Petzval_header_october_2014_de
Hast du ein Konto? Anmelden | Bist du neu bei Lomography? Registrieren | Lab | Aktuelle Seite:

Gerücht oder Wahrheit: Digital ist günstiger als Film

Wenn ich erzähle, dass ich mit Film fotografieren, bekomme ich oft die Frage gestellt, ob das nicht zu teuer sei. Sie nehmen an, dass digital günstiger ist, da man da keine nachträglichen Kosten für Filme und Entwicklung hat. Was die Leute dabei aber vergessen, ist der Wertverlust des digitalen Kameraequipments und die unglaubliche Qualität von Film.

Anfang der 2000er kaufte ich einige Digitalkameras, die mittlerweile technisch total veraltet sind – da besitzt sogar mein Handy eine bessere integrierte Kamera! Sie sind mittlerweile total nutzlos. Ich kann sie noch nicht einmal mehr auf Ebay verkaufen.

Die letzte Kamera, die ich mir holte, war 2006 eine Sony SLR für einen Urlaub in Nepal. Sie kostete 336€ (280£/ 450$). Ich machte mit ihr etwa 500 Fotos auf der Reise und seitdem benutze ich sie ganz selten. Das sind 69 Cent pro Bild. Vergleiche dies mit der letzten Filmkamera, die ich für eine Reise in die USA letzten Monat kaufte. Es war eine Pentas ME Super mit einem 50mm Objektiv. Ich kaufte dazu noch ein Zoomobjektiv. Alles zusammen für 37€ (30£/ 50$).

Auf der Reise verbrauchte ich drei Rollen Schwarz-Weiß-Film und zwei Rollen Kodak Ektacolor 100 Iso. Die Filme kosteten mich circa 37€ ((30£/ 50$), die Entwicklung 19€ (15£/ 25$). Das macht insgesamt 92€ (75£/ 120$) für 252 Fotos, also 37 Cent pro Bild. Das ist beinahe die Hälfte der digitalen Kosten!

Was gibt es noch? Die Qualität von Film ist weit besser als digitale Aufnahmen. Ein Mittelformatfilmbild hat äquivalent zu digitalen Fotos etwa um die 50 Megapixel.

Wie viel kostet eine 50 Megapixel Digitalkamera? Sicherlich weit aus mehr als eine Diana F+.

Natürlich machen die meisten Leute mehr als 500 Fotos mit ihrer Digitalkamera. Aber wie viele heute hergestellten Digitalkameras werden auch in 30 Jahren noch eine als gut bewertete Qualität haben? Ich vermute sehr wenige!

Natürlich sehe ich auch die Vorteile des digitalen. Ich werde auch weiterhin die integrierte Kamera meines Handys benutzen. Aber ich werde nicht das Abenteuer der analogen Fotografie aufgeben. Für mich ist das Preis-Leistungsverhältnis super. Es liefert mir wundervolle Ergebnisse und ich liebe es mich selbst als Lomograph bezeichnen zu können!

geschrieben von bsmart, übersetzt von vivie

3 Kommentare

  1. gambajo

    gambajo

    Ah, wieder ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen.

    Bei der Kamera kommt es weniger auf die Technik an, die drin Steckt, als auf die Objektive. Das gilt sowohl für digitale, wie auch für analoge Kameras. Daher werden auch die älteren Kameras mit den richtigen Objektiven qualitativ bessere Bilder liefern, als ein aktuelles Handy.
    Zumal kaum ein vernünftiger Fotograf immer technisch up to date ist. Das ist gar nicht notwendig. Es ist sinnvoller seine Kamera in und auswendig zu kennen. Eine bessere Kamera garantierte noch nie automatisch bessere Bilder.

    Eine Kamera ist in der Regel auch keine geeignete Wertanlage. Klar sind ältere Digital-Kameras heute nicht mehr viel Wert. Aber schau mal, was früher die guten analogen Modelle gekostet haben, und was sie heute kosten. Eine Nikon F6 bekommt man schon für wenig Geld „nachgeworfen“, früher war sie ein kleines Vermögen wert.

