Zur Hölle mit Perfektion — Freiheit für die Fotografie

Vielen Dank für die Blumen!

Jeder, der schon einmal Blumen oder Pflanzen allgemein fotografiert hat – und wer hat das nicht – hat seine eigenen Ideen und Kniffe, die er beachtet um die bestmöglichen Ergebnisse zu bekommen und andere mit seinen Aufnahmen zum Staunen zu bringen.

Von: roxyvonschlotterstein

Hier folgen ein paar meiner bisherigen Tricks, Ideen und Kniffe, die sich im Laufe der Zeit als nützlich erwiesen haben.

Die Schönste aussuchen.

Wenn ich mir gezielt Blumen aussuche, sie kaufe um sie anschließend zu einem Fotoshooting mit nach Hause zu nehmen, dann werde ich zur Perfektionistin. Sicher können Makel ein Bild interessant machen, aber bei Blumen gilt dies für mich nicht. Für gewöhnlich geht man sehr nah an das Motiv heran, sodass jeder Fehler nicht als hübscher bildbereichernder Schönheitsfleck gesehen wird, sondern als Beschädigung. Daher suche ich beim Blumenhändler sehr akribisch nach dem besten Stück. Da die Händler es nicht so gern haben, wenn man in ihrer Ware wühlt, hilft es am ehesten, dem Blumenverkäufer zu sagen, dass man sich eine seiner Blumen ausgesucht hat, um diese zu fotografieren. Bisher haben die Verkäufer darauf immer nur positiv reagiert und mir freudig mit samtbehandschuhten Händen die Schönste herausgesucht.

Von: roxyvonschlotterstein

Farbe ist nicht alles.

Wenn man an Blumen und Pflanzen denkt, fallen einem als herausstechendes Merkmal ihre Farbenpracht ein. Fotografiert man mit einem monochromen Film nimmt man der Blumenfotografie etwas Essentielles. Manchmal wird daraus ein schöneres Bild, als das gleiche in Farbe. Lenkt man den Blick bei farbigen Bilder durch eben die bunten Farben, kann man mit Schwarzweiß und Graustufen bestimmte Teile, Strukturen oder Muster ausmachen, ohne gleich die Makrolinse zu nutzen. Meine beiden Beispiele zeigen es.

Die Blüte dieses Bildes ist in Natura auch weiß, mit Ausblenden der Hintergrundfarben tritt diese Schönheit plastisch noch mehr in den Vordergrund.
Das Bild zeigt die unterschiedlichen Male auf den Blütenblättern der Tulpen.

Die Farbe verstärken.

Es gibt Arten von Blumen, die hat man bestimmt auf gefühlten hundert anderen Fotos genau so auch gesehen. Sonnenblumen, Rosen und Lilien sind dank ihrer Schönheit vor Paparazzis nicht gefeit. Um diesen Bildern etwas mehr Pep zu verleihen, versuche ich es mit gecrossten Diafilmen. Die Farben gewinnen an Stärke und Leuchtkraft, alles sieht etwas surreal aus. Jedoch gilt zu bedenken, dass dies nicht unbedingt den erfolgsversprechenden Effekt auf jede Blume und ihre Farbe haben muss.

Von: roxyvonschlotterstein

Mehr als nur der Kopf.

Die Struktur eines Blattes, die Masse an Blüten, die Fragilität des Blütenstempels,… eine Blume hat mehr als nur die Blütenblätter. Sie hat idR einen Stiel und Blätter. Wieso sollte man sich also nur auf die farbig imposanten Blütenköpfe stürzen!? Man kann jeden Ausschnitt der Blume inszenieren und ablichten.

Blütenstempel eines roten Hibiskus.
Ich finde auch, dass Zweige mit ihren grünen Blättern genau so toll aussehen können, wie jede knallrote Blüte. Die Natur ist prinzipiell schön.

Der Lebenszyklus.

Es gibt einige Blumen, die verlieren nichts von ihrer natürlichen Schönheit, selbst wenn sie verwelkt oder vertrocknet sind. Ich habe Mohnblütenbilder gesehen, die waren trotz des Todes der Pflanze atemberaubend schön (arrangiert). Jeder Lebenszyklus der Pflanze kann ein Foto wert sein.

Von: roxyvonschlotterstein

Fokus in der Masse.

Viele Exemplare einer Art aufzunehmen, heißt, man kann mit dem Fokus spielen. Verschwommener Hintergrund oder Vordergrund. Das gleiche Motive kann sich dadurch grundlegend verändern bzw. man kann den Blick des Betrachters wieder einmal manipulieren.

Auf Augenhöhe.

Abgesehen von Blüten an Bäumen oder wenn man sich Schnittblumen zu Haus auf den Tisch stellt, sind Blumen auf Grund ihrer geringen Größe eher nah am Boden, sodass es Sinn macht, sich auf ihre Höhe zu begeben. Von weit oben auf eine kleine Blume zu blicken ist nicht gewinnbringend. Das heißt man sollte sich nicht scheuen in Büsche zu kriechen, auf dem Boden und im Gras zu robben oder kopfüber im Baum zu hängen. Ein Haargummi für die Langhaarigen unter uns und vielleicht etwas zum Unterlegen sind Accessoire die man mitnehmen sollte.

Von: roxyvonschlotterstein

Macro für alle Fälle.

Es gibt Motive, da ist die Wahl einer Macrolinse die bessere. Als ich versucht habe, diese folgende Aufnahme zu machen, hatte ich leider keine passende zur Hand. Das Bild wirkt unvollständig und leer, der Effekt den ich erzielen wollte, verpufft.

Von: roxyvonschlotterstein

Zum Abschluss bleibt mir nur noch eins zu sagen. Bei Blumen gilt wie bei allen anderen Lebewesen auch: Respekt. Respekt gegenüber der Pflanze, den Menschen in deren Garten sie vielleicht steht, den Insekten die ihre Arbeit tun. Es ist obligatorisch, das man auch nichts anderes im Beet umtrampelt nur um schnell nah an der Wunderblume zu stehen. Aber für den umsichtigen Lomographen ist das eh Standard.

Wenn ihr für mich Tipps habt, immer her damit!

geschrieben von roxyvonschlotterstein am 2014-04-28 in #lifestyle #tipps #gefragter-beitrag #blumen-fotografieren #blumenfotografie

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