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Ein Haustier? Ein Schneckenhaustier! Schnecken sind ja angeblich glitschig, schleimig, eklig, grausig, hässlich und sowieso praktisch nicht auszuhalten, obwohl sie mancher ja zum Fressen gern haben soll. Zumindest ersteres kann ich nach meinen neuesten Erkenntnissen nicht bestätigen und möchte euch dazu Folgendes erzählen. Vor kurzem dürfte ich in meinem Heimatort die wohl ungewöhnlichste "Haustier" Ansammlung gehabt haben. Für ein Uniprojekt habe ich nämlich 40 Schnecken gesammelt, um sie ins rechte Licht zu setzen und mit meiner Lochkamera zu fotografieren.

Die Idee war simpel. Die Belichtung sollte so lange dauern, so dass die Schnecken im fertigen Bild kaum mehr zu sehen sind. Das Schneckentempo sollte so eine neue Bedeutung bekommen. Der Begriff Schneckentempo sollte seiner ursprünglichen Bedeutung, die praktisch immer negativ besetzt ist, enthoben werden.

Im Nachhinein finde ich, dass man eigentlich noch viel zu viel erkennt. Das Problem war nur, dass sich die Schnecken natürlich unterschiedlich schnell bewegen. Auf einem Bild, das nur aus Streifen besteht, konnte also auch im Prinzip nichts werden. Ich finde das Resultat aber trotzdem interessant.

Am meisten Spaß hatte ich aber mit den Schnecken selbst. Ich hatte sie zwischenzeitlich in einem schönen, grünen Behältnis untergebracht und immer mit frischem Salat und Löwenzahn versorgt. Schnecken sind eigentlich sehr pflegeleicht, da mein Behältnis aber nicht so groß war, bekamen sie jeden Tag “Ausgang”.

Jeder Punkt = eine Schnecke! Hier bei ihrem “Ausgang”.

Für eine Stunde konnten sich die Tiere wieder frei bewegen, schließlich wollte ich ja, dass jede einzelne Schnecke das Projekt unbeschadet übersteht.

Im Umgang mit Schnecken lernt man sehr feinfühlig mit den kleinen Lebewesen umzugehen. Was ich z.B. nicht wusste: Wenn eine Schnecke Schaum absondert und zu quietschen anfängt hat sie Höllenangst und versucht so den Angreifer abzuschrecken. Ab dem Zeitpunkt dieser Erkenntnis benutzte ich immer einen nassen Löffel um meine Models aus dem Gehege zu nehmen. Ich muss aber auch sagen ich habe mich auch ordentlich in die Kunst der Schneckenhaltung eingelesen, um die Tiere nicht unnötig zu quälen.

Hier seht ihr mein Setting. Unter diesem Tisch habe ich die 40 Schnecken mit meiner Zero “4×5” Kamera von oben 12 Minuten abgelichtet
Die ganz Schnellen waren oft so flott unterwegs, dass sie kaum mehr zu finden waren, man glaubt’s nicht!

Nach meinem Projekt habe ich die Schnecken an einem Regentag unter einem Baum freigelassen. Die Schnecken haben sich schnell aus dem Staub gemacht und ein ordentliches Festmahl an einer Brenesselstaude eingenommen. Das haben sie sich auch wirklich verdient.

Ich vermisse euch!

Geschrieben von co

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