25 Dinge, die sich in 25 Jahren Fotografie geändert haben

2017-07-31

In den letzten 25 Jahren ist in der Fotografie viel passiert. Zu Lomographys 25tem Geburtstag wollen wir die Highlights, Trends und Problembereiche von 1992 bis heute Revue passieren lassen und uns ansehen, inwiefern sie diese Kunstform verändert und geformt haben.

Kodak Photo CD; Screen NCSA Mosaic 3.0. von Daewoo; a versioin of Adobe Photoshop from Wikimedia Commons

1. Die Kodak Photo CD - 1992 hat Kodak eine revolutionäre Entwicklung vorgestellt, welche die Fotografie für immer verändert hat: die Photo CD. Ihre Erfindung bedeutete, dass Menschen nun ihre Bilder auf einer CD speichern konnten. Das führte in weiterer Folge zur Entstehung des digitalen Films, digitalen Kameras, digitalen Bilderrahmen und schließlich sogar zu Kameras in Handys und Tablets.

2. Die Lomographische Gesellschaft - Der Anfang der 90er Jahre stand ganz im Zeichen der neuen digitalen Fotografie. Währenddessen genoss die analoge Fotografie einen ganz besonderen Glanzmoment, als die Lomographische Gesellschaft, eine Gruppe, die für die Etablierung der künstlerischen Bewegung Lomographie verantwortlich war, gegründet wurde. Die Lomographische Gesellschaft ist bis heute aktiv und bestärkt Menschen auf der ganzen Welt, analoge Fotografie am Leben zu halten. Außerdem steckt sie hinter der Organisation einer der größten Internetportale zum Thema Filmfotografie.

3. Das Internet - Man kann vieles über das Internet sagen. Vor allem über seinen Einfluss auf die Fotografie. Die NCSA brachte den ersten World Wide Web Browser namens "Mosaic" heraus. Dieser erlaubte erstmals die Anzeige von Bildern in separaten Fenstern. Das war der Anfang der Uploadmöglichkeiten virtueller Fotografien. Dank des Internets haben sich auch Seiten wie Photo.Net, Flickr und 500px entwickelt, auf denen man seine Bilder mit einer Community teilen kann.

4. TIME Magazine OJ Simpson Skandal - 1995 kam es in der Fotografiewelt zu einem Skandal. Das berühmte Time Magazine hatte ein Polizeifoto des beschuldigten Mörders OJ Simpson auf dem Cover abgebildet. Ein anderes Magazin verwendete dasselbe Bild, nur in unbearbeiteter Version. Als die beiden Covers nebeneinander an Zeitungsständen auflagen, wurde jedem Betrachter schnell eines klar: auf dem Cover der Times war Simpsons Haut um einiges dunkler. Dieser Skandal führte zu einer Hinterfragung der Fotografie selbst als wahrheitsgemäßes Medium. Es wurde in Frage gestellt, ob man sie weiterhin als Beweis für die Realität verwenden konnte, wenn es so einfach war, sie nachträglich zu verändern.

5. Die Einführung des APS Systems - Im Jahr 1997 wurde das APS System vorgestellt. Dabei handelte es sich um ein Format der Standfotografie, das die Qualität der Filmfotografie erhöhte. Obwohl es aufgrund der digitalen Fotografie nur eine kurze Lebensdauer hatte, brachte das APS System eine einfache und hochqualitative Kontrolle für Amateure der Filmfotografie.

Princess Diana von Paisley Scotland; Nikon D80 von Wladyslaw

6. Der E-Film (1997) - Der E-Film war einer der ersten Adapter, die es erlaubten, alle Funktionen einer analogen 35mm Kamera ins digitale Format zu übermitteln. Er war vor allem bei Fotografen ein Hit, die sich noch nicht ganz an die analoge Fotografie herangetraut hatten.

7. Paparazzi und der Tod von Princess Diana (1997) - Über den Tod der Prinzessin, sowie dessen Ursache wurde viel und laut diskutiert - aber viele Menschen machen bis heute die Presse und die Paparazzi dafür verantwortlich. Wieso? Weil Berichten zufolge Paparazzi wie verrückt hinter der Prinzessin hergejagt hatten. Im Versuch diesen zu entkommen, fand Diana ihr Ende. Das Ganze löste eine weitere Debatte bezüglich der Frage von Privatsphäre und Ethik zwischen Fotografen aus.

