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Künstlerische Leporellos: Interview mit Jesper Visser

Jesper Visser, der als freischaffender Künstler und künstlerischer Leiter arbeitet, ist ein Meister des Filzstiftes! Er malt Comics, die andere Leute inspirieren. Das Medium, das er liebt, ist perfekt dafür, seine Gefühle in voller Breite auszudrücken. In diesem Artikel erzählt er uns von den Reisen seines Lebens zu seiner Schöpfung "Little Man", dessen Reisen du bestimmt verfolgen möchtest, indem du die gezeichneten Linien, die ihn bilden, mit dem Finger verfolgst!

Jesper Visser. Photo via Jesper Visser

Von deiner Homepage wissen wir, dass “Little Man” als einfache Zeichnung für Storyboards angefangen hat. Erzähl uns darüber, wie er sich entwickelt hat und auf was für erinnerungswürdige Reisen du ihn seit 2004 mitgenommen hast!

Wie gesagt, zuerst war “Little Man” nur ein Charakter auf dem Storyboard. Diese einfach gezeichnete Figur gab mir die Möglichkeit, schnelle Geschichten mit ihr zu zeichnen, hauptsächlich Erlebnisse meines eigenen Lebens bei Veranstaltungen, im Nightlife oder auch nur meine Gedanken. Ich zeichne sie als Comic, auf Leinwand, die ich als Muster benutze. Der kleine Mann hat mich von Amsterdam nach Wien in Österreich gebracht. Auf dem Bauernhof, auf dem ich jetzt lebe, habe ich begonnen, mit ihm zu experimentieren. Ich habe ihn aus Holz und später Eisen ausgeschnitten und irgendwo auf freiem Feld aufgestellt. Ich machte Collagen mit ihm und letztendlich tat ich den Schritt, ihn Emotionen so direkt wie möglich ausdrücken zu lassen.

Wir lieben Strichmännchen, können aber nicht so richtig erklären, warum… Was liebst du an ihnen, und gibt es deiner Meinung nach “richtig und falsch”, wenn man sie zeichnet?

Sehr häufig wenn ich Szenen aus Cafés zeichne, werden Leute von den Zeichnungen inspiriert, die um sie herum in der “wirklichen” Zeichnung sind. Ich glaube, dass Strichzeichnungen ein sehr kurzes emotionales Statement sind. Es geht nicht um Stil oder Zeichentechnik. Es ist einfach eine sehr klare Form, seine Gefühle auszudrücken.

Was hat dich zu den “künstlerischen Leporellos” inspiriert?

Die Welt der Comics, Freunde, eigene Lebenserfahrungen.

Womit zeichnest du am liebsten?

Ich zeichne gerne mit Rotring Stiften Und indischer Tinte.

Wie machst du, was du machst? Für die von uns, die darüber nachdenken, freischaffender Künstler zu werden?

Kreativität alleine reicht nicht. Um davon leben zu können, muss man einen Überblick haben, wo man veröffentlicht und woher man seine Ideen nimmt. Erschaffe eine Plattform!

Du hast außerhalb von Österreich gewohnt… Wo hast du gelebt und ist der “Ort” wichtig, wenn man deine Karriere als freischaffender Künstler betrachtet?

Ich habe in Amsterdam, Utrecht, San Fransisco, Wien und jetzt auf dem Land in Österreich gelebt. Ich glaube, dass der richtige Ort der ist, wo man frei arbeiten kann. Große Städte sind nett und können einen inspirieren, aber man kann dort auch verloren gehen. Für mich ist es wichtig, viel Platz zu haben, auch, um meine größeren Installationen bauen zu können.

Wie lange hast du gebraucht, um die Zusätze für deine Foto-Akkordeons zusammenzustellen (Designs, Fotoauswahl)?

Ich glaube zwei Wochen. Erst habe ich Teile davon gemacht, und dann später noch einmal daran gearbeitet.

Wenn du dich für eine Seite entscheiden müsstest, entweder Perfektionist oder Imperfektionist, welche Seite wäre das, und hilft dir das bei der Arbeit oder behindert es dich?

Ich glaube, dass ich Perfektionist bin. Ich kann mich in eine schön gezeichnete Linie verlieben. Wenn ich spontaner und augenblicklicher zeichnen kann, werden die Dinge perfekt, und das bringt mich auf einen höheren Level. Andererseits lehne ich auch schon mal Ideen und Konzepte sehr schnell ab, da arbeitet der Perfektionismus gegen mich.

An welchen neuen Projekten arbeitest du gerade?

Derzeit baue ich große Tiere aus gefundenem Holz. Aus dieser Idee habe ich auch ein Spielzeug-System erdacht, das sich derzeit in der Prototypen-Phase befindet.

Welche Künstler haben dich am meisten inspiriert? Für mich sieht es aus, als ob Keith Haring in einigen deiner Werke eine Rolle spielt!

Keith Haring war ein großartiger Künstler, und der “Little Man” geht in die gleiche Richtung. Der Künstler Robert Crumb war auch eine große Inspiration für mich. Tingueli, Chris Ware, Gilbert Shelton, Jeff Coons, Art Spiegelmann, Da Vinci, Nicky de Saint Phalle. Pop art.

Um Jespers Arbeiten näher kennen zu lernen, wirf einen Blick auf seine Webseite. Seine Leporellos wurden übrigens auf unseren Photo Accordions erschaffen!

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Interview mit dem Leporello-Künstler Jürgen Fetz

geschrieben von soundfoodaround, übersetzt von marcel2cv

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