OTAMP: Jakob Dellacher hat Wien wieder als Inspiration entdeckt

2017-11-28

One Thousand And More Pictures - unter dem Motto haben sich in Wien Fotografen zusammengeschlossen um gemeinsam mit einem spannenden Projekt ihre Liebe zur Analogfotografie zu teilen – und ihre Bilder mit der Welt.

What you see is what you get klingt nicht nur super albern, sondern ist auch schon lange nicht mehr spannend. Das Schöne an der Analogfotografie ist eben genau die Tatsache, dass man es erst einmal nicht so genau weiß, wie das Resultat am Ende aussehen wird. Ein Gruppe von Fotografen hat sich vor einer Weile in Wien zusammengeschlossen und mit One Thousand And More Pictures, kurz OTAMP, ein Projekt ins Leben gerufen, dass genau diese Besonderheit der Analogfotografie zu feiern scheint. Ähnlich wie bei Crowd Funding Projekten, zählt die Idee als Kunst, in die zu investieren gilt. Von dem gesammelten Geld wurden die Filme der Fotografen schließlich entwickelt und jeder Unterstützer durfte sich am Ende aus dem Pool der Resultate sein Lieblings-Print aussuchen.

Wir haben mit den teilnehmenden Fotografen gesprochen und nachgefragt, wie sie das Projekt erlebt haben.

Credit: Jakob Dellacher

Heute im Interview: Jakob Dellacher

Hallo Jakob, willkommen im Lomography Online Magazin. Erzähl uns bitte kurz ein bisschen von dir und deiner Arbeit.
Eigentlich bin ich VS-Lehrer in der integrativen Lernwerkstatt Brigittenau in Wien. Ansonsten bin ich gerade dabei die Fotos meines Großvaters zu scannen. Er war im 2. Weltkrieg an der Eismeerfront und hat dort fotografiert. Spannende und teils sehr heftige Aufnahmen sind das.

Credits: Jakob Dellacher

Wann hast du mit der Fotografie angefangen und weshalb wählst du die analoge Variante?
Analoge Fotografie hat für mich persönlich mehr Reiz. Es ist immer wieder eine Überraschung wenn du deine Negative bzw. Scans bekommst. Außerdem ist die Qualität super. Das einzig Negative und auch für viele Menschen relevante ist, dass analoge Arbeiten mit sehr hohen Kosten verbunden sind. Angefangen hab ich nicht ganz vor 10 Jahren.

Wie bist du auf das Projekt OTAMP gekommen und was hat dich daran gereizt?
Vor zwei Jahren habe ich eine Fotoausstellung mit dem Titel Der Urlaub war so schön organisiert. Ich hab Paul damals gefragt ob er mitmachen will. Er und einige seiner Kollegen machten mit und wir hatten einen riesen Spaß. Ein Jahr später fragte er mich, ob ich bei dem OTAMP Projekt mitmachen will. Ich fand die Idee super und war sofort dabei!

Credits: Jakob Dellacher

Hast du die Serie speziell für OTAMP geschossen? Wie hat dich der Hintergrund des Projektes beim Fotografieren beeinflusst?
Ich habe extra für das OTAMP Projekt in und rund um Wien fotografiert. Der Hintergrund hat mich sehr wohl beeinflusst. Wenn die Kosten für die Entwicklung und Scans übernommen werden ist man schon motiviert, haha!

Gab es nach der Entwicklung für dich Überraschungen in deiner Serie?
Es gibt immer Überraschungen nach dem Entwickeln. Das ist auch das Schöne an der analogen Fotografie.

Credits: Jakob Dellacher

Rückblickend auf das OTAMP Projekt: Welchen Mehrwert konntest du als Künstler daraus ziehen, bis auf die Tatsache, dass die Kosten der Filmentwicklung wegfielen?
Ich habe zu dieser Zeit viel in Wien fotografiert und die Stadt als Inspirationsquelle wiederentdeckt.

Welche Kamera/Film hast du verwendet?
Eine Contax T2 Kamera und einen Superia (Fuji) Film

Wo sind die Bilder entstanden?

Hauptsächlich in und rund um Wien. Außer das idyllische Herbstbild. Das habe ich beim Bergsteigen in Oberösterreich auf der „Brennerin“ geschossen. Die restlichen Fotos sind eine bunte Mischung aus meinem Alltag in Wien.

Ganz grundsätzlich: Was inspiriert dich?
Mich inspirieren die Kinder in der Schule, vor allem die Arbeit mit autistischen und Trisomie 21 Kindern ist sehr spannend. Viele der Bilder die sie malen sind vergleichbar mit Arbeiten großer Meister. Außerdem stellen für mich diverse kreative Lebensbereiche wie z.B. Musik, Skateboard fahren und Reisen, eine große Inspiration dar.

Credits: Jakob Dellacher

Wodurch entwickelst du dich als Fotograf weiter?
Für mich ist wichtig ist, dass ich die Freude daran nicht verliere und darum experimentiere ich in verschiedenen Bereichen. Im Sommer habe ich vor allem Fotos mit meinem Smartphone gemacht. Da habe ich mich nicht unbedingt fotografisch weiterentwickelt und die Fotos sind auch nicht berauschend. Die Erfahrung war dennoch gut, darum habe ich jetzt wieder einen Film in meine analoge Kamera eingelegt.

Kannst du uns zum Abschluss noch dein Lieblingsbild aus deiner Serie für OTAMP auswählen und erzählen weshalb?
Ein direktes Lieblingsbild aus meiner Serie gibt es für mich nicht unbedingt, allerdings zählt das Foto Fleisch und zwei Blumen zur engeren Auswahl. An dem zwei Blumen Foto gefallen mir die Formen und das Schattenspiel. Das Fleisch Foto gefällt mir, weil bei genauer Betrachtung auch ein Selbstportrait darin zu sehen ist.

Credits: Jakob Dellacher

Und noch ein Tipp an junge Fotografen, die vielleicht gerade damit anfangen?
Ich kann jeden ans Herz legen analoge Fotografie zumindest auszuprobieren. Ein Foto in der Hand fühlt sich anders an als ein Foto am Laptop.


Für mehr Bilder und Inspirationen, folgt Jakob auf Instagram.

Mehr Infos zum One Thousand and more Pictures Projekt findest du auf Facebook oder ihrem Instagram Account.

geschrieben von birgitbuchart am 2017-11-28 in #News #people #interview #otamp

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