Kultkamera für kleines Geld: Die Zorki 1

2016-11-05 5

In der Geschichte der Fotografie gab es schon viele Kamera-Ikonen und ebenso viele Imitationen von Nachahmern. Und dann gibt es noch Kameras wie die Zorki 1, die irgendwie beides ist.

Zorki 1 mit dem Industar-22 1:3.5/50

Die Zorki, zu deutsch “scharfsinnig”, des sowjetrussischen Herstellers KMZ wurde ab 1948 als Kopie der deutschen Leica II produziert. Damit war sie baugleich mit der FED 1, die bereits in den 1930ern die Leica kopierte. Wie das Vorbild besitzt die Zorki ein sehr flaches Gehäuse.

Zorki 1 von oben

Diese Kompaktheit wird von dem Versenkbaren Serienobjektiv, dem Industar-22 1:3,5/50 mm noch betont. Das Objektiv nutzt den für Scharaubleicas typischen M39-Anschluss. Somit sind zumindest theoretisch Leica-Objektive mit der Zorki nutzbar, oder eben andersherum. Der Schlitzverschluss der Kamera erlaubst Verschlusszeiten von 1/20s bis 1/500s und Bulb. Der Fokus erfolgt wie beim berühmten Vorbild auch über einen Messsucher und natürlich nutzt man das von Leica erfundene Format von 24×36mm auf 35mm-Film.

Aufgenommen mit der Zorki 1 mit dem Industar-22 1:3.5/50

Warum das zum Produktionsstart bereits veraltete Modell der Leica II kopiert wurde und nicht ein neueres Modell, wird wohl im Nebel der Zeit verborgen bleiben. Klar ist aber, dass auch vermeintliche Designfehler des Vorbilds übernommen wurden. So sind sind beispielsweise Entfernungsmesser und Sucher recht weit auseinander und haben einen Metallring, der schon das eine oder andere Brillenglas verkratz hat, wobei Sucher und Entfernungsmesser wegen ihrer geringen Größe kaum für Brillenträger geeignet sind. Auch das Einlegen des Films kann, wie auch beim Original aus Wetzlar, zur schieren Geduldsprobe werden.

Sucher der Zorki 1

Und doch ist das Fotografieren mit der Zorki irgendwie schön. Irgendwie ist die Zorki doch wie eine Leica für den kleinen Mann, kostet sie doch nur einen Bruchteil des Vorbildes. Auch wenn man den Geringeren Preis mit geringerer Qualität (insbesondere des Objektivs) bezahlt. Hat doch jedes “Klack!” des Verschlusses etwas befriedigendes, fast so als hätte man eine Kultkamera für kleines Geld in der Hand.

geschrieben von dopa am 2016-11-05 in #gear

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5 Kommentare

  1. sierravictor
    sierravictor ·

    Got my hands on one of the type C this autumn for about £5.5. Maybe i'll use it some time later or it will just look good on the shelf, I don't know yet?

  2. zorki
    zorki ·

    Die Zorki 1 ist echt schön und mit dem versenkbaren Objektiv auch sehr kompakt. Mir ist die Bedienung nur etwas zu fummelig. Mag die Zorki 4K lieber.

  3. steamtug1959
    steamtug1959 ·

    Gut geschriebener Artikel...und ein edles (und nicht unerreichbares) Spielzeug !!!!

  4. thorsten
    thorsten ·

    Mir sind drei stück zugelaufen, für kleines Geld. Finde die Bedienung halt der Kammeratechnik entsprechend. Fotografiere gene mit ihnen.

  5. fotohelmut
    fotohelmut ·

    Da bei meiner Sokol die Kameraelektronik ihren üblichen Weg beschritten hat (Komplettausfall) nehme ich die Zorki 1 als meine SW-Hauptkamera. Super ist ihre Kompacktheit und der Sucher könnte wirklich größer sein. Aber die Bilder sind gut.

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