OTAMP: Peter Jaunig über seine Bilder in fremden Wohnzimmern

2017-11-23

One Thousand And More Pictures - unter dem Motto haben sich in Wien Fotografen zusammengeschlossen um gemeinsam mit einem spannenden Projekt ihre Liebe zur Analogfotografie zu teilen – und ihre Bilder mit der Welt.

What you see is what you get klingt nicht nur super albern, sondern ist auch schon lange nicht mehr spannend. Das Schöne an der Analogfotografie ist eben genau die Tatsache, dass man es erst einmal nicht so genau weiß, wie das Resultat am Ende aussehen wird. Ein Gruppe von Fotografen hat sich vor einer Weile in Wien zusammengeschlossen und mit One Thousand And More Pictures, kurz OTAMP, ein Projekt ins Leben gerufen, dass genau diese Besonderheit der Analogfotografie zu feiern scheint. Ähnlich wie bei Crowd Funding Projekten, zählt die Idee als Kunst, in die zu investieren gilt. Von dem gesammelten Geld wurden die Filme der Fotografen schließlich entwickelt und jeder Unterstützer durfte sich am Ende aus dem Pool der Resultate sein Lieblings-Print aussuchen.

Wir haben mit den teilnehmenden Fotografen gesprochen und nachgefragt, wie sie das Projekt erlebt haben.

Heute im Interview: Peter Jaunig

Credits: Peter Jaunig

Hallo Peter, willkommen im Lomography Magazin. Erzähl uns bitte kurz ein bisschen von dir und deiner Arbeit.
Hallo! Ich arbeite als Grafiker, die Fotografie ist eigentlich nur Zeitvertreib, aber das seit vielen Jahren. Mal intensiver, mal weniger. In letzter Zeit fotografiere ich fast nur noch auf Reisen, an fremden Orten ist meine Motivation am größten.

Wann hast du mit der Fotografie angefangen und weshalb wählst du die analoge Variante?
So zirka 2005 mit der alten Spiegelreflexkamera meines Vaters. Ein Freund hat mich etwa zur selben Zeit zum Kauf alter analoger Sucherkameras animiert. Die waren zum Teil wahnsinnig günstig und einfach wunderschön. Mein erstes Teil war eine Yashica Electro 35.

Wie bist du auf das Projekt OTAMP gekommen und was hat dich daran gereizt?
Paul und ich kennen uns schon sehr lange und wir hatten auch schon diverse fotografische Projekte und Ausstellungen zusammen gemacht. Ich finde das Konzept ganz großartig, er hat mich gefragt ob ich mitmachen möchte und ich war dabei!

Credits: Peter Jaunig

Hattest du den Film zuhause herum liegen oder speziell für das Projekt Fotos geschossen?
Ich habe die Filme extra dafür fotografiert.

Hat dich der Hintergrund des Projektes beim Fotografieren deiner Serie in irgendeiner Weise beeinflusst – in welcher Weise?
Beeinflusst insofern, als dass die Aktion mich zum Fotografieren animiert hat, ansonsten wären diese Bilder wohl gar nicht entstanden.

Credits: Peter Jaunig

Gab es nach der Entwicklung für dich Überraschungen in deiner Serie?
Eigentlich nicht, bis auch die Tatsache, dass ich auch einen alten DIA Film verschossen hatte, der seit 1991 abgelaufen war. Die Bilder waren leider völlig unterbelichtet und unbrauchbar…

Rückblickend auf das OTAMP Projekt: Welchen Mehrwert konntest du als Künstler daraus ziehen, bis auf die Tatsache, dass die Kosten der Filmentwicklung wegfielen ;-)
Es hängen nun anscheinend echt viele Bilder von mir in fremden Wohnzimmern, was ohne OTAMP so wohl nie zustande gekommen wäre!

Credits: Peter Jaunig

Welche Kamera/Film hast du verwendet?
Contax G1 damals auch noch T2 und Kodak Color 200

Wo sind die Bilder entstanden?
Auf einer Party in Wien und in Kroatien.

Kannst du uns zu Bild 05 etwas erzählen? Was ist die Geschichte dazu?
Das sind tanzende Jünglinge bei einem Unsterblichkeitsritual, an einem von Künstlerin Anna Paul inszenierten Abend.

Credit: Peter Jaunig

Grundsätzlich: Was inspiriert dich?
Fremde Orte, ungewöhnliche Situationen

Wodurch entwickelst du dich als Fotograf weiter?
Ich weiß nicht ob ich mich überhaupt weiterentwickle, aber hier und da schaut man sich etwas bei anderen Fotografen ab :)

Kannst du uns zum Abschluss noch dein Lieblingsbild aus deiner Serie für OTAMP auswählen und erzählen weshalb?
Das wär wohl Bild 07 weil es sehr untypisch für mich ist und nicht meinen eigentlichen Stil entspricht.

Credit: Peter Jaunig

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geschrieben von birgitbuchart am 2017-11-23 in

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