Ein Interview mit Udi Tirosh von DIY Photography

Die meisten Blogger fotografieren und viele Fotografen bloggen. Das gehört zur modernen Welt, denke ich, und es ist ein System, welches wirkungsvoll die visuell stimulierten Einwohner des Cyberspace nachzeichnet. Das beste beider Welten kommt zusammen, wenn man ein Fotograf ist, der einen sehr erfolgreichen Blog betreibt.

Es gibt so viele Websites, die Liebhabern von allen möglichen verschiedenen Dingen relevante Inhalte bieten und für den experimentellen, unkonventionellen Fotografen, ist DIY Photography einen Besuch wert. Unser Autor hatte das Glück, sich mit dem Betreiber und Redakteur der Seite austauschen zu können. Udi Tirosh war einverstanden, ein paar Fragen per E-Mail Interview zu beantworten.

Udi Tirosh

Erzähl uns doch bitte etwas über dich und darüber, was du so tust. Erzähl uns vielleicht etwas, das nicht jeder über dich weiß.
Hi Jill, hier ist eine interessante Tatsache. Bis vor etwa 5 Jahren war ich Projektmanager für Texas Instruments, der einen Fotoblog – DIYPhotography.net – als Hobby betrieb. Als der Blog immer größer wurde, erkannten mich meine Frau und Kinder kaum wieder. Zwischen dem anspruchsvollen High-Tech Beruf tagsüber und dem Betreiben des Blogs nachts, musste ich an der Tür fast schon meinen Ausweis vorzeigen, damit sie mich reinließen. An diesem Punkt musste ich eine Entscheidung treffen und es war eine einfache. Ich folgte meiner Leidenschaft und kündigte meine Stelle in der IT.

Jetzt bin ich der Redakteur bei DIYPhotography, Produktentwickler und Papa (vermutlich nicht in dieser Reihenfolge).

Wann und wie bist du das erste Mal mit der Fotografie in Berührung gekommen? Was hast du damals fotografiert? Was hast du bisher so gemacht?
Ich bin durch Zufall zur Fotografie gekommen. Als meine Freundin (jetzt Ehefrau) in Jerusalem studierte, kaufte ich mir aus Spaß eine Second-Hand Kamera und durchstreifte die Straßen der Stadt. Schnell wurde ich süchtig. Jerusalem bietet Fotografen, die bereit sind, sich einfach durch die Straßen treiben zu lassen, eine Vielzahl an Möglichkeiten.

Welche Kameras hast du bisher benutzt, und welche nutzt du jetzt hauptsächlich?
Meine erste Kamera war eine ramponierte Nikon F70 mit einer noch erbärmlicher aussehenden Sigma Linse. Es war eine Filmkamera und ich besitze sie immer noch. Die “Weiterentwicklung” war eine F90x und mit einer D70 landete ich schlussendlich bei der digitalen Fotografie. Heutzutage fotografiere ich hauptsächlich mit einer D300 und einer D7000 .

Warum hast du dich dazu entschlossen, größtenteils digital zu fotografieren
Als mein erstes Kind geboren wurde, bin ich zu digital gewechselt. Es war immer noch zu meiner Amateurzeit und die D70 war die erste Kamera, die ich mochte.

Was hat dich dazu bewogen, DIYPhotography.net ins Leben zu rufen?
Zu dieser Zeit habe ich fast alles über die Fotografie aus dem Internet gelernt und habe als Hobby mit DIYP begonnen. Ich wollte damit der Community, die mir half zu lernen und als Fotograf zu wachsen, etwas zurückgeben.

Als ich anfing, ging es bei DIYP hauptsächlich darum, Ausrüstung selber herzustellen (wie der Name schon andeutet). Ungefähr jeder vorstellbare Ausrüstungsgegenstand aus der Fotografie war im Blog vertreten: Kameras, Linsen, ein Zeitraffer-Kamerakran, ein Kamera-Schwenkkran, und vieles mehr.

Mit der Zeit ging es in DIYP um mehr als nur die Ausrüstung, und heute deckt der Blog Fotografie und Neuheiten, Tutorials und Inspiration ab.

