beispiel habe ich mit Absicht gemacht, ich dachte, das es gut werden würde, aber es war sogar noch besser als erwartet:

Foto von disdis

Andere sind unvorhersehbar und nicht nachvollziehbar, beim SuperSampler beispielsweise bekommt man keine Light Leaks, außer man öffnet ihn.

Foto von disdis

AM: Wie bittest du einen Fremden darum, dass du ihn fotografieren darfst?

DRG: Respektiere sie, sei höflich und hab ein wenig humor. Versuche ganz natürlich sein, wie ein Kind. Normalweise fühlen sich die Leute wohl und stimmen zu, wenn du ihnen eine Plastik-Diana oder Holga zeigst. Sie haben nicht das Gefühl, dass du sie wirklich fotografierst, wie das mit einer Reflexkamera der Fall ist. Bei Fremden kannst du auch versuchen, nicht durch den Bildsucher zu blicken und aus Hüfthöhe fotografieren.

Ein schönes Porträt von mamontovas.

AM: Ist die Digital Harinezumi eine Lomo Kamera? Was denkst du?

DRG: Ich würde definitiv nein sagen. Obwohl das ein tolles Spielzeug ist, denke ich nicht, dass das eine Lomo Kamera ist, weil ich auch nicht denke, dass eine Lomo App für das Handy eine Lomo ist. Für mich bedeutet Lomography analog, nicht nur Lo-Fi Fotografie. Es geht um diese analoge Erfahrung und den Lebensstil. Du kannst Lomographie mit unheimlich teuren Kameras, wie analogen Hasselblads oder Leicas machen. Das heißt aber nicht, dass man niemals Instagram benutzen darf oder Super8 App Videos toll finden darf, aber ich würde hier auf dieser Seite niemals digitale Bilder hochladen.

Hinweis vom Redaktion: Eine Digital Harinezumi ist ein Produkt der japanischen Filmfirma Superheadz. Und ja, die ist mit Sicherheit nicht Lomo. :)

AM: 10,000 Lomographien in deinem Home… Was kommt als nächstes?

DRG: 20,000? Ich habe viele Projekte und Ideen im Sinn. Leider habe ich nicht so viel Zeit. Ich wäre traurig, wenn ich ein Projekt, das ich sehr gern machen würde, nicht verfolgen könnte. Dabei möchte ich eine Porträtsession mit meinem Vater machen. Ihm bleibt leider nicht mehr so viel Zeit und ich finde leider keine Zeit, noch ein paar letzte Aufnahmen von ihm zu machen, bei denen er lächelt.

AM: „Motzt“ du deine Lomography Kameras irgendwie auf?

DRG: Ich würde sie gerne verschönern, aber das kann meine Frau besser. Sie bastelt gerne und wir haben ein paar Mal darüber gesprochen. Aber ich versuche Masken zu benutzen und meine Kameras zu modifzieren. Ich habe so ein Problem bei meiner Lubitel 166+ beheben. Der Filmspulknopf ging kaputt, deshalb suchte ich Zuhause nach etwas, mit dem ich das reparieren konnte und ich fand einen Haken, mit dem ich das löste.

AM: Benutzt du einen Belichtungsmesser? Hast du Tipps?

DRG: Ich habe in der Vergangenheit Belichtungsmesser benutzt, aber ehrlich, manchmal verpasst du deshalb ein Bild und wenn du Leute fotografierst, kann sie das Warten verärgern. Ich mache viele Bilder auf der Straße und so würde ich viele Momente verpassen. Deshalb habe ich den Belichtungsmesser gar nicht dabei. Film hat seine Vorteile und dazu gehört, dass der Film bei Belichtung flexibler ist. Man muss sich nur an ein paar Grundregeln erinnern.

AM: Wer ist dein Fotografie /Lomographie Guru?

DRG: Das könnte man mit der zweiten Frage verbinden, weil ich da Robert Frank nehmen würde. Ich finde, er ist ein wahrer Lomograph. Er denkt nie daran, das perfekte Bild zu sehen, sondern echte Bilder mit ihren Fehlern. Seine Bilder sind so voller Menschlichkeit..

Es wäre schwer, jemanden aus der Community nur eine Person zu wählen. Es gibt so viele inspirierende Personen. Ich nenne euch ein paar und sage auch, warum ich sie gewählt habe: satomi wegen ihrer Masken, warning wegen ihrer Models, vicuna wegen seiner Lebensvision, blueskyandhardrock wegen der tollen Locations, mephisto19 für seine 67.137 Bilder, susielomovitz wegen ihrer Kreativität, jeabzz wegen seiner Straßenfotografien, stouf für seine tollen Experimente, hodachrome für seine tollen Tipps, dakadev_pui wegen der wunderbaren Farben, earlybird für die doppelt belichteten Porträts in Schwarz-Weiß und wil6ka wegen seiner Reisebilder und noch so viele mehr. Jeder Benutzer inspiriert mich dazu, weiter zu fotografieren!

War das nicht ein tolles Interview? Danke an Andrius und Diego! Danke auch fürs Lesen! Bleib auf dem Laufen, bald kommt die nächste Ausgabe von ‘Frag deinen Guru’!

Bist du auch ein neugieriger Newcomer? Oder vielleicht ein LomGuru, der gerne seine Tipps und Tricks mit den Anfängern teilen möchte? Dann mach doch auch bei einem Interview mit! Hinterlass mir eine Nachricht unter mayee.gonzales@lomography.com.

geschrieben von mayeemayee, übersetzt von wolkers

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Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English.