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Thomas Edison und das Kinetoskop

Thomas Edison ist mit einer der wichtigsten Erfindungen der Menschheit zu einiger Berühmtheit gelangt: Seiner Entwicklung der elektrischen Glühbirne. Manchen mag es überraschen, dass dieser Pionier auch auf dem Gebiet der frühen Kinematographie unterwegs war – denn die Fortschritte, die er dort machte, sind weniger bekannt geworden. Während wir die erste lomographische Filmkamera, die LomoKino, feiern, wollen wir nicht vergessen, einen Blick auf Edisons frühen Filmapparat zu werfen.




Thomas Edison um 1880. Foto von Victor Daireaux auf Wikipedia

Eines der 1093 US-Patente, die der amerikanische Erfinder Thomas Edison anmeldete, betraf ein frühes Filmgerät namens Kinetoskop. Edison baute es im Jahr 1891, nachdem er den fotografischen Pionier Eadweard Muybridge und dessen Werk kennengelernt hatte; eine Begegnung, die sein Interesse an Bewegtbildern weckte.

Ursprung

Im Februar 1888 hielt Muybridge einen Vortrag – vermutlich verbunden mit einer Präsentation – über das Zoopraxiskop, seine Version eines Apparats zur Betrachtung bewegter Bilder. Edisons Büro lag unweit, und vermutlich besuchte er gemeinsam William Dickson, dem offiziellen Fotographen seiner Firma, die Veranstaltung. Zwei Tage später kam es zu einem Treffen der beiden brillanten Köpfe. Muybridge schlug vor, das Zoopraxiskop mit Edisons Phonographen zu verbinden, um ein Gerät zu erschaffen, das gleichzeitig bewegte Bilder und Musik abspielen könnte.

Allerdings kam es nie zu dieser Zusammenarbeit. Stattdessen kündigte Edison im Oktober 1888 erstmals eine Erfindung an, die “für das Auge das leisten soll[te], was der Phonograph für das Ohr [tat]”. Edison beabsichtigte den Bau eines kompletten audiovisuellen Systems: “Wir könnten damit eine Oper so perfekt hören und sehen, als wären wir tatsächlich im Saal anwesend”, sagte er. Im Frühjahr 1889 gab er seiner geplanten Erfindung schließlich einen Namen: Kinetoskop, zusammengesetzt aus den griechischen Wörter kineto (“Bewegung”) und scopos (“sehen”).

William Dickson, Edisons Assistent und einer seiner begabtesten Mitarbeiter, erhielt den Auftrag, das Kinetoskop zu entwickeln – während Edison, das ist dokumentiert, die “Arbeit überwachte und sich mit variierender Intensität daran beteiligte”. Aus diesem Grund schreiben viele Wissenschaftler und Historiker Dickson den größten Anteil an der Erfindung zu, auch wenn Edison den Erfolg vollständig für sich in Anspruch nahm.

Entwicklung

Edisons anfängliches Konzept für seinen Bewegtbildapparat war an den Zylinder des Phonographen angelehnt. Kleine Fotoserien sollten auf dem Zylinder angebracht werden; Edisons Idee war, dass dessen Drehmoment im Zusammenspiel mit Licht für eine Bewegungsillusion sorgen würde. Tests ergaben aber, dass es nicht richtig funktionierte.

Erst später trug ein Treffen von Edison und dem Physiologen Etienne-Jules Marey in Frankreich wohl dazu bei, die Entwicklung in die richtige Richtung zu lenken. Marey benutzte Sequenzen von Standbildern, die er auf Filmrollen kontinuierlich aneinanderreihte. Diese Technik nannte er Chronophotographie.

Allerdings waren Edison und sein Team nicht in der Lage, ein Gerät basierend auf Mareys Technik zu bauen, denn die Filmrollen waren nicht lang und nicht strapazierfähig genug. Erst als John Carbutt den mit Emulsion beschichteten Zelluloid-Film entwickelte, konnte Edison die Entwicklung des Kinetoskops vorantreiben. Schließlich begann die Eastman Company mit der Produktion eigener Zelluloid-Filme, welche Dickson bald massenweise kaufte. Unter der Hand von Dickson, der gemeinsam mit einem neuen Assistenten arbeitete, entstand endlich ein Apparat mit einem horizontalen System zur Belichtung und Betrachtung von Filmstreifen.

Das endgültige Produkt

Die Illustration zeigt das Innere des Kinetoskops. Foto: Wikipedia

Das Kinetoskop, nun Aufnahme- und Betrachtungsgerät mit Guckkasten, war geboren. Der Prototyp wurde am 20. Mai 1891 vorgestellt. Er benutzte 18mm Film, der, laut dem Autor David Robinson, “mit kontinuierlicher Geschwindigkeit zwischen zwei Spulen lief”.

Am 24. August 1891 beantragte Edison das Patent für die Kombination von Kamera (Kinetograph) und Betrachtungsgerät (Kinetoskop). Er deutete an, dass die Verwendung von 35mm Film und eines Zylinders Verbesserungsmöglichkeiten für die Zukunft seien.

Endgültig perfektioniert wurde das Produkt im Jahr 1892 mit einer kleinen Veränderung: Der horizontale Filmeinzugmechanismus wurde durch eine vertikale Anordnung ersetzt. Diese Neuerung wurde am 9. Mai 1893 im Brooklyn Institute of Arts and Sciences der Öffentlichkeit vorgestellt. Um einen Clip bewegter Bilder zu sehen, musste der Betrachter durch einen Guckkasten mit eingebauten Vergrößerungslinsen schauen, der sich an der Oberseite des Geräts befand.

Bist du neugierig, was für Filme mit dem Kinetoskop aufgenommen wurden? Hier ist ein Clip mit Edisons Filmen, die zwischen 1894 und 1896 entstanden:

Weitere (englische) Quellen:
Thomas Edison — Wikipedia
Kinetoskop — Wikipedia
Ursprung der Motion Pictures – Das Kinetoskop — Edisons Filme

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geschrieben von plasticpopsicle, übersetzt von princess_crocodile

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