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Kapitel 6: Produktion in vollem Gange

Dies ist ein Auszug aus dem „Lomo LC-A Big Book“. Weitere Kapitel folgen...

LOMO PLC

Die optische Fabrik in St. Petersburg wurde 1914, in Vorbereitung auf den 1. Weltkrieg, gegründet. Bis 1930 produzierte diese Firma ihre erste Fotokamera, die FOTOKOR, sowie auch Foto- und Film-Ausrüstung. Der Fokus lag hier auf der Massenproduktion von günstigen und einfach konstruierbaren Kameras. In den frühen 1990er Jahren wurde die Produktion von Foto- und Film-Ausrüstung gestoppt, da sich der Fokus auf andere optische Produkte verlagert hatte. Die einzige Kamera, die nach 1994 noch produziert wurde, war die LOMO LC-A. Weitere bekannte LOMO PLC Kameras sind die Lubitel und die Smena. Bis zum heutigen Tag konzentriert sich LOMO PLC auf die Produktion von optischen Waren für die Industrie (Laser, Mikroskope, Teleskope) sowie für militärische Zwecke. Sie sind weltweit für ihre ausgezeichneten optischen Produkte im Bereich der Wissenschaft, des Weltraums und des Militärs bekannt.

www.lomo.ru

Geschäftiges Treiben war in den Tiefen der LOMO PLC Fabrik in vollem Gange. Das Hauptproduktionsteam der LOMO LC-A – bestehend aus den Herren Kholomyansky, Belushkln, Agrest und Denlsov – überprüfte alle Funktionen der LOMO LC-A, während das Design-Team an der Verkleidung arbeitete. Olga Tsvetkova bereitete derweil die Produktions- und Montagehallen vor. Alles musste reibungslos ablaufen: Die Produktion der verschiedenen Teile musste auf Hochtouren laufen, die Monteure mussten Schritt für Schritt die unterschiedlichen Produktionsschritte der Montage lernen und die optischen und elektronischen Funktionen mussten perfekt aufeinander abgestimmt sein. Damit eine schnelle Produktion, der ersten komplett automatischen Kamera in Russland, gewährleistet war, hatte Olga eine clevere Idee. Während Kholomyansky und sein Team die Kamera konstruierten, hatte sie bereits sichergestellt, dass die Pläne, zur Fertigung der verschiedenen Teile, zur Massenproduktions-Fachabteilung geschickt wurden. Auf diese Weise konnten die Formen für mehr als 450 unterschiedliche Teile der LOMO LC-A vorab gestaltet werden. Auch die elektronischen Bauteile konnten so schon bestellt und fertig gestellt werden.

Die elektronischen Bauteile zeigten ein bestimmtes Problem auf, welches in den frühen 1980er Jahren in der Sowjetunion bestand. Es waren zum Beispiel keine flexiblen Platinen erhältlich. Sogar die normalen Platinen (das grüne Ding mit der gesamten Elektronik drauf) wurden aus Japan importiert. Die Beschichtung für die Platinen kam aus Schweden und auch viele andere kleine elektronische Bauteile wurden außerhalb von St. Petersburg produziert.
Insgesamt bestand die Platine aus 26 verschiedenen Teilen und jedes musste perfekt montiert und ausgerichtet sein.

Im Vergleich mit früheren Kamera-Produktionsmethoden hat die Produktion der LOMO LC-A, durch diese erste Einführung von elektronischen Teilen, viel verändert. Aber auch die Einführung der Massenproduktion, analog zu Henry Ford, in den Hallen der LOMO PLC änderte einiges. Dies bedeutete, dass jeder einzelne Monteur nur ein bestimmtes Teil der Kamera konstruierte. Der „finale Monteur“ setzte die Kamera dann aus diesen Teilen zusammen.

Einer dieser finalen Monteure war ein gewisser Igor, der heute Kameras in der Werkstatt der Lomographischen Botschaft St. Petersburg repariert (aber mehr dazu später). Während Igor sich in der 1950er Jahren komplette "Leningrad’ Kameras aus Einzelteilen zusammenmontiert hatte, fügte er die LOMO LC-A aus vorgefertigten Komponenten zusammen. Schwierige Funktionen, wie die Blendenöffnung oder das Objektiv, wurden in separaten Fachabteilungen mit bis zu 10 Arbeitern angefertigt. Durch diese Arbeitsweise schraubte Igor (an einem guten Tag) bis zu 40 LOMO LC-A’s zusammen. Er begrüßte dieses neue System, weil er zusätzlich zu seinem Einkommen einen Bonus für jede gefertigte Kamera erhielt. Dies bedeutete für ihn ein oder mehrere Extraurlaube im firmeneigenen Kurort Neva an der Schwarzmeerküste.

Das Buch in seiner ganzen Pracht gibt es hier

geschrieben von cruzron, übersetzt von spoeker

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