Chloé Vollmer-Lo: Erste Eindrücke vom Petzval 58 Bokeh Control Art Objektiv

Nachdem sie in 2015 völlig ausgebucht war, hat Fotografin Chloé Vollmer-Lo Zeit gefunden, das Petzval 58 Bokeh Control Art Objektiv zu testen. Sie hat es mit ins Museum für Naturgeschichte und das Geschäftsviertel von Paris mitgenommen, ein Unterfangen, das zu einer ganzen Menge fantastischer Bilder voller Bokeh geführt hat.

Name: Chloé Vollmer-Lo
Kamera: Canon 5D Mark III
Objektiv: Petzval 58 Bokeh Control Lens

Erste Eindrücke vom Petzval 58 Bokeh Control Art Objektiv

Nunja, zunächst habe ich mich mit ihm wohler gefühlt als mit dem 85er, da das 50mm mein Lieblingsobjektiv ist und das 58 da ziemlich nah dran ist. Den richtigen Bildausschnitt zu finden fiel mir leichter und war instinktiver. Und der Bokeh-Kontrollring hat mir sehr gefallen, er ändert alles! Das finale Bild ist stärker und oft näher an dem dran, was ich mir vorgestellt hatte, bevor ich die Kamera ausgelöst habe.

Über das Fotografieren mit dem Petzval 58 Bokeh Control Art Objektiv

Ich bin wirklich schlecht im manuellen Fokussieren, soviel ist sicher! Und das war an der Stelle das Hauptproblem … Insbesondere als ich, viele Male, vergessen habe, eine Blende in den Schlitz zu stecken: Mit einer riesengroßen Blende als Ergebnis. Aber dennoch nichts, was sich nicht überwinden ließe, es hat mich gezwungen an diesem Problem zu arbeiten, das ich da habe!

Darüber hinaus habe ich die sehr zeremonielle Seite wiederentdeckt, die ich auch schon mit dem 85er erlebt hatte. Ich habe einige Zeit gebraucht die Shootings vorzubereiten, über die Bildausschnitte nachzudenken, das Licht zu finden. Es ist so ein gutes Gefühl, zu akzeptieren, dass man Zeit braucht! Mehr noch, hat dises Objektiv, mit seiner besonderen Wiedergabe, definitiv einen gewissen Zauber. Offen gesagt, fasziniert es einen immer.

Und nicht zuletzt: dieses mal habe ich “in der Öffentlichkeit” fotogtrafiert und mir ist aufgefallen, dass das Petzval wirklich die Blicke, Neugierede und Bewunderung der Menschen die vorbeikommen auf sich zieht. Es erschafft einen Dialog und eine Art des sich um die Kamera Kümmerns. Heutzutage hat man oft zwei unterschiedliche Raktionen wenn man jemanden mit Spiegelreflexkamera auf der Straße sieht: entweder es ist einem völlig egal und man kümmert sich nicht darum, oder man neigt dazu irgendwie mistrauisch zu sein (“wird er mich ohne meine Zustimmung fotografieren?”). Hier war das total anders, ähnlich wie das was passiert wenn man zum Beispiel auf der Straße mit einer alten Mittelformat-Kamera fotografiert.

Über die Fotos

Die Bilder von Jack Parker sind dem ziemlich ähnlich, was ich beim letzten mal gemacht habe, außer der Tatsache, dass sie diesmal noch unheimlicher sind, insbesondere die Mehrfachbelichtungen (ein großartiges Werkzeug welches an der Mark III auftaucht, das ich an der Mark II nicht hatte). Ich liebe Jacks starke und hieratische Seite (und ihre angefahrenen Haare, aber das ist ein anderes Thema), das ist der Grund warum ich gegen die Klischees und Bilder angehen wollte, die Frauen sehr oft als schwach oder zu zart und zerbrechlich darstellen. Wir waren uns instinktiv über die Location (Parc de Belleville) einig: wir brauchten Raum, einen schönen,aber trotzdem wilden Ort und ich lechzte nach Springbrunnen.

