Gezeichnet und irgendwie analog – die Kreativköpfe des HFA-Studios im Gespräch über ihr kollektives Schaffen

2017-11-06 1

Wir haben den Illustratoren des HFA Studios zwei Lomo'Instants in die Hand gedrückt und sie gebeten, sich auszutoben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – und vielleicht dir gehören. Mit ihrem Ehrgeiz, ihrer Kreativität und "irgendwie analogen Kunst" erobern die drei in diesem Interview unsere Herzen.

Credit: HFA Studio

Hallo liebes HFA Studio! Willkommen im Lomography Magazin. Vielleicht könnt ihr euch ganz kurz für die Leser vorstellen.

Danke für die Einladung. Wir sind drei Illustratoren & Grafik Designer aus Salzburg, die in Wien das Kreativkollektiv HFA Studio betreiben. HFA Studio sind die Gebrüder Charlie & Leo Scheichenost und internationales Topmodel Fabian Dankl. Das HFA Studio hat sich auf handgemachte Illustration und Lettering spezialisiert, wobei wir Dank unserer multidisziplinären Ausbildung in allen Bereichen von A wie Branding bis Z wie Marketing versiert sind.

Ihr habt alle drei Grafik und Werbung studiert und konzentriert euch nun vorwiegend auf Illustrationen und Lettering? Was war der Gedanke hinter der Gründung eures eigenen Kollektivs?

Wir haben schon während des Studiums ständig Anfragen für Auftragsarbeiten bekommen. Während eines beruflichen Auslandaufenthaltes von Charlie in Indonesien entstand die Idee des gemeinsamen Studios, die beim Zusammentreffen aller drei Designer auf der Insel Bali nach und nach Form annahm. Zurück in Wien haben wir dann das Kollektiv mit eigenem Studio / Atelier gegründet. Das Studio erleichtert gemeinsame Projekte und Kundenanfragen enorm. Als Kollektiv kannst du auf die Stärken des anderen zurückgreifen, unmittelbar Feedback einholen und dich gegenseitig motivieren.

Credit: HFA Studio

Gerade im kreativen Bereich Auftragsarbeiten zu erledigen, kann oft zu Konflikten führen. Nehmt ihr nur Jobs an, für die ihr euch selbst tatsächlich begeistern und in denen ihr frei kreativ sein könnt, oder muss man sich eben manchmal an strikte Vorgaben halten, die man vielleicht selbst nicht sonderlich gut findet?

Grundsätzlich haben wir für jedes Projekt bzw. Idee ein offenes Ohr – es sei denn, es ist etwas, mit dem wir persönlich oder politisch ein Problem hätten.
Je freier eine Arbeit, desto besser, doch am Ende vom Tag sind wir Dienstleister, die nach Gestaltungslösungen suchen, und keine freien Künstler. Auch Vorgaben können spannend sein, solange sie uns nicht einschränken. Wenn wir etwas für nicht sonderlich gut halten, versuchen wir das auch konkret zu argumentieren bzw. versuchen gemeinsam mit dem Kunden das Beste rauszuholen.

Was war bisher euer coolster Auftrag/coolstes Erlebnis als HFA Studio?

Eines der Highlights war ein Projekt in dem W Hotel auf den Malediven, wo wir eine 20 Meter lange Holzwand bemalt haben. In der Mittagspause mit Riffhaien und Schildkröten zu tauchen war echt nice. Im Februar waren wir in Kuala Lumpur, Singapur und Bali unterwegs, um diverse Büros und Wände zu gestalten und tausendjährige Eier zu essen. Und Leos Silber-Auszeichnung beim Cannes Lions International Festival of Creativity ist auf jeden Fall auch nennenswert.

Credit: HFA Studio

Euer früheres Grafikprojekt, Luft Fabrik, war ein reines Kunstprojekt im öffentlichen Raum, richtig? Wieso habt ihr den Schritt in die Werbung gewagt?

Luft Fabrik war ein freies Illustrationsprojekt. Nachdem wir über Luft Fabrik auch mehr und mehr Aufträge bekommen haben, war es wichtig Auftragsarbeiten und Kundenjobs von unseren freien Projekten zu trennen.

Mal abgesehen von der ästhetischen Gestaltung – welchen Anspruch stellt ihr selbst an eure Arbeiten? Was ist eure Aufgabe in Bezug auf den Kommunikationsprozess, der in der Werbung stattfindet?

Ein Logo muss/kann/soll genauso etwas transportieren wie ein CD Cover. Alles kommuniziert – und das ist in der Illustration genauso relevant. Werbung will in erster Linie verkaufen – und wir wollen Inhalte transportieren und kommunizieren.

Womit habt ihr die Kameras bemalt/gestaltet?

Posca Marker, Aqua Jet Farben und Flüssigacryl.

