Wie man das Cineastische einfängt - Ein Interview mit Mark Broyer

Mark Broyer hat ein großes Verständnis für Ästhetik, Komposition und Cinematografie. Er betrachtet die Dinge so, wie es ein Filmemacher macht und statt Dinge zu erzwingen, wartet Mark darauf, dass sich die Dinge auf natürliche Weise einfügen. Wir hatten das Glück, ihn für ein kurzes Interview zu sprechen und er erzählt uns, warum er mit der Fotografie anfing, was ihn inspiriert und vieles mehr.

© Mark Broyer

Hey, Mark. Willkommen im Lomography-Magazin. Bitte erzähle uns etwas über dich.

Hallo, mein Name ist Mark Broyer und ich bin Fotograf und Art Director aus Hamburg.

Wie würdest du Fotografie definieren?

Es geht darum, Schönheit im Gewöhnlichen zu finden. Manchmal muss man nur etwas genauer hinschauen oder eine andere Perspektive einnehmen, um die versteckten Geschichten zu sehen.

Könntest du uns von deiner ersten ernsthaften Begegnung mit der Fotografie erzählen?

Ich sah eine Ausstellung von Lee Friedlander mit dem Titel "America by Car". Ich liebte die Einfachheit und Beharrlichkeit.

© Mark Broyer

Was magst du beim Fotografieren am liebsten?

Dass ich mich auf niemanden verlassen muss, um Dinge zu kreieren. Es gibt keine Regeln, denen ich folgen muss. Vor allem nachts hat es etwas Meditatives, nach draußen zu gehen und Fotos zu schießen.

Lass uns ein bisschen über deine Arbeit sprechen - wie würdest du deinen fotografischen Stil / Ansatz beschreiben?

Es geht um Farbe und verfügbares Licht.

© Mark Broyer

Wer oder was würdest du sagen, hat den größten Einfluss auf deine Arbeit?

Ich sah einmal ein Gemälde von Roman Opalka. Er zeichnete Zahlen von eins bis Unendlich in winzigen horizontalen Reihen auf Leinwand. Jede neue Leinwand führte die Zählung weiter, wo die letzte aufgehört hatte.
Theoretisch könnte jeder das machen, aber tatsächlich tat das niemand, außer ihm. Er hat durch Beharrlichkeit etwas Einzigartiges geschaffen! Ich war davon überwältigt.

Das ist eine große Motivation für mich. Ich denke immer daran, wenn ich Fotos mache. Die meisten Bilder werden viel besser, wenn sie Teil einer Serie sind.

© Mark Broyer

Wie bleibst du kreativ?

Ich versuche so viel wie möglich zu fotografieren, weil ich Ideen finde, indem ich einfach irgendetwas mache.

Wir lieben deine After Hours-Serie - sie haben dieses cineastische Feeling. Hast du diesen besonderen Look / diese Ästhetik beabsichtigt?

Vielen Dank! Ja, ich suche immer nach Orten, die wie in ein Film aussehen und nur auf die Ankunft der Schauspieler warten.

© Mark Broyer

Wir haben auch bemerkt, dass deine anderen Projekte aussehen, als könnten sie zu verschiedenen Filmen gehören. Was hat dich dazu gebracht, stilistisch in diese Richtung zu gehen?

Ich denke oft in Filmszenen, wenn ich ein Foto mache. Generell versuche ich in meinen Fotos Raum zu lassen, damit man seine eigene Geschichte erzählen kann.

Was versuchst du mit deiner Fotografie zu vermitteln?

Insgesamt konzentriere ich mich auf das städtische Umfeld und darauf, wie dies das Leben der Menschen widerspiegelt.

© Mark Broyer

Was war die Idee hinter Transitory Beauty? Man erahnt viel Charakter in der Umgebung und den Autos selbst.

Um ehrlich zu sein, liebe ich Oldtimer. Vor allem amerikanische Autos. Während eines Urlaubs in Los Angeles für ein paar Wochen bemerkte ich all diese Straßenschönheiten und ich mochte besonders diejenigen mit etwas Patina. Weil sie den Verfall der Autoindustrie in den USA symbolisierten. Aber trotz des Rosts und der Dellen behielten sie ihre Würde.

Gibt es einen Künstler / Fotografen, dessen Arbeiten es für dich wert sind, verfolgt zu werden?

Ich bin ein großer Fan von Emmanuel Monzon, Greg Girard, Arnaud Montagard, Patrick Clelland, Thomas Brown und Erica Snyder. Nur um ein paar zu nennen.


Wir danken Mark, dass er uns seine Arbeit im Online-Magazin gezeigt hat. Wenn du dich für weitere von Marks Arbeit interessierst, findest du sie auf seiner Website, Instagram und Behance.

geschrieben von Marc Ocampo am 2018-05-04 in #people
übersetzt von dopa

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