Rob Detoyato's Tipps zur Verwendung der Daguerreotype Achromat Art Lens

2017-07-26

Im folgenden Interview bekommt ihr von Profifotograf Rob Detoyato hilfreiche technische Tipps zur Verwendung der Daguerreotype Achromat Art Lens.

Rob Detoyato

Wie lange bist du schon Fotograf?

Mittlerweile bin ich seit 10 Jahren in der Branche. Ursprünglich begann ich mit Event- und Reportagefotografie. Später habe ich mich dann mehr in Richtung Fine Art entwickelt. Momentan liegt mein Fokus auf konzeptioneller, inszenierter und Straßenfotografie.

Was fasziniert dich an der Fotografie?

Ich liebe den Gedanken daran, dass sie einem erlaubt Geschichten auf visuellem Weg zu erzählen. Egal, ob in einem einzigen Bild oder in einer Serie.

Was hast du in den vergangenen Jahren als professioneller Fotograf dazugelernt?

Ich habe gelernt, dass es immer Raum zum Experimentieren gibt - obwohl Fotografie eigentlich etwas Hochtechnisches ist. Ich habe gemerkt, dass meine besten Bilder immer dann entstanden sind, wenn ich die Regeln ein bisschen freier interpretiert oder gar gebrochen habe. In den letzten Jahren bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es, ohne einen gewissen Risikofaktor, gar keinen Sinn macht überhaupt zu fotografieren.

Was ist dir durch den Kopf gegangen, als du die Daguerreotype Art Lens das erste Mal gesehen hast? Was ist besonders an ihrer Bauweise?

Das Design der Daguerreotype Art Lens ist eine Neuinterpretation der originalen Großformat-Objektive aus dem 19. Jahrhundert. Das war die Anfangszeit der modernen Fotografie. Die visuelle Aufmachung des Objektivs hat mich sofort begeistert.

Photos by Rob Detoyato

Was hast du mit der Daguerreotype Art Lens fotografiert? Welche Kamera hast du verwendet?

Ich habe das Objektiv in verschiedenen Situationen getestet. Vor allem habe ich Menschen fotografiert und es für Portraits, Straßenfotografie und sogar Reportage benutzt. Dafür habe ich zwischen zwei Kameras gewechselt. Für meine analogen Fotos habe ich eine Nikon F3 und für die digitalen eine Canon 5D Mark II verwendet. Das Objektiv hat sich in beiden Formaten großartig gemacht.

Hat die Daguerreotype Art Lens deinen Fotos einen besonderen Look verliehen? Erzähle uns etwas über deine erste Fotosession damit.

Die Daguerreotype Art Lens hat meinen Fotos eine Qualität gegeben, die ich als "klassischen Look" beschreiben würde. Sie hat meinen Portraits etwas Organisches verliehen, das heute kaum noch in modernen Objektiven gefunden werden kann.

Meine erste Begegnung mit dem Objektiv war interessant. Mir hat gefallen, wie sie sich an meiner Kamera anfühlt. Weil ich ein erfahrener Fotograf bin, habe ich auch eine große Wertschätzung dafür, dass das Fokussieren so glatt von statten ging. Die Art Lens hat natürlich auch Eigenheiten, an die ich mich erst gewöhnen musste, wie zum Beispiel die ungewöhnliche Brennweite von 64mm. Aber nach einer kleinen Eingewöhnungsphase war das auch kein Problem mehr.

Photos by Rob Detoyato

Die Art Lens ist eine Weiterführung von Lomographys experimenteller Tradition. Welche Spezialeffekte hast du damit ausprobiert?

Ich hatte nicht wirklich die Chance hinauszugehen und einfach mit der Daguerreotype zu experimentieren. Aber ich liebe die Idee der Steckblenden und habe sogar vor, in Zukunft selbst welche anzufertigen.

Wenn du jetzt von deinen Ansprüchen an ein Objektiv ausgehst: Was ist die beste Funktion der Daguerreotype Art Lens?

Ich liebe es, dass man bis zu 0,4m fokussieren kann! Das hat mir erlaubt sehr nahe an meine Motive heranzugehen und ich konnte so Makro-Bilder machen, ohne extra ein Makroobjektiv dabeizuhaben.

Photo by Rob Detoyato

Wie unterscheidet sich die Daguerreotype Art Lens von anderen Lomography Art Lenses?

Wie ich vorher schon erwähnt habe kann die Daguerreotype Art Lens viel näher fokussieren als andere Art Lenses. Das erlaubt dem Fotografen viel näher an sein Motiv heranzutreten. Ich glaube auch, dass der Fokusmechanismus es dem Fotografen ermöglicht, schneller zu fokussieren, während man die Kamera ganz stabil halten kann. In der Theorie bedeutet das schärfere Fotos. Das macht die Daguerreotype besonders flexibel, wenn es um angewandte Fotografie geht.

Photos by Rob Detoyato

Warum sollte man überhaupt eine Art Lens verwenden?

Es mag sein, dass es viele moderne Objektive gibt, die besondere oder Vintage-Linsen übertrumpfen können, wenn es um rein technische Spezifikationen geht. Trotz der engen Verbindung, die sie zur Technik hat, ist Fotografie immer noch Kunst. Und als ein Künstler ist es mir persönlich wichtig, den "Look" zu kreieren, der meinen Bildern gerecht wird. Alles ist subjektiv, wenn es darum geht sich selbst auszudrücken. Aus diesem Grund bin ich sehr dankbar, dass es solche besonderen Objektive noch gibt. Sie erlauben es mir, Bilder auf einem anderen Weg zu kreieren, der nicht einfach von zeitgenössischen Standardobjektiven erreicht werden kann.

Lass uns zum Schluss nochmal technisch werden: welche Tipps hast du für Daguerreotype-Neulinge?

Wenn du die Daguerreotype Art Lens mit einer digitalen Spiegelreflexkamera oder spiegellosen Kamera verwendest, dass rate ich dir sehr stark dazu, den hinteren LCD Bildschirm zum Fokussieren und Komponieren deiner Fotos zu verwenden. Das Objektiv macht sehr scharfe Fotos, aber es kann schwierig werden, den Fokus perfekt zu setzen, wenn man es ohne Bildschirm versucht. Dem Analogliebhaber würde ich dazu raten, eine Spiegelreflexkamera mit einem Split Image Circle Focusing Screen zu verwenden. Vergiss nicht, dass es sich um ein Objektiv mit manuellem Fokus handelt, also pass beim Fokussieren gut auf. Ich finde den Fokusring gut genug, um relativ schnell einen guten Fokus zu setzen, aber man braucht schon etwas Übung, um das richtig hinzubekommen, also hab Geduld. Mein nächster Tipp wäre, so oft es geht ein Stativ zu verwenden. Obwohl aus der Hand geschossene Fotos kein Problem für das Objektiv sind, können deine Fotos sicherlich von der Stabilität eines Stativs profitieren. Und last but not least: Sei offen für Experimente!


Besuche Rob Detoyato's LomoHome oder folge ihm auf Instagram, um mehr von seinen tollen Fotos zu sehen.


geschrieben von Lomography am 2017-07-26 in #gear #News #people

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