5 Fragen zur analogen Fotografie mit Rüdiger Beckmann

In unser fortlaufenden Serie stellen wir ausgesuchte Film-Fotografen vor und lassen uns einen Einblick in ihre analogen Leidenschaften geben. Natürlich dürfen Fotos dabei nicht fehlen. Dieses mal haben wir 5 Fragen nach Hamburg, zu Rüdiger Beckmann, geschickt. Zurück kamen 5 Antworten und die Erkenntnis, dass eine Actionsampler selbst nach einem Sturz in die Elbe, immer noch Fotos machen kann.

Name: Rüdiger Beckmann
Beruf: Grafiker und freier Fotograf
Stadt: Hamburg

Foto via Rüdiger Beckmann

1. Erzähl uns in maximal drei Sätzen etwas über dich.

Ich bin Grafiker und habe sehr lange in Hamburg Illustration und Kommunikationsdesign studiert. Damals gab es den Schwerpunkt Fotografie an der Schule noch nicht, aber einzelne Fotokurse, für die ich begann Kommilitonen zu fotografieren. Das hat sich dann verselbständigt bis zur heutigen Arbeit.

2. Warum fotografierst du noch analog?

Ich liebe es, wenn unvorhergesehene Dinge passieren. Als zum Beispiel mein Actionsampler in die Elbe fiel und wir schnell den Film zuende knipsen mussten, bevor das Elbwasser alles verklebte. Aber auch beim täglichen Fotografieren gefällt mir die Entschleunigung. Dass wir nicht gleich Ergebnisse sehen und immer alles überprüfen können, sorgt dafür, dass wir lernen, die Kontrolle abzugeben. Für meine Portraits ist das sehr wichtig.

3. Welche fotografische Ausrüstung (Kameras, Filme und Accessoires) hast du normalerweise in deiner Tasche?

Hauptsächlich Mittelformat: Eine Kiev6 mit Weitwinkelobjektiv, eine Mamiya RB67, daneben jede Menge Spaßkameras wie alte Falter, eine Pouva, eine Captain Blaubär-Lollicam, Action-Sampler und die goldene Diana, die ich bei blogtimes gewonnen habe.

4. Weihe uns in einen deiner Tricks ein, der immer zu einem großartigen Bild führt.

Loslassen. Und möglichst nichts wollen. Dann passiert alles von selbst. Ich habe früher total viel Zeit damit verbracht, andere Bilder zu analysieren und zu überlegen, wie ich sowas auch hinkriege. Und dann gab es eine Session, in der absolut nichts so lief, wie ich mir das vorgestellt hatte. Und es war großartig. Seitdem suche ich nicht mehr nach Bildern in meinem Kopf, sondern danach, wie sich die Situation anfühlt. Bilder, die nur wir beide in diesem einen Moment machen können. So bleiben die Bilder besonders.

Fotos via Rüdiger Beckmann

5. Welche Fotografen beeinflussen deine Arbeit?

Optisch fühle ich mich dem malerischen Stil vieler osteuropäischer Fotografen verbunden. Was die Substanz angeht, liebe ich den obskuren detektivischen Ansatz von Diane Arbus: »Fotografie ist ein Geheimnis über ein Geheimnis.«

Vielen Dank für das Interview!

2010 hat Rüdiger Beckmann ein Buch herausgebracht. Noch sind einige Exemplare von Beyond Vanity - Jenseits von Eitelkeit erhältlich.

Ihr wollt noch weitere Fotografen kennenlernen, die für unsere 5 Fragen Serie Rede und Antwort standen? Alle Interviews findet ihr hier.

geschrieben von herrjensen am 2014-06-24 in #5-fragen-zur-analogen-fotografie #ruediger-beckmann #lifestyle #5-fragen-zur-analogen-fotografie-mit-ruediger-beckmann

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