8. Digital Watermarking System - Dieses System wurde im Jahr 1997 von Digimarc vorgestellt. Es erlaubte Fotografen digitale Information in Audio-, Video und Druckmaterial einzubetten, sodass sie ihre Arbeiten leicht identifizieren konnten - vor allem, wenn sie diese über das Internet teilten. Es bot Fotografen erstmals den Schutz ihrer Arbeiten.

9. Das Rennen der Digitalkameras - Digitale Fotografie stand die letzten Jahre im Mittelpunkt; mittlerweile hat sie sich zum Mainstream Medium entwickelt. Um nur ein paar zu nennen haben die Canon Rebel 300, die Nikon D1, die Canon EOS Serie, die Canon Mark Serie und die Nikon D Serie die Fotografieindustrie des 21ten Jahrhunderts dominiert.

10. www.corbis.com - Als das Internet noch in Kinderschuhen steckte, waren Dinge wie Online Shops oder Online Gallerien noch gar nicht weit verbreitet. Einer der ersten Vorreiter diesbezüglich war Corbis.com. Es war "der Ort für Bilder im Internet". Die Seite bot eine riesige Kollektion fotografischer Werke von Bill Gates, z.B. das Bettman Archiv. Auf der Seite konnte man außerdem erstmalig Bilder in Museumsqualität online betrachten.

September 11, 2001 by Wally Gobetz; iPhone by Carl Berkeley; Kodak logo from Wikimedia Commons

11. 9/11 - Die Tragödie des World Trade Centers am 11. September 2001 hat damals jeden betroffen gemacht, auch die Fotografiewelt. Es ist der meistfotografierte Vorfall der Geschichte. Er führte u.a. zu den ikonischen Bildern von James Nachtwey.

12. Handy-Fotografie - Es wird schon davon gesprochen, dass Handys Digitalkameras ersetzen. Eines ist auf jeden Fall sicher: die Technologie, die es möglich macht, Kameras in so kleine Geräte einzubauen, war revolutionär. Das erste Kamerahandy, das J-SH04, brachte das japanische Unternehmen Sharp im Jahr 2000 heraus. Die berühmtesten Handykameras waren die des Sony Ericsson S750 und die des iPhones. In den letzten Jahren hat Samsung allerdings die Führung übernommen. Heute ist es fast undenkbar ein Handy ohne Kamera zu besitzen.

13. Adobe Photoshop 7 - Unter allen technologischen Entwicklungen ist Photoshop wohl eine der wichtigsten. Aber die siebte Version der Programms fand besonderen Anklang unter Fotografen. Es beinhaltete u.a. den "Healing Brush", ein neues Werkzeug, das fast unbemerkbares Foto-Retouching möglich macht.

14. Kodaks Insolvenz (2004) & das Ende der Produktion für Polaroid (2006) - Als Kodak 2004 Insolvenz anmeldete und Polaroid zwei Jahre später folgte, war das das Ende einer Ära - das Ende der Filmfotografie wie wir sie kannten. Analogfotografie machte in den ersten Jahren des 21ten Jahrhunderts also eine schwere Zeit durch . Bis schließlich Unternehmen wie Lomography und Fuji ihr in den 2010ern neues Leben einhauchten. Sie nahmen in der Versenkung verschwundene Produkte wieder ins Sortiment auf. 2017 ist deshalb ein gutes Jahr für die analoge Fotografie!

15. Die GoPro Hero (2006) - Es gab einen Trend unter Fotografen, dem bis 2006 nicht genug Beachtung geschenkt wurde: die Action- und Sportfotografie. Kameras wie die GoPro Hero stillten dieses Bedürfnis.

Instagram Logo von Virginia State Parks; Quentin Tarantino von Georges Biard; Lomo'Instant

16. Instagram - Instagram hat sich seinen eigenen Punkt verdient. In 2010 gegründet, startete die Plattform als eine handyexklusive App zum Teilen von Fotos. Nach und nach wuchs sie und es entwickelten sich neue Wege der Nutzung. Instagram wurde verwendet, um Shops zu etablieren, professionelle Profile aufzusetzen und fotografische Kunstwerke zu teilen. Durch Instagrams Hashtag-System hat die Film-Community auch wieder zusammengefunden (dank des Hashtags #filmisnotdead). Außerdem sind viele Filter der Plattform von analoger Ästhetik inspiriert, was der Popularität von Filmfotografie zusätzlich geholfen hat.

