Jonkersey und seine Holga: Wenn Schwarzweiß farbig wird

2017-04-19

Jon, aka jonkersey, ist ein Mitglied der Community und bringt uns ein neues analoges Abenteuer. Wir entdeckten seine Bilder und seine handcolorierten Holga-Aufnahmen und wir konnten nicht anders, als ihn zu fragen wie er das gemacht hat und warum er nicht einfach einen Farbfilm genommen hat.

Hi Jon! Wie ist deine Geschichte zur Fotografie? Wie hast du angefangen?

Hi Morgane, ich hatte immer schon Interesse an der Fotografie. Als ich noch jung war, war ich im Urlaub immer der Fotograf der Familie. Später fotografierte ich meine eigenen Reisen auf Kodachrome and Ektachrome Dia-Film. Als ich älter wurde, entschloss ich mich, mich mehr mit Fotografie zu beschäftigen. Ich machte einen Fotokurs an der Abendschule und lernte, wie man Filme entwickelt und Schwarz-/Weiß-Abzüge macht. Seitdem habe ich konsequent an meinen eigenen Bilder gearbeitet. Ich habe die Hälfte meiner Garage in eine Dunkelkammer verwandelt. Dort entwickle ich meine Filme und mache meine Abzüge

Was war deine erste Kamera?

Meine erste "echte" Kamera mit einstellbarer Blende und Verschlusszeit, war eine Minolta Spiegelreflexkamera. Was auch immer deine Wahl ist: Film, digital, Telefon, Kunststoff-Linse, kein Objektiv ... das Wichtigste ist, was du mit der Kamera machst.

Warum fotografierst du noch immer auf Film?

Ich fotografiere noch aus einer Reihe von Gründen auf Film. Der Hauptgrund ist, dass ich den Prozess liebe und ich liebe den Look. Zuerst mache ich die Bilder, ohne zu wissen, wie sie am Ende aussehen werden, dann die Entwicklung des Films, die Herstellung von Kontaktabzügen, Arbeitsabzüge und schließlich das fertige Bild. Es ist sehr befriedigend. Außerdem gibt es nichts besseres, als einen schönen Abzug in der Hand zu halten und ihn anzusehen!

Warum bist du hier auf unserer geliebten Lomography-Website?

Ich bin auf der Lomography-Website, weil ich die Idee einer Community von Filmfotografen liebe. Ich genieße es zu sehen, was andere mit Film machen. Es gibt immer wunderbare Überraschungen und ich mag es, meine Arbeit mit der Lomography-Community zu teilen.

Was ist deine liebste analoge Lomography Kamera?

Meine Lieblings-Analogkamera ... das ist eine schwierige Frage. Ich habe meine Holga-Fotos auf meiner Lomography Seite. Die Holgas gehören sicherlich dazu. Ich liebe die verträumte Qualität, den "Holga-Look". Manchmal können Fotos zu real aussehen und spiegeln nicht das Gefühl der fotografierten Szene wieder. Holgas sind "Gefühls-Kameras". Sie fangen die Stimmung einer Szene ein. Das heißt, ich habe eine Reihe von analogen Kameras, mit denen ich arbeite, und jede von ihnen könnte jederzeit meine Lieblingskamera sein.

Lass uns über dein Album On the Road reden. Kannst du uns mehr darüber erzählen?

Wenn ich auf Reisen bin, habe ich immer zwei Holgas dabei. Ich mag die Idee, Urlaubsbilder zu machen, die nur leicht unterschiedlich aussehen. Die Idee besteht darin, die Bilder wie Erinnerungen, oder Träume aussehen zu lassen. Mit On the Road und Iberia zuvor, konzentrierte ich mich darauf, Fotos von Szenen zu machen, die meinen Blick gefangen haben. Es sind alltägliche Szenen, persönliche Fotos. Es ist ein Weg andere Menschen, die Welt durch meine Augen sehen zu lassen.

Kurz nachdem ich mit meiner Arbeit in der Dunkelkammer begonnen hatte, habe ich mit der Handcoloration angefangen. Ich mag den unverwechselbaren Look. Die Leute fragen mich oft: "Warum benutzt du nicht einfach Farbfilm?" Der Look bei der Handcoloration ist anders als jeder Farbprozess, der mir bekannt ist. Selbst mit Photoshop kann man diesen Look nicht reproduzieren. Ich mag es einfach an meinem Schreibtisch zu sitzen und mit Farbe auf Schwarzweiß Bilder zu malen. Wie die Arbeit in der Dunkelkammer, ist es sehr befriedigend. Und, wenn ich fertig bin habe ich ein "einzigartiges" Foto.

Ich benutze für meine Abzüge mattes Fotopapier von Ilford. Ich male sie dann mit Ölfarben von Marshall, Bleistiften und Pastellfarben von Caran D'Ache aus. Die Bilder brauchen etwa ein bis drei Stunden, abhängig von der Komplexität des Szenerie.

Falls du interessiert bist, hol dir ein kleines Anfänger-Set von Marshall oder hol dir ein paar Caran D'Ache Pastellfarben und probier es aus. Mattes oder halbmattes Papier ist wichtig. Ich habe herausgefunden, dass eine leichte Grundierung dabei hilft, die Farben gleichmäßig zu verteilen, aber nicht jeder, der Bilder färbt nutzt sie. Man bekäme sie ebenfalls von Marshall. Ich ermutige jeden dazu, es mal auszuprobieren! Es macht Spaß und ist Teil der Foto-Geschichte!

Würdest du mit uns dein Lieblingswerk teilen und uns erklären, warum du genau dieses gewählt hast?

Es ist schwierig, ein einzelnes auszuwählen. Doch von meiner Serie On the Road mag ich das sepia gefärbte Foto, das ich in Lagos (Portugal) gemacht und "Flash" genannt habe. Es zeigt einen Typen, durch dessen Körper ein Lichtblitz zu gehen scheint. Warum ich es mag? Es war vollkommen spontan. Er bewegte ich sehr schnell. Ich drehte mich um, knipste ihn und schon war er weg. Es war typisch Toy-Kamera - ein glücklicher Zufall! Mir gefällt auch sehr das was ich "Speedy Scooter" genannt habe. Das habe ich in Granada (Spanien) gemacht. Ich liebe Street-Art und mit dem Roller im Bild wird es viel dynamischer. Es zeigt einfach eine lustige Straßen-Szene.

Irgendwelche letzten Worte?

Was auch immer deine Wahl ist; Film, digital, Telefon, Kunststoff-Linse, kein Objektiv,... das Wichtigste ist, was du mit der Kamera machst. Wie wir auf der Lomography-Website sehen können, machen Fotografen unglaubliche Dinge mit allen möglichen Kameras. Wie siehst DU die Dinge?


Alle Fotos in diesem Artikel wurden mit Jons Erlaubnis genutzt. Falls du noch mehr von seinen Bildern sehen willst, besuche sein Lomohome, seine Website oder seine Instagram-Seite.

geschrieben von mpflawer am 2017-04-19 in #people
übersetzt von dopa

Mehr interessante Artikel