Let me introduce you: cfehse

2017-10-29 3

"Let me introduce you" ist ein Format, in dem wir euch jede Woche einen neuen Lomographen aus unserer Community vorstellen. Dieses Mal haben wir uns mit @cfehse aus Osnabrück unterhalten. Aus seinen zahlreichen, unterschiedlichen Fotografien haben wir eine Strecke zusammengestellt, in der er die Schönheit vergessener Orte festhält.

Von: cfehse

Willkommen im Lomography Magazin, Christian! Stell dich bitte kurz bei unseren Lesern und der Community vor und erzähle ein kleines bisschen über dich.

Ich heiße Christian Fehse, bin 50 Jahre alt und bin Inhaber und Geschäftsführer eines mittelständischen Softwareunternehmens in Osnabrück. Ich fotografiere seit ca. 1990 - zumindest für mich - "ernsthaft" aber in Wellen. Wie alles was ich mache, fotografiere ich entweder sehr intensiv oder fast gar nicht. In den letzten 3 - 4 Jahren wieder sehr intensiv. Ich fotografiere, um Gefühle in den Bildern darzustellen, die sonst einfach in meinem Kopf bleiben würden. Wenn ich malen könnte, würde ich malen. Das kann ich aber leider nicht.

Von: cfehse

Wie bist du zur analogen Fotografie gekommen?

Als ich angefangen habe, gab es nur die eine Fotografie. Dabei bin ich geblieben. Nur Abzüge mache ich keine mehr.

Wie hast du den Weg zur Lomography Community gefunden?

Der ersten Kontakt mit den Lomos hatte ich Anfang der 90er auf der Photokina, da war eine große LomoWall ausgestellt. Ich habe mir das damals mit meinem Fotografen-Mentor angeschaut und so richtig einordnen konnten wir das ganze beide nicht. Der Begriff Lomography ist aber im Gedächtnis geblieben. Vor zweieinhalb Jahren habe ich einfach im Netz gesucht, die Seite gefunden und mich angemeldet.

Von: cfehse

Auf deiner LomoHome findet man viele unterschiedliche Arten von Fotografien. Portraits, Architektur, Landschaften. Wie wählst du deine Motive und was reizt dich an den unterschiedlichen Arten?

Ich fotografiere in der Welt der Dinge gerne das, was sich am Rande der Wahrnehmung befindet. Dinge, die man leicht übersieht - Altes, Verlassenes und Ruhiges. In den letzten Jahren machte ich relativ viel Straßenfotografie, also vorwiegend ohne Menschen - nur die Umgebung, den Lebensraum. Bei Menschen interessiert mich der Mensch an sich. Am besten so, wie er wirklich ist, oder wie er zumindest eine glaubwürdige Rolle spielt. Ich fotografiere zur Zeit mehr Frauen als Männer, aber nicht ausschließlich.

Wir haben aus deinen vielen tollen Fotos, eine Serie zusammengestellt, die dein Auge für Geradlinigkeit unterstreicht. Uns gefallen die klaren Kompositionen und Linien. Suchst du danach, oder stechen dir Motive dieser Art einfach ins Auge?

Die Serie ist wirklich sehr schön zusammengestellt. Ich selber hätte die Bilder nie so zusammen ausgewählt.
Da ich von der reinen Schwarz-Weiß-Fotografie komme - Farbe benutze ich erst seit Neustem - hat sich bei mir ein Blick für Formen entwickelt. Eigentlich suche ich nicht danach.
Für gewöhnlich sehe ich das Bild entweder, oder ich sehe gar nichts. Oft habe ich die Kamera einfach dabei (Regel #1!) und lasse die Stimmung auf mich wirken. Bei den ausgewählten Fotos war es teilweise anders. Da wusste ich, wann ich wo sein werde und was mich dort ungefähr erwartet. Städte fotografiere ich gerne bei Nacht. Da treten die Formen besonders in den Vordergrund.

Von: cfehse

Viele der Fotos entstanden in verlassenen Gebäuden oder Fabrikgeländen. Was fasziniert dich an diesen Orten? Und wie entdeckst du sie?

Wirklich verlassene Orte strahlen eine große Ruhe aus, erzählen aber auch immer eine Geschichte. Gerade in Umgebungen, wo Menschen gearbeitet haben, finde ich den Gegensatz von ehemaliger Wichtigkeit oder Bedrohlichkeit zu der jetzigen Bedeutungslosigkeit sehr anziehend. Das zu finden ist gar nicht mehr so leicht. Früher hatten wir hier in Osnabrück das stillgelegte Klöckerwerk und bis vor ein paar Jahre fünf verlassene Kasernen der Britischen Arme. Mittlerweile ist das aber alles nicht mehr da.

Wenn meine Fotos sprechen könnten, würden sie sagen…

Sie würden ihre Geschichte erzählen. Wenn es pfiffige Bilder wären, dann auch gerne immer wieder eine andere - und natürlich für jeden Betrachter seine eigene.

Wer oder was inspiriert dich?

Ganz zu Anfang Helmut Newton - White Women, Nordfleisch - das waren diese Bilder, die mir sagten, sowas müsste ich auch machen. Später Jeauloup Sieff, Peter Lindbergh und leider erst viel später habe ich von Roger Ballen gehört.

Von: cfehse

Was muss ein perfektes Foto für dich haben?

Ein gutes Foto erzeugt ein Gefühl in meinem Kopf und mit Phantasie entsteht eine Geschichte rund um den Moment der Aufnahme. Das passiert immer, wenn ich das Bild anschaue. Bei einem perfekten Bild erinnere ich mich im passenden Moment an das Gefühl, auch ohne das Bild zu sehen.

Hast du ein persönliches Lieblingsfoto auf deiner Home?

Diese beiden Bilder finde ich mit die besten, die ich in letzter Zeit gemacht habe:

Von: cfehse

Was sind deine Ziele für deine fotografische Zukunft? Ein bestimmter Ort an dem du gerne einmal fotografieren willst, oder eine bestimmte Person, die du vor die Linse bekommen willst?

Ich muss die Wüste Namib noch einmal fotografieren! Als ich das letzte Mal dort war, war ich krank. Auch Menschen gibt es noch ein paar, die ich gerne fotografieren würde. Mal sehen, von wem ich ein Bild machen darf.

Von: cfehse

Seht mehr Fotos von @cfehse auf seiner LomoHome

geschrieben von birgitbuchart am 2017-10-29 in

Dir gefällt diese Seite? Klicke hier für noch mehr Inspiration in festlichen Beiträgen auf unserer Happy Holidays Seite. In einem Fotowettbewerb kannst du ein tolles Lomography Geschenkpaket gewinnen, ein Quiz klärt dich über deinen Fotografiestil auf, und tägliche Adventsangebote machen das Weihnachtsshopping zu einem Kinderspiel!

3 Kommentare

  1. notoriousvik
    notoriousvik ·

    spitze!

  2. cfehse
    cfehse ·

    @notoriousvik Danke!

  3. josa
    josa ·

    klasse Beitrag !

Mehr interessante Artikel