Lomo In-Depth: Erzählkunst in der Fotografie & die Rolle des Fotografen

2017-07-08 1

Die soziale Landschaft verändert sich weiter und wird zusehend komplizierter. Die Fotografie ist heute mehr daran beteiligt, als je zuvor, da sie eine aktive Rolle in der Gesellschaft einnimmt. Wir beleuchten die Rolle der Fotografie und die der Fotografen als Teil der menschlichen Geschichte.

Die Kunst, Geschichten zu erzählen, gibt es in der Fotografie seit dem frühen 20. Jahrhundert. Dokumentarfotografien erlaubten es den Menschen damals, Ereignisse zu bezeugen und zu verstehen, wie es nicht einmal Wörter und Literatur ermöglichen konnten. Denk nur mal an Eddie Adams' Foto von General Nguyen Ngoc Loan mit der Waffe am Kopf des Viet-Cong-Kämpfers, Dorothea Lange "Migrant Mother", oder Kevin Carters Foto aus dem Jahr 1993, das ein verhungerndes Kind abbildet. Sie zeigen, was Worte nicht sagen können - Emotionen und Gravitas.

So werden Fotografen zu Geschichtserzählern.

Von: zzzhel, africantourist, icomewhenieatcaponata & ck_berlin

Visuelles Geschichtenerzählen im 21. Jahrhundert

Diese Rolle des Fotografen - insbesondere in der Street- und Dokumentarfotografie und dem Fotojournalismus - ist zu einer erblichen Verantwortung geworden. Das TIME Magazine bestätigt, wie die Fotografie die gesellschaftspolitischen Aspekte in der Gesellschaft prägt. Das jüngste Beispiel sind die US-Präsidentschaftswahlen, die zeigte, wie einfach die Meinung von unentschlossenen Menschen beeinflusst werden kann, zum Besseren oder Schlechteren. Die Fotografie ist nicht nur in der Lage, Bilder aufzunehmen, deshalb muss der Fotograf lernen, mit seiner Menschlichkeit in Kontakt zu bleiben.

Oder, um es mit den Worten der TIME-Autorin Chelsea Matiash zu sagen: "Es ist Zeit, die Ausdrucksweise aufzugeben, die für unserer Gesellschaft so schädlich geworden ist und anzufangen, Geschichten zu erzählen, die informieren und den Menschen helfen, die besten Entscheidungen zu treffen, die sie treffen können."

Aber das bedeutet nicht, dass der Fotograf dafür auf's Ganze gehen muss. Riesig bedeutet nicht immer überlegen. Wenn Fotos Ereignisse wie eine nationale Wahl gestalten können, dann kann sie ohne Zweifel Menschen bewegen, vielleicht sogar Leben verändern. Es gibt keine Geschichte, die zu groß oder zu klein wäre. Ein bloßes Foto von der Straße, das in einer herunter gekommenen Gegend gemacht wurde, kann bereits mehrere Geschichten und Ideen widerhallen lassen.

Von: montagu, seanyeo, grazie, oliver_merce & sirio174

Der Fotograf als Hüter der Geschichte

Die Aufgabe, eine Person zu fotografieren, um eine Geschichten zu erzählen, scheint ziemlich schwer zu sein. Aber die Gesellschaft hat sich seit ihrer Entstehung auf die Fotografie verlassen, wenn es darum geht. Auch heute noch blicken wir mit Hilfe von Bildern auf die Geschichte zurück, wenn wir Entscheidungen für die Zukunft treffen. Fotografen nehmen daher auch die Rolle des Wächters der Geschichte ein.

Autor Paul Choy beschreibt Fotografen auf Fstoppers.com als entscheidenden Bewahrer der Geschichte:

"Es wäre natürlich ungenau zu behaupten, nur Fotografen seien die Bewahrer der Geschichte. Autoren, Maler, Bildhauer und alle anderen Künstler tragen ebenfalls zum Erhalt des Vermächtnisses, das wir kommenden Generationen hinterlassen, bei. Doch um unseren Teil zu leisten, müssen wir Fotos machen, die die Welt, wie wir sie sehen, wiederspiegeln und sie in einer Weise präsentieren, dass kommende Generationen sie sehen können. Wer weiß, vielleicht bilden die Bilder, die wir heute machen, irgendwann einmal das fehlende Glied im Verständnis unserer Nachkommen, die versuchen eine Welt zu verstehen, die uns selbstverständlich erscheint."

Fotojournalisten, Street- und Dokumentarfotografen müssen sich immer daran erinnern, dass ihre Rolle als Männer und Frauen mit Kameras keine einfachen Leidenschaft oder einfache Profession ist.

Und auch du bist Teil dieser Erzählung.


Was ist deine Meinung zu Fotografen als visuelle Geschichtenerzähler? Wie viel Verantwortung müssen sie übernehmen - vor allem in Fotojournalismus, Dokumentar- und Street-Fotografie? Komm mit uns ins Gespräch und teile deine Meinung in den Kommentaren.

geschrieben von lomographymagazine am 2017-07-08 in #culture
übersetzt von dopa

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Ein Kommentar

  1. steamtug1959
    steamtug1959 ·

    Mit meinen Foto-Alben erzähle ich schon immer gerne Geschichten, oder versuche Erlebnisse oder Gefühle zu veranschaulichen. Aus diesem Grund finde ich diesen Artikel sehr gut, da er ein nützliches Prinzip weiter gibt. LG, Ralph

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