Noch nie dagewesenes Projekt einer Jahrhundertkamera, um Berlins Entwicklung in den nächsten 100 Jahre festzuhalten

2014-05-24 6

Mit einer geplanten Belichtungszeit von 100 Jahren, ist die Jahrhundertkamera definitiv etwas, was wir in der bisherigen Fotografiegeschichte noch nie gesehen haben. Lies weiter um mehr über Jonathon Keats’ bahnbrechendes Projekt zu erfahren!

Foto via Petapixel

Am 16. Mai 2014 enthüllte Jonathon Keats, Konzeptkünstler und experimenteller Philosoph, sein ambitioniertes Projekt, CenturyCamera, “ein generationsübergreifendes Programm der Beobachtung”, entstanden in Kooperation mit dem Berliner Ausstellungsraum Team Titanic. 100 Langzeitbelichtungskameras werden in und um Berlin befestigt, damit “kommende Generationen 100 Jahre Städtewachstum und -auflösung bewerten und überprüfen können”. Die fertigen Bilder sollen in einer speziellen Ausstellung am 16. Mai 2114 gezeigt werden.

Eine der Jahrhundertkameras. Foto via Petapixel

Für die Jahrhundertkameras entwickelte Keats, Berichten zufolge ein neues Fotografiesystem, basierend auf Pinholekameras. Er erklärt:

Meine fotografischen Zeitkapseln sind extrem einfach, weil alles komplizierte dazu neigt, kaputt zu gehen. Die Kameras enthalten statt normalem Film Bögen schwarzen Papiers. Das Pinhole bringt das Licht auf das schwarze Papier, und dort, wo das hellste Licht auftritt, entsteht ganz langsam ein einzigartiges Positivbild der Szene vor der Kamera.

Noch spannender wird dieses Projekt durch die Beteiligung der Öffentlichkeit. Am 16. Mai wurden die Kameras herausgegeben, und jeder konnte für eine Pfandgebühr von 10 Euro eine dieser Kameras irgendwo in Berlin verstecken, “wo sie versteckt ihrer Langzeitüberwachung nachgehen können…” Die Teilnehmer müssen den Standort geheim halten, bis sie alt sind. Dann sollen sie “den Ort einem Kind verraten, das von da an für die Bewahrung des Geheimnisses verantwortlich ist, sodass bis in 100 Jahren immer eine Person über den Standort der Kamera Bescheid weiß.” Diese Person muss den Behälter dann an das Team Titanic übergeben, die das Jahrhundertfoto entnehmen.Oh, und natürlich bekommt diese Person dann die 10 Euro Pfand zurück.

Eine einfache Aufnahme von der Art, wie Keat’s Kameras sie eventuell auch machen werden. Foto via Petapixel.

Die ersten, die diese Fotos zu sehen bekommen werden, sind Kinder, die noch nicht einmal in Planung sind. Durch jede Entscheidung die wir treffen, können wir beeinflussen, wer sie sein werden, doch sie sind sehr mächtig. Wenn jemand das Recht hat uns auszuspionieren, so sind es unsere Nachfahren. – Jonathon Keats

CenturyCamera ist wohl eines der interessantesten Projekte, von dem wir bislang gehört haben; wobei auch schon viele Schwarzseher sagen, dass dieses Projekt unmöglich so lange überleben wird. Wie denkt ihr darüber, Lomographen?

Alle Informationen zu diesem Artikel stammen von Team Titanic und psfk via Petapixel.

geschrieben von chooolss am 2014-05-24 in #News #pinhole #berlin #centurycamera #jonathon-keats #team-titanic #jahrhundertkamera
übersetzt von vivie

6 Kommentare

  1. sushi_9009
    sushi_9009 ·

    "...und natürlich bekommt diese Person dann die 10 Euro Pfand zurück" ... na klar, haha ... aber nettes Projekt. Überlege gerade wo es in Berlin einen Platz geben könnte wo diese PinHoleBox hundert Jahre unentdeckt bleiben könnte...fällt mir im Moment nicht ein. :D

  2. herrjensen
    herrjensen ·

    ...vielleicht im Berghain... (;

  3. stacy_mcpommes
    stacy_mcpommes ·

    Ich bin jetzt schon bisschen traurig, dass ich die Fotos nicht werde sehen können...

  4. sushi_9009
    sushi_9009 ·

    @herrjensen ... dort ist die Box doch sofort weg, weil einige denken werden das es eine Pillendose ist und ja evtl noch was drinnen ist ::DD
    Ich denke das keine einzige Box überleben wird...wollen wir wetten?? xD

  5. herrjensen
    herrjensen ·

    @sushi_9009 ...auch wieder wahr!... Dann halt am BER...vielleicht ist der 2114 dann schon fertig...

  6. sushi_9009
    sushi_9009 ·

    haha...is dann aber auch nicht mehr Berlin, wa?! ;))
    Obwohl..in hundert Jahren könnte Schönefeld ja schon eingemeindet sein.

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