From Dusk 'Till Dawn - Ein Interview mit Louis Dazy

2017-11-02

Louis Dazy ist ein Pariser Fotograf, der für seine elektrisierenden Doppelbelichtungen bekannt ist, die verschiedene visuell ansprechende Elemente zusammenführen. Wir haben uns mit ihm in Verbindung gesetzt, um nach seinem Stil, seinem kreativen Prozess und nach Tipps zu fragen, wie man kreativ bleiben kann. Kurz gesagt, hier ist unser kurzes Gespräch mit Louis.

© Louis Dazy

Hallo, Louis! Willkommen im Lomography-Magazin! Schön, dass du da bist. Bitte stell dich einmal vor.

Hi! Mein Name ist Louis Dazy, ich bin ein französischer Fotograf aus Paris. Man kennt mich hauptsächlich wegen meiner Doppelbelichtungen.

Wie bist du zur Film-Fotografie gekommen?

Ich habe vor zweieinhalb Jahren angefangen zu fotografieren. Zu der Zeit habe ich auch gleich Film genutzt. Ich wusste, dass ich den Film-Look haben wollte, deswegen habe ich mir bei eBay eine Nikon F2 geholt und im Fotoladen kaufte ich mir 2 Rollen Film, einen Portra 400 und einen Ektar 100.

© Louis Dazy

Was ist für dich Fotografie?

Fotografie ist verträumt, ewig, vielleicht sogar zeitlos, auch wenn es ein bisschen kitschig klingt.

Was macht deiner Meinung nach ein gutes Bild aus?

Das, was die Leute darin erkennen. Ich mag es, dass jeder seine eigene Interpretation von Fotos hat und alles auf eigene Weise sieht. Ich glaube, solang die Leute irgendetwas empfinden, wenn sie sich ein Foto ansehen, ist es ein gutes Foto.

© Louis Dazy

Was magst du an der Fotografie am liebsten?

Die Fotografie hat mir geholfen mich selbst zu finden. Sie nimmt einen mit auf Abenteuer, sie lässt dich neue Leute treffen, sie lässt dich ein Leben führen, das du schon früher hättest leben sollen. Eine andere Sache, die mir an der Fotografie gefällt ist, dass ich aus meiner Vorstellungskraft heraus Erinnerungen erschaffen kann. Sie spiegelt wieder, was ich ich in einem bestimmten Moment gefühlt habe und später kann ich mir die Fotos ansehen und wieder so fühlen.

Was ist dein Lieblingsmotiv?

Nachtaufnahmen und Neonlicht. Oh, und Landschaften in der Dämmerung.

© Louis Dazy

Was macht deiner Meinung nach Mehefachbelichtungen so besonders?

Ich habe noch nie darüber nachgedacht, aber ich schätze, es liegt daran, dass sie ungewöhnlich sind. Die Leute mögen einfach, in einem Bild zwei Blickwinkel zu sehen.

Was hat den größten Einfluss auf deinen Stil und deine Fotografie?

Hauptsächlich Kino und Musik, ich finde, ich muss einfach etwas spüren und Musik hilft mir sehr dabei. Ich höre 6 bis 8 Stunden täglich Musik und kann einfach nicht genug bekommen. Manchmal sind es die Worte, manchmal die Melodie, die mir eine Idee von dem geben, was ich fotografieren will.

© Louis Dazy

Welcher Künstler (ob Fotograf oder auch nicht) hat den größten Effekt auf deinen Stil und deine Fotografie?

Ich glaube Stanley Kubrick.

Wenn du mit einem beliebigen Künstler / Fotografen / Maler usw. zusammenarbeiten könntest, wer wäre das?

Ich würde gerne mit Gregory Crewdson und / oder Toby Harvard zusammenarbeiten.

© Louis Dazy

Wenn du für den Rest deines Lebens mit nur einer Kamera und einer Sorte Film arbeiten könntest, welche wären das?

Einfach. [haha] Ich habe immer schon mit nur einer Kamera fotografiert (na ja, fast) und zwar mit meiner Nikon F2. Also wäre es definitiv die F2, was die Kamera angeht. Was den Film angeht... Ich habe den Lomo 400 jetzt schon eine ganze Weile genutzt und ich muss sagen, er ist wirklich gut. Ich mag die Ergebnisse bei Nacht / im Licht der Stadt, er ist einfach toll! Ich denke also, ich würde den Lomo 400 nehmen.

Wie bleibst du kreativ?

Ein einfacher Ratschlag: Halte dich fern von der Routine.

