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Wie man beinahe alles in eine Pinhole Kamera verwandeln kann

Bevor du beginnst, wende deinen Blick kurz von dem Artikel ab und sieh dich um. Um dich rum stehen bestimmt Schachteln. Auch das Zimmer, in dem du sitzt, ist gewissermaßen eine Schachtel. Häuser sind große Schachteln. Flaschen, Dosen, Kleiderschränke, Schränke, Schachteln mit Teebeuteln, Kürbisse, Eier und... du. Schachteln, oder besser gesagt Räume sind überall. Wähle jetzt so einen Raum aus. Diese Schachtel wird deine neue Kamera.

Foto von francescco

Die Box (Mal sie schwarz an!)

Jetzt musst du deinen Raum in eine Kamera verwandeln. Ein geschlossener Raum, in den kein Licht dringt. Wenn du Glück hast, ist der Innenraum deines Objektes bereits dunkel genug. Wenn nicht, musst du die Schachtel dunkel machen. Male die Innenseiten schwarz an und verschließe jedes Loch. Hab keine Angst vor schwarzem Isolierband!

Das Objektiv (Ja, das Pinhole)

Fertig? Jetzt, wo deine Schachtel dunkel genug ist, musst du wieder Licht hereinlassen, am besten ist ein sehr kleiner Lichteinfall durch ein Loch – das Pinhole. Dadurch wird das Licht gezwungen, ein Bild von der Außenwelt in den dunklen Bereich zu bringen. Dein Loch muss nur so groß wie ein Nadelstich sein. Durch dieses kleine Loch wird Licht aus der Außenwelt in deine kleine Schachtel fallen.

Je akkurater dein Loch, desto besser definiert werden deine Bilder sein. Am besten machst du das Nadelloch in eine dünne Metallplatte, bringst die auf einer größeren Metallplatte an und drückst durch dieses Loch in der dünneren Platte eines in die dickere. Um die Platte auf deiner Schachtel zu befestigen, solltest du am besten (viel) schwarzes Isolierband verwenden. In einem guten Eisenwarenhandel bekommst du eine 0.2mm Metallplatte, aber du kannst auch zu Hause etwas vergleichbares finden (Alufolie, das Alu um die Teelichter etc…). Je dünner die Platte, die du durchstichst, desto geringer wird die Bildeinstellung. Bring die durchstochene Platte auf der Kamera an und du kannst stolz auf dein Objektiv sein.

Es gibt viele Wege, um das perfekte Loch zu machen. Hier ist einer davon:

Lege die dünne Metallplatte auf ein Papier und lege sie auf eine harte Unterfläche (Glas, Marmor, Stein…). Nimm eine Nadel und durchstich die Platte. Drehe und rolle die Nadel, damit du das perfekte, runde Loch bekommst. Die harte Unterfläche sorgt dafür, dass die Nadel das Metall nicht völlig durchbohrt, damit das Loch klein und elegant bleibt.

Dippold Pinhole Kamera – Um die Anleitung für die Kamera herunterzuladen, geh auf francescocapponi.it

Mit einem Schleifpapier oder Sandpapier kannst du das Loch auf jeder Seite abrunden, aber vorsichtig und achte darauf, die Bewegungsrichtung zu ändern. Wenn du willst, kannst du das Loch in hoher Auflösung scannen, um zu sehen, wie genau du warst und mit dem Photoshop Lineal kannst du den Durchmesser abmessen.

Wenn du eine Kamera mit Schärfentiefe willst, brauchst du ein größeres Loch, weshalb ich empfehle, mit der Nadel das Metall zu durchbohren und die Nadel dabei zu drehen und rollen. (i.e.: für 2,5cm im Fokus, sollte das Pinhole 0,2mm. Für 12cm im Fokus sollte das Pinhole 0,4mm groß sein und so weiter…).

Das lichtempfindliche Material (Der Film)

Jetzt wo deine Schachtel Licht einlassen kann, brauchst du noch etwas, dass das Licht festhalten kann. Dazu brauchst du lichtempfindliches Material. Du kannst entweder Fotopapier in deine Kamera einlegen oder eine Möglichkeit finden, um Film einzulegen. Wenn du Zugang zu einer Dunkelkammer hast, kannst du Fotopapier benutzen und darauf deine Bilder machen. Du musst nur das Papier in die Schachtel legen, direkt hinter dem Pinhole. Deine Bilder tauchen dann als Negativ auf. Du kannst sie in der Dunkelkammer in ein Positiv verwandeln, oder mit Photoshop.

Wenn du keinen Zugang zu einer Dunkelkammer hast, kannst du auch einen Film einlegen, aber du musst ein Problem lösen: Wie spulst du den Film vor? Ich empfehle zwei einfach Wege, um das zu machen – eine Version für 35mm Film und einen für den 120mm Film:

35 mm Film: Nimm eine leere Filmpatrone, die du mit einer Zange oder einem Flaschenöffner in zwei Stücke teilst. Nimm die Spule und klebe die Lasche des Films an, den du verwenden willst. Jetzt kannst du die Spule wieder in ihre eigentliche Patrone stecken. Der Film wird dann von einer Patrone in die nächste gespult.

120 mm Film: Halbiere eine Filmspule und bringe zwei rechteckige Metallvorrichtungen an der Unterseite an. Sie sollen den Film blockieren und den Film aufwickeln. Die Metallvorrichtungen sollten ziemlich hart sein. Du kannst auch Stücke aus Hartplastik verwenden. Du kannst auch die Hälften der Schachteln nehmen, in denen der Film verwahrt und vor Licht geschützt wird.

H3. Probiere das zu Hause (Das Ende!)

Jetzt solltest du kreativ werden und einen Verschluss basteln, um die richtige Belichtungszeit zu erhalten. Du kannst die Kamera in zwei Räume unterteilen, die den Film vor Schaden bewahren. Hab keine Angst kleine, große, gigantische oder mikroskopische Räume zu verwenden. Als ich sagte, du kannst alles in eine Pinhole verwandeln, meinte ich das so! Du kannst mehr als ein Loch (und mehr als einen Verschluss) benutzten oder das Papier (den Film) in seltsame Positionen anbringen. Du wirst dich bald sicher genug fühlen, jede Regel zu brechen und all die Grenzen zu überschreiten (solange du dich an das Gesetz hältst).

Jetzt wo du deine persönliche Pinhole Kamera hast, solltest du sie verwenden. Viel Glück und bitte: Pinhole die Welt!

Sieh dir meine Pinhole Fotos in meinem LomoHome an und auf meiner www.francescocapponi.it

geschrieben von francescco, übersetzt von wolkers

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Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English.