Was die Bilder von Alix angeht (nebenbei bemerkt hatte ich sie schon mit dem Petzval 85 fotografiert), geht es dabei, wenn man darüber nachdenkt, um die gleiche Herangehensweise. Ich bin mit Alix seit der weiterführenden Schule befreundet und habe – voller Bewunderung – ihre berufliche Neuorientierung als Yoga-Lehrerin verfolgt. Ihre Posen wiedersetzen sich den Gesetzen der Gravitation (und denen der Gelenke)! Ich finde das wunderschön und beeindruckend. Deshalb habe ich mich entschieden sie an drei Orten zu fotografieren, die denke ich etwas über diese Veränderung des Körpers aussagen.

Als erstes das Museum für Naturgeschichte, das ein eigentümliches Bild der Anatomie, ihrer Entwicklung und den Ähnlichkeiten zwischen den Arten vermittelt. Dann die großen Tropenhäuser im Botanischen Garten, mit ihrer üppigen,riesigen Vegatation. Zuletzt La Défense, ein Geschäftsviertel das das Rationale verkörpert und einen guten Kontrapunkt zur Verdrehung des Körpers und der Freiheit die damit ausgedrückt wird liefert.

Die Lieblingsfunktion des Petzval 58 Bokeh Control Art Objektivs

Ganz offensichtlich, der Bokeh-Kontrollring! Ganz nebenbei, er hat auch einen Effekt auf die Schärfe und den Mikrokontrast, das ist auf der zugehörigen Microsite sehr offensichtlich und das hilft mir, vor dem Fotografieren darüber nachzudenken, an welcher Darstellung ich interessiert bin.

Team 85 oder Team 58?

Definitiv Team 58! Ich könnte sogar in Versuchung geraten, einen neuen Hashtag zu erschaffen, #teampetzval58 oder #petzval58isgr8.

Die perfekte Gelegenheit um mit dem Petzval 58 Bokeh Control Art Objektiv zu fotografieren

Wie beim letzten mal, hatte ich vor eine eine Serie Porträts mit Cobra-Blitzen draußen bei Tageslicht zu schießen… Diesmal habe ich mir nicht die Zeit dazu genommen, aber ich bin mir sicher, dass es sehr interessant sein würde. Auf der “träumen erlaubt” Seite, würde ich gerne eine Reportage in der Sammlung des Pariser Naturkundemuseums oder der Grande Galerie de l’Evolution machen…

Ratschläge für neue BesitzerInnen des Petzval 58 Bokeh Control Art Objektivs

Wie beim letzten Mal: lass dir Zeit! Zögere nicht das Bokeh etwas zu mindern um es dir möglich zu machen, weniger auf die Bildmitte konzentrierte Compositionen auszuwählen. S

Hab keine Angst vor Unschärfen, lerne wie man sie akzeptiert: an dieser Stelle haben wir es nicht mit reinen Digitalaufnahmen zu tun, deshalb sind die Regeln anders. Grobes und Unperfektes sind erlaubt, beides kann sehr interessante Dinge mit sich bringen. Das ist übrigens auch ein Rat an mich selbst….D

Neue Projekte in 2016

Mein erstes Comic-Buch mit dem talentierten Comiczeichner Carole Maurel wurde am 27. Januar veröffentlicht und ich möchte sehr gerne noch mehr davon machen! Und außerdem vielleicht einen Weg finden, die Fotografie mit dem Schreiben zu verbinden. Außerdem habe ich noch immer ein streng geheimes, gemeinschaftliches Fotoprojekt im Sinn, aber ZEIT, ich brauche mehr Zeit!

Irgendwelche Worte zum Abschluss?

Danke Lomo, danke Morgane, danke Petzval, danke Alix, danke Jack und eine handvoll analoger Küsse für alle!

Erfahre mehr über die Künstlerin und ihren Arbeiten auf ihrer Webseite , auf Madmoizelle und auf ihrer Facebookseite !

geschrieben von mpflawer am 2016-02-16 in #people #lomoamigo
übersetzt von elenya-y

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