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Wie Lomography mir beibrachte mich gehen zu lassen

Um die Wahrheit zu sagen, war ich immer ein Mensch, der alles im Griff haben musste. Du weißt schon, der zwangsneurotische Typ. Immer aufpassen, dass alles seine Ordnung hat, darauf achten genau zu notieren, wieviel Geld ich ausgegeben habe, es zu sparen und darauf zu achten, es nicht für Dinge auszugeben, die nicht notwendig sind. Das alles änderte sich im Februar 2010 an dem Tag, als ich Lomography entdeckte.

Foto von reneg88

Ich schlenderte durch ein Urban Outfitters Geschäft, als ich auf eine Auswahl Lomography Kameras traf. Schon allein die Verpackung zog meinen Blick auf sich! Ich musste sie mir einfach kaufen. Ich war allerdings unsicher, denn ich hatte noch nie eine Filmkamera und wusste absolut nichts darüber. Dazu war ich mir nicht sicher ob ich 30 oder 40 Dollar für eine Toy-Kamera ausgeben wollte. Aber ich war im Urlaub, hatte sonst nichts gefunden, das ich wirklich wollte und handelte also einfach gegen meine eigentliche, geldsparende Persönlichkeit und kaufte sie. Seitdem ist nichts mehr wie es war.

Lomography öffnete mir die Augen für die Welt, die mich jeden Tag umgibt. Schnell fing ich an, Details in Dingen zu erkennen, auf die ich vorher niemals achtete. Meine Kamera dabeizuhaben, jederzeit bereit sie zu zücken, hat mich aus meinen Alltagsabläufen herausgebracht. Ich fing an, Orte zu besuchen an denen ich vorher vorbeigegangen wäre und so niemals herausgefunden hätte, was für Schätze in ihnen steckten. Ich reiste durch meine eigene Stadt, wurde in meiner eigenen Heimat ein Tourist. Ich begann, die Natur zu genießen, mit Freunden auf Road Trips zu gehen. Und das alles, weil ich Schnappschüsse meines Landes haben wollte, um sie in LomoLocations mit dem Rest der Welt zu teilen.

Die Philosophie von “Don’t Think, Just Shoot” und “Don’t Worry About Any Rules” fängt einen einfach ein. Da ist ein Gefühl von Freiheit, wenn du eine Lomo-Kamera in der Hand hältst, geladen mit deinem Lieblingsfilm, wartend auf die Cross-Entwicklung, damit unerwartete Ergebnisse deine Vorstellung sprengen. Als Gegensatz zu einer Digitalkamera, bei der man sich jede einzelne Aufnahme direkt ansieht, löscht und wieder und wieder und wieder einfängt, gibt dir Filmfotografie in der Hinsicht viel mehr Freiheit. Du stellst dich darauf ein, nur eine Aufnahme zu machen und dann einfach zu genießen was du siehst, anstatt dir so viel Sorgen darüber zu machen, ob das Foto auch richtig geworden ist.

Eine andere Sache, die ich Dank Lomography zurücklassen konnte war meine Schüchternheit. Das Bedürfnis, all diese zufälligen Momente im Leben, die das perfekte Bild formen, aus jeder erdenklichen Position zu schießen und gleichgültig dem gegenüber zu werden, was die Leute von dir in diesem Moment denken, ist etwas, das durch nichts zu ersetzen ist. Ich schaffte es sogar gelassen genug zu werden, um auf Fremde zuzugehen und sie zu fragen, ob ich sie bei dem was sie gerade tun, fotografieren darf, ohne Angst vor ihrer Reaktion zu haben.

Aber am meisten liebe ich es, wie mich jeder ansieht, wenn ich eine meiner Kameras aus meiner Tasche zücke, besonders wenn ich von einer Gruppe von Leuten mir ihren “echten” und “professionellen” Kameras umgeben bin. Ich weiß genau, dass ich Fotografie viel mehr genieße als sie. Mir um nichts Gedanken machen zu müssen, einfach meine Fotos zu machen wie sie kommen. Frei zu sein, los zu lassen! Dies ist meine Geschichte. Wie ist deine?

geschrieben von reneg88, übersetzt von hippiekacke

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