Kunst im Quadrat: Elsa Dorfmans überlebensgroße Polaroids

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In den frühen 1960er Jahren wurde Elsa Dorfman von den Eltern eines Fünftklässlers offen gesagt, dass sie keine Lehrerin sein sollte. Und sie hatten wahrscheinlich Recht. Als unverheiratete Frau, die allein lebte und die den gesellschaftlichen Druck, sich anzupassen, spürte, entschloss sich Dorfman in einem verzweifelten Augenblick während ihrer Suche nach einem kreativen Leben Lehrerin zu werden. Doch erst als ihr ein Kollege eine Hasselblad gab, fand sie ihre kreative Zuflucht. Mit 28 Jahren erklärte sie sich selbst zur Fotografin und 1980 war sie eine der ersten Fotografen, die mit der riesigen 20 x 24 Polaroidkamera fotografierte.

Fotos von Elsa Dorfman
"Ich habe meinen Dichterfreunden direkt gesagt, ich sei jetzt Fotografin. Niemand lachte und so war ich auf meinem neuen Weg." — Elsa Dorfman

Nachdem Dorfman den Sprung gewagt hatte, bemühte sie sich, mit charakteristischer Leidenschaft ihrer neuen Rolle gerecht zu werden. Sie richtete sich in ihrem Schlafzimmer eine Dunkelkammer ein, malte zwei Wände schwarz an und machte sich mit den Chemikalien vertraut. Sie fotografierte ihrer Freunde, machte Portraits und Schnappschüsse, um ihre Lieblingsmenschen in ihrem Naturzustand einzufangen. Anfang der 1970er Jahre fanden die ersten ihrer Bilder ihren Weg in Museen und Galerien, die Fotoausstellungen zeigten. Es war eine aufregende Zeit für dieses Medium, ganz besonders in Massachusetts - Dorfmans Heimatstaat und der Geburtsort von Polaroid.

Fotos von Elsa Dorfman
"Ich brauchte zwei Filmrollen, fast achtzig Belichtungen, und machte jeden möglichen Fehler, bevor ich ein Gefühl für den Rhythmus der Walzen und das Timing des Motors bekam." — Elsa Dorfman

Im Februar 1980 vereinbarte Dorfman einen Deal mit Polaroid. Sie würden ihr die 20 x 24-Kamera zu einem vergünstigen Preis leihen, unter der Bedingung, dass sie ihnen die zwei besten Aufnahmen von einem Shooting mit ihren Dichterfreunden Allen Ginsberg und Peter Orlovsky gäbe. Dorfman brachte die 100-Kilo-Kamera - eine von nur sechs weltweit - in ihr Kellerstudio und verschoss eine astronomische Menge Film, um sich mit der Kamera vertraut zu machen und Bild für Bild die Arbeitsweise der 20 x 24 Zoll-Kamera kennen zu lernen. Ihre Portraits waren ein Erfolg und 1987 konnte sie Polaroid überzeugen, ihr die Kamera dauerhaft zu überlassen. Seitdem ist sie in ihrem Studio.

Fotos von Elsa Dorfman
"Ich bin an der oberflächlichen Erscheinung der Person interessiert. Ich versuche nicht, ihre sogenannte Fassade abzustreifen. In der Tat ist es die Fassade, die mich anzieht und bezaubert." — Elsa Dorfman

Ihre Familienportraits haben Dorfman weltberühmt gemacht. Mit einem so großen Frame kann man ganz einfach ganze Generationen auf einer Aufnahme unterbringen. Bei der Studiofotografie muss man nicht Bild für Bild sorgfältig ausarbeiten. Mit ihrer freundlichen Art, ihren bequemen Socken und ihrer treuen Schürze konnte Dorfman ihre Motive ganz einfach beruhigen. Sie ermutigte sie sogar, ihre Lieblingskleidung zu tragen und Gegenstände mitzubringen, die ihnen am wichtigsten sind. Über die Jahre hat sie alles gesehen, von Skiern über Diplomen bis hin zu Pizzen. Mit nur zwei Bildern pro Sitzung - so hoch waren die Kosten für den heute vergriffenen Film - sind ihre Aufnahmen ein flüchtiger Augenblick der Menschen, wie sie im Moment der Aufnahme waren, ob nun frisch von der Piste, mit frisch abgeschlossenem Studium oder einfach nur hungrig auf Pizza.

Fotos von Elsa Dorfman
"Dieses Portrait ist eine Nachricht an dich selbst als Vierzigjähriger. Sieh zu der Person auf, die du werden willst." — Elsa Dorfman

Sofortbilder sind kühne, helle Ausbrüche des Lebens, das in halsbrecherischer Geschwindigkeit verrinnt. Eintrittskarten, um sich genau zu erinnern, wo und mit wem man zusammen war und wie man sich in einem einzigartigen Moment, den man niemals wiederholen kann, gefühlt hat.

Die greifbaren Erinnerungen, Gefühle, die du in deinen Händen halten kannst und auf die du in den nächsten Jahren zurückblicken kannst. Ob man am Strand entspannt, auf der Tanzfläche aufdreht oder einfach nur einen Abend mit den besten Freundin verbringt, mit einer Sofortbildkamera zur Hand — du wirst du keinen dieser Momente vergessen.

geschrieben von Martha Reed am 2018-05-09 in #gear #people
übersetzt von dopa

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Ein Kommentar

  1. vintaprint
    vintaprint ·

    Sehr schöner interesannter, zufällig gefundener, Artikel.
    Schade das mit Polaroid ein Stück Kultur gestorben ist.
    Matthias

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