Mark Heuß und seine Erfahrung mit der Daguerreotype Achromat Art Lens

2017-07-28

Mark Heuß ist ein Vollzeit-Fotograf, Medienkünstler, Color Grader und selbstbekennender Kameranerd aus Deutschland, der die Daguerreotype Achromat Art Lens getestet hat. Im folgenden Gespräch teilt er seine Erfahrungen mit uns:

Bitte erzähle uns doch ein bisschen etwas über deine Arbeiten. Wie lange verfolgst du die Fotografie schon professionell?

Meine Arbeiten sind ein guter Mix aus privaten Bildern, professionellen Fotos und Videos für meinen Job. Für meine Arbeit schieße ich zu 99% Bilder, die mit Skaten zu tun haben. Das passt die meiste Zeit zu meinen persönlichen Interessen - deshalb macht mir der Job auch sehr viel Spaß.

Ich schätze, dass ich in der Grundschule schon angefangen habe zu filmen. Damals investierte ich mein ganzes Erspartes und mein Kommunionsgeld in einen extravaganten Super8 Camcorder. Jahre vergingen und ich fing an, mit der Canon AE1 zu experimentieren. Mein Lieblingshobby war das Inlineskaten. Dabei dokumentierte ich meine Freunde und mich praktisch beim Aufwachsen und die Liebe zum Fotografieren und Filmen wurde immer größer.

Neben meiner Ausbildung habe ich dann angefangen, für einen Deutschen Fernsehsender zu arbeiten. Das war vor ungefähr zehn Jahren. Vor sechs Jahren habe ich mein Diplom abgeschlossen und mehr oder weniger zufällig einen Vollzeitjob als In-House-Videoproducer eines Skate-Unternehmens bekommen. Da ist für mich ein Traum aus Teenagerzeiten wahr geworden. Heute arbeite ich immer noch in diesem Unternehmen und produziere und organisiere Medieninhalte. Nebenher experimentiere ich gerne mit verschiedenen Arten von Fotografie und Video. Das mache ich nur aus Spaß und um mich weiterhin zu verbessern.
Die meiste Zeit gebe ich mir Mühe, ein guter Vater zu sein und kümmere mich um meine wundervolle Familie.

Was reizt dich an der Fotografie?

Das Schönste für mich ist es, etwas zu kreieren, was erhalten bleibt. Es ist ein tolles Gefühl, einen bestimmten Moment einzufangen und so dein schlechtes Gedächtnis dazu zu bringen, sich noch Jahre später an ihn zu erinnern. Mir gefällt auch die Rolle, die man als Fotograf einnimmt: man wird seiner Umgebung gegenüber aufmerksamer. Wenn andere die Show übernehmen, tritt man einfach in den Hintergrund und schaut, was passiert.

Was ist dir durch den Kopf geschossen, als du die Daguerreotype Art Lens zum ersten Mal gesehen hast? Was ist besonders an ihrer Konstruktion?

Lomography hat mich mit diesem Objektiv wirklich überrascht! Erst schockierte mich die äußere Erscheinung schon ein wenig, denn das Objektiv ist schließlich golden, glänzend und ziemlich lang und schwer. Aber es hat mir dann so viel Spaß gemacht, die Steckblenden auszuprobieren, der haptische Teil der Art Lens könnte gar nicht besser sein! Sie ist das komplette Gegenteil einer leichten DSLR-Linse, bei der du stets Angst haben musst, etwas kaputt zu machen. Mit der Daggi 64 fühlt es sich fast so an, als könne man damit Baseball spielen, ohne etwas zu zerstören! Naja, vielleicht auch nur Softball.

Was hast du damit fotografiert? Welche Kamera hast du verwendet?

Zuerst habe ich versucht, Bilder von meiner Familie zu machen, aber am Anfang musste ich mich erst an die Handhabung der Art Lens gewöhnen. Die Daguerreotype Achromat Art Lens ist nicht perfekt für tägliches Fotografieren geeignet, also habe ich die ersten Wochen natürlich nichts Brauchbares damit produziert. Doch nachdem ich mich ein bisschen daran gewöhnt hatte und wusste, welche Momente sich dafür am Besten eignen, habe ich angefangen, das goldene Ding richtig gerne zu haben! Ich verwende das Objektiv mit meiner Nikon D750 und die beiden ergeben ein gutes Team. Dieser besondere Vintage-Effekt im Vollformat hat schon was. Gepaart mit einem Sensor, der nachträgliches Schummeln ziemlich einfach macht, fühlt sich das Ganze richtig gut an.

