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Electronic Beats in Budapest // Analoges Festival

Wenn man nach Ungarn fährt, trifft man die verrücktesten Menschen, endet in monströsen Kissenschlachten und kann natürlich wunderbare analoge Fotos schießen. Wie mein 24h-Trip nach Budapest war:

Electronic Beats richtete in Budapest ein weiteres Megaevent aus und lud ein paar Presseleute und Blogger dazu ein. Ich hatte natürlich einen Packen Filme und etliche Kameras auf Tasche dabei. Nur mit Handgepäck reisten wir von Berlin nach Budapest und hatten eine wilde Nacht.

Den Auftakt spielte Mostly Robot bereits, als wir die Konzerthalle im Millenaris Teatrum betraten. Diese hyperreale Boygroup wurde von Native Instruments aus der Wiege gehoben. Anders als bei den üblichen Castingkatastrophen setzt sich Mostly Robot aus genialen Einzelkünstlern zusammen, die ihr Handwerk auf’s Feinste beherrschen. Auch an diesem Abend boten Jamie Lidell, DJ Shiftee, Jeremy Ellis, Tim Exile und Mr. Jimmy in einer gelungenen musikalischen Symbiose eine perfekte Show. In Soloparts zeigte jeder, was er in seinem Genre so auf dem Kasten hat.
Der anschließende Auftritt von den Junior Boys konnte mich mit seinem soften Elektropop nicht so sehr mitreißen. Die beiden Kanadier hatten den Dreh vielleicht nicht ganz raus, oder der Draht zum Publikum ging ihnen irgendwie verloren. Als Nicolas Jaar mit seiner kleinen Band die Bühne betrat, strahlte ein blauer Mond und der Sternenhimmel durch den ganzen Saal. Nicolas Jaar experimentierte mit den Hörgewohnheiten des Publikums und trieb die langsamen Passagen mit wummernden Bässen an die Grenzen. Es wurde ein bisschen schnulzig. Die Musik lud aber auf jeden Fall zum Träumen ein und so einige Zuschauer drifteten mit geschlossenen Augen in ihre eigene Traumwelt ab.

Nach diesem kleinen Nickerchen konnte der Mainact Modeselektor unsere ganzen Energie und Aufmerksamkeit verlangen. Die beiden Multiperformer sind vor allem der Berliner Technoszene als Teile von Moderat ein Begriff. Mit ihrer fettigen Mischung aus Techno, Elektro und HipHop heizten sie dem Saal ordentlich ein. Als die Zuschauermenge bereits auf der richtigen Temperatur köchelte, brachte die große Kissenschlacht schließlich alle dazu ihre Fassung zu verlieren. Kissenfüllungen rauschten uns um die Köpfe und alles wurde befusselt. In so einer Situation den Film einer LC-A+ zu wechseln ist eine Meisterleistung – gerade als ich die Rückseite wieder verschloss, wurden wir mit einer Dusche aus Sekt begossen. Die Ungarn rasteten komplett aus und es gab einfach kein Halten mehr. Nach weiteren Stücken von Modeselektor leerte sich der Saal und man konnte die Überbleibsel der Kissenschlacht überall verteilt sehen. Ich bedanke mich für diese tolle Reise und freue mich darüber, dass ich Modeselektor live in Aktion erleben durfte.

Geschrieben von spiegeleule

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