© Louis Dazy

Wir sind ganz begeistert von deinen Nacht- und Dämmerungsaufnahmen mit Neonlichtern und glühenden Hintergründen. Was reizt dich daran, solche Bilder zu machen?

Abenddämmerung und Nacht waren für mich schon seit ich jung war besondere Momente. Ich hatte zuerst Angst vor der Dunkelheit, hatte überall in meinem Zimmer Lichterketten und spielte mit ihren Farben. Es ist definitiv die Zeit des Tages, zu der ich mich am Kreativsten fühle, weniger Leute auf den Straßen, die Stadt wird ruhig und man kann einfach herumwandern, keine Hektik, keine Menschenmengen, viele bunte Lichter. Solche Dinge machen mich besonders kreativ.

© Louis Dazy

Was ist das Verrückteste, das du beim Fotografieren erlebt hast?

Wahrscheinlich nicht wirklich verrückt, aber irgendwie kann ich mich noch ganz genau an diesen einen Moment erinnern: Es war während meiner Zeit in Australien, als ich mit ein paar Freunden den Grampians-Nationalpark in Victoria besuchte. Wir gingen zum höchsten Aussichtspunkt und beobachten den Sonnenuntergang mit ein paar Bieren, meine Freunde schossen Fotos, aber ich war nicht wirklich in Stimmung. Ich ging etwas spazieren und stolperte über diese zwei Mädchen, die schweigend auf einem Felsen saßen und den Sonnenuntergang beobachteten. Die Stimmung war so stark, dass es mir so vor kam, als hätte ich eine ganze Stunde nur da gestanden und sie beobachtet. Ich habe ein Foto von ihnen gemacht und bin dann gegangen, ohne etwas zu sagen. Ich wette, ich werde mich noch in 50 Jahren an dieses Gefühl erinnern.

© Louis Dazy

Was glaubst du ist wichtiger - Talent oder Fertigkeit?

Talent und Übung, Fertigkeit ist nicht so wichtig. Solange man Dinge fühlt und sein Bestes gibt, um sich mit dem, was man fotografiert, auszudrücken, spielt die Fertigkeit keine Rolle. Ich habe ehrlich gesagt kein besonderes Können, wenn es um Fotos geht. Ich kenne nur die Grundlagen, aber das reicht.

Wie wird sich deiner Meinung nach die Fotografie in den nächsten Jahren entwickeln?

Vielleicht wird die Nachfrage nach Film weiter wachsen, aber ich weiß es wirklich nicht. Ich mach mir ehrlich gesagt keine Sorgen und werde weiter meinen F2 benutzen!

© Louis Dazy

Wenn du die Fotografie durch eine Sache ersetzen könntest, was wäre das?

Nichts, sorry!

Wie sieht für Louis Dazy ein perfekter Tag aus?

Nach einer Nacht früh aufwachen, so um 8-9 Uhr, die Klamotten von gestern anziehen, ausgehen und mit einem Freund frühstücken, an einem sonnigen Nachmittag im Park chillen, vielleicht ein bisschen an den Strand gehen, gegen 18 Uhr ins Auto springen und mit ein paar Freunden und ein paar Bieren, raus aus der Stadt, keine Pläne, keine Wegbeschreibungen, einfach fahren, stoppen, wo immer es sich gut anfühlt oder es gut aussieht, Lagerfeuer, sich mit Freunden und Bier betrinken, auf dem Boden einschlafen und am nächsten Tag alles wiederholen.

Was würdest du machen, wenn du kein Fotograf wärst?

Ich wäre sicher ein Musiker, wahrscheinlich ein Sänger, auch wenn ich eine schreckliche Stimme habe.

Kaffee oder Whiskey?

Whiskey, auf Eis.

© Louis Dazy

Wie sollten Menschen deiner Meinung nach mit Erfolg und Misserfolg umgehen?

Wir sollten beide auf die gleiche Weise behandeln, sie sind einfach Teil unseres Lebens. Nimm beide an und mach das Beste draus, Erfolg fühlt sich nur dann gut an, wenn man weiß, was Versagen ist.

Hast du irgendwelche abschließenden Worte an unsere Leser?

Hey Leute! Fotografiert weiter, tut, was ihr liebt, versucht nicht, erfolgreich zu sein, seid nur euch selbst treu und ihr werdet Erfolg haben. Okay, das ist super kitschig ... aber es stimmt trotzdem.


Wir danken Randy P. Martin für dieses interessante Interview. Wenn du Interesse an seiner Arbeit hast, besuche doch einmal seine Website und sein
Instagram-Profil.

geschrieben von Marc Ocampo am 2017-11-02 in #people
übersetzt von dopa

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