Hat die Daguerreotype Achromat Art Lens deinen Fotos einen besonderen Look verliehen? Erzähle uns ein bisschen über deine erste Fotosession damit!

Schwierige Frage. Der Look der Daguerreotype ist ziemlich einzigartig, also natürlich hat sich das auch auf meinen Bildern bemerkbar gemacht. Besonders mit der sternförmigen Steckblende hat sich jedes Foto anders angefühlt. Meine erste Session schoss ich bei einem kurzen Spaziergang mit meinen Kindern. Es hatte vorher wochenlang geregnet. Ich war ziemlich überrascht, dass das Objektiv auch bei einer Blende von f8 oder f11 bis zu den Ecken hin scharfe Bilder produzierte. So zeigte mir das Objektiv, dass es sich nicht nur für Effekte eignet, sondern auch das tägliche Leben auf besondere Art und Weise einfangen kann.

Das Objektiv ist eine Weiterführung der für Lomography typischen experimentellen Tradition. Welche Spezialeffekte hast du damit ausprobiert?

Ich habe mich langsam an die Steckblenden herangetastet und habe versucht mich dabei zurückzuhalten - ohne viel Erfolg. Des Weiteren war ich sehr zufrieden mit der Brennweite. So ergaben sich schließlich Makrosessions gemischt mit chaotischen sternendurchzogenen Bokeh-Hintergründen.

Wenn du jetzt an deine eigenen Fotografie-Bedürfnisse denkst: Was ist dann für dich die beste Eigenschaft der Daguerreotype Achromat Art Lens?

Wie ich schon oben gesagt habe, finde ich ihre Vielseitigkeit besonders beeindruckend. Du möchtest gestochen scharfe Bilder in wunderschöner Umgebung schießen - die Daguerreotype macht dir das möglich, wenn du mit hoher Blendenzahl fotografierst! Traumhafte Portraits gewünscht? Ein Kinderspiel! Makroaufnahmen von den komischen Strukturen in deinem Garten? Kein Problem! Willst du dich mit den Sterneneffekten und einem ganz sanften Bildlook austoben? Nichts leichter als das!

Wie unterscheidet sich die Daguerreotype Achromat Art Lens von anderen Lomography-Objektiven?

Sie ist länger und schwerer. Haha. Nein, ich würde sagen, dass der Hauptunterschied für mich ist, dass man mit einer kleinen Blende Bilder wie mit einem normalen Objektiv schießen kann, während bei anderen Lomography-Objektiven der besondere Effekt in jedem Bild aufscheint. Aber es kann auch sein, dass ich mich da irre, weil ich kein Experte für Lomo-Linsen bin.

Warum sollte man überhaupt eine Art Lens verwenden?

Warum nicht? Jedes Werkzeug verdient eine Chance! Sie könnte dein neues Lieblingsobjektiv werden, wer weiß? Probieren geht über studieren!

Lass uns nochmal technisch werden: Welchen Tipp hast du für Anfänger, wenn es um die Daguerreotype Achromat Art Lens geht?

Lass dir Zeit. Wie mit jeder Ausrüstung gibt es eine Lernkurve in der Verwendung und die ersten Tage der Benutzung werden wahrscheinlich nicht gleich die perfekten Ergebnisse liefern. Übertreibe es nicht mit den Steckblenden. Versuche auch den kleineren Blenden eine Chance zu geben, dich in ihren Bann zu ziehen. Geh ganz nah ran. Dann steht dir nichts mehr im Wege, deine örtlichen Fotonerds mit deiner Fähigkeit des manuellen Fokussierens zu beeindrucken!


Du willst noch mehr von Mark sehen? Dann besuche doch seine Website!

geschrieben von hannagerstacker am 2017-07-28 in

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