    Der Vergleich der Kosten zwischen analogen Filmen und der digitalen Kamera hinkt auch etwas. Kaum jemand schafft sich eine DSLR für 500 Bilder an. Zumal man eigentlich ehrlich sein müsste und die Kosten für einen Scanner der analogen Negative mit einrechnen müsste. Ein guter Scanner kostet mehrere hundert bis mehrere Tausend Euro, je nachdem, welche Qualität man aus den Negativen rausholen will. 50 Megapixel wird man mit den Handelsüblichen Scannern aber nie rausholen. Mit jeder digitalen Kamera kann man aber durch Stitching Gigapixel-Bilder erstellen. Analog wird das schwer.

    Da wir schon bei den Zusatzkosten sind. Um die gleiche Kontrolle über seine Bilder zu haben, wie bei digitalen Bildern, müsste man sich auch eine Dunkelkammer einrichten, die auch nicht billig sein dürfte.

    Des Weiteren gelingt bei weitem nicht jedes analoge Bild, vor allem nicht mit komplett manuellen Kameras, wie der Diana F+. Den Ausschuss muss man aber dennoch bezahlen. Bei digitalen Kameras kostet Ausschuss nur Zeit.
    Digital ist man auch auf der sichereren Seite. Wäre ärgerlich, wenn tolle Fotos nichts werden, nur weil man sie nicht nach der Aufnahm kontrollieren kann.

    Ich sehe aber auch keinen Sinn darin das eine besser zu halten, als das andere. Das ist der selbe sinnlose Flame-War, wie ob VW oder Opel, PC oder Apple besser ist. Es gibt bei jeder Seite Vor- und Nachteile.

    Lomo hat gar nicht die Absicht qualitativ gute Bilder zu machen. Es ist eher das Gegenteil der Fall. Da nutzen einem auch 50 Megapixel nichts.
    Jedem, der Lomo betreibt, ist klar, dass der Spaß einen gewissen Preis hat. Da brauchen wir uns nichts in die Tasche zu lügen. Dadurch hat man aber andere Vorteile, wie unberechenbare und schwer nachstellbare Effekte. Es ist einfach eine andere Herangehensweise an die Fotografie.
    Ich persönlich fotografiere je nach Laune entweder digital oder analog. Es kommt oft vor, dass ich meine Nikon D90, LC-A oder Diana F+ und mein Handy dabei habe, und je nach Motiv das geeignetste Medium wähle. Für mich ist das nur ein Werkzeug, das ich nach dem Motiv abstimme.

    vor mehr als 2 Jahre · Spam melden
  2. co

    co

    Hab mir vor kurzem eine Agfa Billy Clack aus GB kommen lassen, ordentlich zerlegt, geputzt und wieder zusammen gebaut. Jetzt steht das Ding da wie neu und das mit einer Kamera die in den 30ern verkauft wurde. Macht das mal in 80 Jahren mit einer D90 oder ähnlichen Digitalen Slr, viel Spaß! Nur wegen den Äpfeln und Birnen :-) LG co

    vor mehr als 2 Jahre · Spam melden
  3. gambajo

    gambajo

    Wenn man z.B. eine D90 ordentlich behandelt, spricht nichts dagegen, dass sie auch im 80 Jahren noch funktioniert. Ich habe auch noch ein 12 Jahre altes Nokia-Handy, das wunderbar funktioniert. Na und? Ich nutze es trotzdem nicht.

    Das ist aber nicht der Punkt. Hier wird verzweifelt versucht die "Überlegenheit" irgeneiner Technologie herauszustellen, was in meinen Augen keinen Sinn macht.
    Analog und digital, beide haben ihre Vor- und Nachteile. Warum sich festlegen?

    Ich bin kein fanatischer Fanboy, ich nutze dass, worauf ich gerade im Moment Lust habe, oder was einfach besser zum Motiv passt. Ich entscheide mich bewusst weder gegen das eine, noch gegen das andere System. Mir macht beides Spaß, ich kenne die Vor- und Nachteile und weiß sie einzusetzen.

    Es geht doch um Fotografie und nicht um irgendeine Technik. Wenn ein Bild gut ist, ist es mir egal, ob es digital oder analog gemacht wurde. Am Ende zählt das Ergebnis.

    vor mehr als 2 Jahre · Spam melden

Lies den Artikel in einer anderen Sprache.

Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English. Den Artikel gibt es auch auf: 中文(繁體版), 中文(简体版), Italiano, Português, ภาษาไทย & Nederlands.