Welche anderen Websites und Blogs schaust du dir an, um dir ein bisschen Inspiration zu holen?
Es gibt einige Blogs, die ich regelmäßig lese: PetaPixel, SLR lounge und Fstoppers sind rundum großartige Blogs. Planet 5D ist für mich DER Video-Blog. Außerdem lese ich Colossal, Life hacker und Gizmodo. Zu guter Letzt, liebe ich das wöchentliche Feature vom Fotografen Benjamin von Wong.

In einem früheren Interview habe ich gelesen, dass du im Gegensatz zu früher, als du große Werbeshootings machen wolltest, heutzutage am liebsten Familien und Kinder fotografierst. Woher der Wandel?
Sehr gute Frage, und so wie es aussieht, gab es nie einen Wandel. Um das Geschäft zum Laufen zu bringen, habe ich anfangs Familien und Kinder fotografiert und Schwangerschaftsfotos geschossen. Heute ist die Fotografie wieder mehr ein Hobby, da der Großteil meiner Zeit in DIYPhotography und in die Entwicklung von Fotografie-Produkten fließt.

Würdest du sagen, dass du mittlerweile mehr Blogger als Fotograf bist?
Auf jeden Fall. In der ersten Zeit, als ich von den High-Tech Kabeln befreit war, tat ich beides. Doch nach und nach habe ich immer mehr Zeit in den Blog investiert. Als die Produktentwicklung dazu kam, habe ich dann fast nur noch private Projekte fotografiert.

Könntest du mit uns analoge und digitale Fotos teilen, auf die du besonders stolz bist, Posts auf DIYPhotography die unter deinen Lesern viel Aufmerksamkeit erregten,Produkte oder Erfolge, über die du sehr glücklich bist, und die Geschichten dahinter?
Ich liebe es, Menschen zu fotografieren, und von den vier Bildern die ich ausgesucht habe, sind zwei analog und zwei digital.

“Dieses Foto habe ich auf einer Italienreise, auf dem Markusplatz geschossen. Die Tauben dort sind sehr zutraulich, um nicht zu sagen aggressiv, und diese eine Taube hat sich mit einer Passantin angefreundet. Sie hat die Körner förmlich aus ihrem Mund heraus gefressen.”

“Das wurde an einem Kuhstall in Hasharon in Israel geschossen. Das Kuhfutter zieht die Tauben an und der Druse, der dort lebt, schoss auf das Dach um die Tauben fort zu scheuchen. Wird eine der Tauben im Kugelhagel getroffen, landet sie sehr wahrscheinlich auf dem Esstisch "

“Das ist ein Foto von Liri, meiner ältesten Tochter, aufgenommen in den Feldern von Givat Brener, wo ich lebe. Wir sind in die Felder gegangen und hatten einen verrückten, lustigen Vater-Tochter Fototag”

“Das ist mein absolutes Lieblingsfoto, und es wurde für die Markteinführung des Light Blaster™ aufgenommen. Der Hintergrund auf diesem Foto ist eigentlich eine Dia-Projektion an eine Wand.”

Was ist das Beste, was du vom Dasein als Fotograf gelernt hat?
Die beste Lehre die ich aus der Fotografie gezogen habe und gleichzeitig auch das, was ich am meisten an ihr mag ist, dass es im Endeffekt immer darum geht, wie man mit Menschen in Verbindung tritt. Die Fotografie ist eine großartige Möglichkeit, bzw. ein großartiges Werkzeug, um andere Menschen kennenzulernen.

Und das Beste, was du von deinem eigenen Blog gelernt hast? Hast du einen Rat, den du Fotografen geben kannst, die, wie du, bloggen möchten?
Ich habe gelernt, dass es sowohl beim Fotografieren als auch beim Bloggen genauso um die Menschen, wie auch um den Inhalt geht. Geh raus, lerne jeden kennen!

geschrieben von Jill Tan Radovan am 2013-12-20 in #Lifestyle #udi-tirosh #diy-photography #interview
übersetzt von stacy_mcpommes

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