Zur Hölle mit Perfektion — Freiheit für die Fotografie

Triff die Juroren der TEN AND ONE AWARDS: Kenneth Bachor

Kenneth Bachor hat als Foto-Editor schon für den Rolling Stone, ABC News und TIME gearbeitet, um nur einige zu nennen. Seine Leidenschaft für die Fotografie wurde durch die Artworks alter Schallplatten entfacht und wird heute von Street-Kultur, Skaten und Kaffee angetrieben.

Hallo! Willkommen im Lomography-Magazine. Bitte stell dich unseren Lesern vor.

Hallo! Mein Name ist Kenneth Bachor. Ich bin Fotografin und Foto- / Multimedia-Redakteur aus New York City. Vielen Dank für die Einladung!

Wie und wann begann dein Interesse an Fotografie?

Mein Interesse an der Fotografie begann als ich ein Kind war. Meine Eltern hatten immer Schallplatten im Haus und ich bewunderte immer die Alben. Die hypnotischen Cover, die für Bands wie Pink Floyd, Led Zeppelin, oder Black Sabbaths entworfen wurden, fand ich immer cool. Schon als Kind hatten Musikvideos wie Tom Pettys Don't Come Here No More, George Harrisons Got My Mind Set auf You, oder Grateful Deads Touch of Grey einen großen visuellen Einfluss auf mich.

Von da an war ich einfach besessen von Bildern und lernte, wer welche Bilder gemacht hatte, was schließlich dazu führte, dass ich selbst Fotos machen wollte. Zuerst wusste ich nicht, was ein Foto "gut" oder "schlecht" macht. Ich hatte einfach so ein Bauchgefühl, was ich mochte und was ich nicht mochte. Irgendwann im Laufe der Jahre lernte ich zu verstehen, was als Foto funktionierte und warum manches nicht funktionierte. So konnte ich in meinen Bildern und als Bildredakteur in der Arbeit anderer Leute einen Sinn für visuelle Ästhetik entdecken.

Wie definierst du Fotografie? Warum ist sie es wert, sich mit ihr zu befassen?

Im eigentlichen ist eine Fotografie ein Standbild, aber es hat die Tiefe von etwas, das nicht so stillsteht oder nur einen Moment umfasst. Was ich damit meine ist, dass man vielleicht nur ein Bild hat, aber dieses eine Bild kann verschiedene Bedeutungen annehmen, wenn man es studiert, es kann aber auch reproduziert werden und unzählige Menschen beeinflussen. Die Fotografie hat die Macht, die Welt zu verändern, im Guten wie im Schlechten.

Ich denke, die Fotografie ist es wert, sich mit ihr zu befassen, weil sie eine ständige Neugier und ständige Entdeckungen hervorbringt. Sie ermöglicht, Erinnerungen physikalisch festzuhalten oder kreative Gedanken physisch zu realisieren. Sie wird zu einer Erweiterung deines Verstandes.

Was inspiriert dich?

Musik, Skater, Gemälde, das urbanes Umfeld, der Strand, Streetwear, Filme mit guter Kameraführung und die Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten. Außerdem trinke ich immer Kaffee als Teil von dem was ich tue, normalerweise La Colombe.

Was macht ein gutes Foto aus?

Für mich ist es etwas einfaches, unaufgeregtes, direkt und auf den Punkt. Etwas, das eine Geschichte erzählt und mich sofort gefangen nimmt und mich von dem abhält, was ich tue. Wenn ich ein Magazin durchblättere und plötzlich stoppe, weiß ich, dass ich ein gutes Foto gefunden habe.

Irgendwelche Ratschläge, die du neuen Fotografen geben möchtest?

Knips einfach weiter! Habe immer eine Kamera bei dir. Mach immer Fotos im Moment, weil du diesen Moment nicht zurückbekommen kannst. Sei höflich zu denen, die du fotografierst. Mach lieber zu viele Fotos als nicht genug gemacht zu haben. Blicke zurück, sieh dir deine Bilder an, um zu sehen, welche du magst, werde kritischer. Geh raus, knipse weiter und mach dies immer wieder. Erschaffe aus diesen Bildern kleine Geschichten, so entwickelst du deinen Sinn für Ästhetik.

Fotos: Kenneth Bachor

Sieh dir weitere Arbeiten von Kenneth auf seiner Website an und folge ihm auf Instagram.

2018-02-23 #people #ten-and-one
übersetzt von dopa

Mehr interessante Artikel