17. Quentin Tarantino, Christopher Nolan und JJ Abrams Kodak-Versprechen - Im Jahr 2014 versprachen diese Berühmtheiten die notwendige Menge an Film zu kaufen, um Kodak am Leben zu erhalten. Dank dieser Zusicherung erfreut sich die Verwendung von analogem Film auch in der Filmindustrie neuer Beliebtheit.

18. Instax Mini & Lomo'Instant - Der hochaktuelle Trend der Sofortbildfotografie ist zwei Produkten zu verdanken: Fuji's Instax Mini und Lomography's Lomo'Instant. Die beiden Marken sind die zugänglichsten für alle, die analoge Fotografie mit minimalem Risiko testen wollen. Der Instax Film ist außerdem überall leicht erhältlich.

19. Der Ansel Adams Act - 2015 wurde der Ansel Adams Act wiederhergestellt. So wurde es wieder legal für Amerikaner öffentliche Orte zu fotografieren.

20. Globale Erwärmung und soziopolitische Themen - 2010 wurde globale Erwärmung zum großen Gesprächsthema. Menschen und Fotografen beschäftigten sich mit Problemen wie dem Ebola-Virus, den Konflikten in Syrien und dem Irak. Themen wie diese machten die Reportage- und Dokumentarfotografie zu besonders relevanten Genres.

Lomo LC-A; Schallplatte von The 1975, a 21st century band; selfie von @phaliyp

21. Das Selfie - Selbstportraits waren in der Kunst schon immer Tradition. Doch mit dem Wort "Selfie", das 2010 seinen Ursprung fand, sich bis 2013 normalisiert hatte und mittlerweile im Wortschatz eines jeden Kindes vertreten ist, haben sie einen ganz neuen Stellenwert erreicht. Gerne diskutieren Fotografen den Unterschied zwischen einem Selfie und einem Selbstportrait.

22. Vivian Maier - Die Entdeckung von Vivian Maiers Fotos im Jahr 2011 war ein wichtiger Moment in der Geschichte der Fotografie. Maiers Straßenfotografie aus Chicago war so einflussreich, dass sie viele Frauen dazu inspirierte, Straßenfotografie zu versuchen oder sie in diesem Feld bestärkte.

23. der Aufschwung der nostalgischen Industrie - Aus irgendeinem Grund haben die 2010er eine besondere Beziehung zur Nostalgie. Schallplatten, sowie Mixed Tapes und Kasetten, sind wieder cool; Kleidung aus Second-Hand-Shops ist der neue Fashion-Mainstream; und viele wichtiger für uns: die ästhetische Vorliebe für Film gegenüber dem Digitalen hat die analoge Fotografie wieder interessant für die Massen gemacht und ihr zu neuen Höhen verholfen.

24. Crowdfunding Plattformen - Viele Film-Fotografie-Projekte wie neue Filmkameras, Filmrollen und Sofortbildkameras gibt es im 21. Jahrhundert dank Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter oder Indiegogo. Aufgrund des Nischencharakters des Markts der analogen Fotografie sind diese Plattformen zum Teil verantwortlich für ihr Überleben.

25. Lomo LC-A - Und last but not least: die Lomo LC-A, die bescheidene Kompaktkamera aus St. Petersburg. Sie war für die Entwicklung der Lomographischen Bewegung verantwortlich - eine der einflussreichsten zeitgenössischen Fotografie-Ästhetiken. Die Lomo LC-A erlaubt Spontanität und Imperfektion. Jetzt ist sie eine der wenigen Filmkameras, die eine große Fangemeinde hat. Sie ist in Second-Hand-Shops, auf Flohmärkten oder bei Lomography erhältlich. Die legendäre russische Kamera wird von vielen auch Held der Filmfotografie genannt. Sie liegt im Herzen der Lomographischen Bewegung. Ohne sie wäre die analoge Fotografie nicht das, was sie heute ist.

Die Informationen für diesen Artikel stammen von Britannica Encyclopedia, Tiki Toki , Timetoast und Soft Schools.


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geschrieben von lomographymagazine am 2017-07-31 in #culture #lomo-lc-a #geschichte #geburtstag #25-jahre

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