Credits: HFA Studio

Was habt ihr als Design für unsere beiden Kameras gewählt und weshalb? Woher kam die Idee?

Wir haben, klassisch für uns, eine Kamera rein illustrativ und eine mit Handlettering gestaltet. Nachdem die Gestaltung vollkommen frei war, ist es ein Pattern aus Muränen und Typo zum Thema Fotografie geworden.

Credits: HFA Studio

Der ultimative Traum-Auftrag?

Charlie: Ein altes Backsteingebäude, das in einem sonnigen Land mit Strand steht, innen mit Wandgestaltungen zu bespielen. Das Projekt dauert 5 Jahre, ist bezahlt und wir haben freie Hand. Danach können wir das Gebäude als Atelier nutzen.

Leo: CD Cover bzw. Artwork für Nine Inch Nails!

Fati: Rapper Quavo’s Ferrari bemalen.

Wie würdet ihr euren Stil beschreiben?

Gezeichnet. Irgendwie analog.
Wir versuchen immer einzigartige Arbeiten zu erstellen und haben unsere bevorzugten Techniken. Wir sind dennoch immer motiviert, etwas Neues zu probieren und wollen uns da nicht beschränken.

Kreativ sein bedeutet...

Neue Lösungsansätze zu finden.

Wieso glaubt ihr, funktioniert ihr so gut zusammen als Team?

Wir kennen die Stärken des Anderen, wir verstehen uns gut. Wir hören circa die gleiche Musik. Wir haben ähnliche Ziele.
Natürlich gibt's auch mal Uneinigkeiten – die können aber durch Gespräche konstruktiv gelöst werden.

Credit: HFA Studio

Wie haltet ihr euch kreativ? Was inspiriert euch?

Das kann alles sein. Ich denke, unsere sichtbarsten Inspirationen sind neben Schrift in all ihren Facetten insbesondere Tiere, Pflanzen, Formen und Strukturen. Essentiell für neuen Input sind Reisen, andere Kulturen und Blickwinkel, auch auf bekannte Dinge. Da lernt man immer etwas dazu und das fließt dann irgendwie in die Arbeiten ein. Designtechnisch ist es schwer, da eine bestimmte Sache zu nennen. Uns kann ein aufwändiges Gemälde genauso berühren wie eine simple Idee, es kommt immer auf den Kontext an.

Habt ihr Künstler, zu denen ihr besonders auf schaut oder die euch beeinflussen?

Das wird schwierig, das auf ein paar Namen zu beschränken. Wir gehen auf diverse Ausstellungen und natürlich wird täglich Instagram kontrolliert, mit einer guten Mischung aus Fotografen, Illustratoren, Tätowierern und Typografen, plus jeder erdenklichen Meme-Seite.
Dann gibt es Muralisten wie Aryz, Momo, Felipe Pantone, Smithe One.

Habt ihr euch schon mal in der Fotografiekunst versucht?

Wir haben noch zu viel mit der Technik einer Kamera zu kämpfen, als dass wir schon künstlerisch damit umgehen könnten.

Ihr habt eine Lomo’Instant bekommen und eure Arbeit damit dokumentiert. Wie hat euch die Kamera gefallen?

Sehr gut. In Zeiten des iPhones ist es schön, ein analoges Foto in der Hand zu halten, und das auch noch so unmittelbar nach dem Auslösen. Das hat auf jeden Fall einen anderen Wert!

Credit: HFA Studio

Wie geht's bei euch jetzt weiter? Irgendwelche spannenden Pläne von denen ihr erzählen wollt?

Wir arbeiten gerade in unserem Studio an unserem Projekt namens High Functional Addicts, kurz HFA. Im Vergleich zu unserem Studio, das als Agentur Kunden- und Auftragsarbeit abwickelt, ist HFA unser eigenes Ding mit allen Freiheiten. HFA ist mehr ein Zusammenschluss an motivierten Leuten aus verschiedensten Ecken, die alle ihre eigenen Ziele fast suchtartig und ziemlich kompromisslos verfolgen. Diese Lebenseinstellung haben wir zu unserem Mantra gemacht und in diesem Rahmen werden in Zukunft Events, limitierte Produkte und noch vieles mehr entstehen.

Und zum Abschluss: Ein persönlicher Tipp an junge Kreative, die vielleicht davon träumen irgendwann so mutig, wie ihr zu sein, und ihr eigenes Projekt auf die Beine zu stellen.

Solange es geht muss man es einfach riskieren! Gut planen und dann einfach machen – nur nicht ewig in der Theorie hängen bleiben.

Credit: HFA Studio

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Seht mehr von der Arbeit des HFA Studios und schaut auf ihrer Homepage vorbei und folgt den Jungs auf Instagram

geschrieben von birgitbuchart am 2017-11-06 in #gear #News

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Ein Kommentar

  1. yago56
    yago56 ·

    Schicke Teile

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