Kodak Retina Reflex S : Familienangelegenheit

2010-01-24 3

Der Höhepunkt des Modells Retina auf dem Höhepunkt deutscher Kameratechnik. Für mich aber auch eine Reise in die fotografische Vergangenheit meiner Familie.

Die Retina Reflex S kam war meine zweite Kamera nach der LC-A. Zu einer Zeit, in der ich fotografisch noch total ahnungslos war, machte ich meine ersten Schritte im verwirrenden Feld von Zeit und Blende mit diesem vollmechanischen, vollmanuellen Schätzchen.
Meine Mutter förderte, nachdem sie meine wachsende Begeisterung fürs Fotografieren bemerkt hatte, ihre erste eigene Spiegelreflexkamera aus einer gut aufgeräumten Schublade zutage. Kaum hielt ich sie in meiner Hand war es auch schon um den Nachmittag bei meinen Eltern geschehen. Verstand ich auch die Bedienelemente nicht, die verwirrende Vielfalt von Rädern und Knöpfen, das Gewicht, der Geruch und die Geräusche, die die Kamera machte, zogen mich doch sofort in ihren Bann.

In meiner Familie wurde schon immer fotografiert. Meine Mutter übernahm es von ihrem Vater, erst Box, dann Retina, dann Leica. Später moderne Nikons. Aber immer gab es von Reisen und Festen Fotos, auch Dias und herrliche Diaabende im Dunkeln, das Rauschen des Projektors, der typische Geruch und der strahlend blaue Himmel über griechischen Ruinen auf der Leinwand. Schokolade und lange aufbleiben, schöne Kindheitserinnerungen.
Lange hat mich das Fotografieren trotzdem, oder durch seine Selbstverständlichkeit vielleicht gerade deswegen, nicht wirklich interessiert. Klar, es gab in meiner Jugend diverse Schnappschusskameras, aber immer war das Ereignis wichtiger als das Foto.

Mit der Lomography hatte sich das nun geändert und ich hielt ein Stück Fotogeschichte in den Händen, lernte die Zusammenhänge zwischen Licht, Blende und Zeit kennen.
Die Retina machte es mir einfach. Einmal die Belichtung eingestellt bleiben Blende und Zeit im Bezug zueinander, auch wenn man einen der Werte verstellt. Dieser kombinierte Wert wird in einem Fenster auf der Oberseite der Kamera mit einem Pfeil angezeigt. Diesen bringt man mit dem Pfeil des Selen- Belichtungsmessers in Deckung und schon hat man ein korrekt belichtetes Bild.
Kaum hatte mein Großvater erfahren, das die Retina Reflex S nun wieder in Gebrauch war, steuerte er zwei Monster von Wechselobjektiven bei: ein 28mm Weitwinkel und ein 135mm Tele. Ich befand mich im siebten SLR Himmel!
Die optische Qualität der Linsen ist fantastisch: scharf, kontrastreich und warmzeichnend liefern sie technisch perfekte Fotos mit typischen 60er Flair.

Für mich ist die Retina Reflex S eine sehr besondere Kamera. Erforscht doch einfach einmal die Fotografie-Geschichte eurer eigenen Familie, vielleicht taucht dabei auch so ein Schatz auf!

geschrieben von zark am 2010-01-24 in #gear #60er #retina #zark #alt #kodak #slr #review #chrome

3 Kommentare

  1. eyecon
    eyecon ·

    # 9! Großartig! Ich wußte gar nicht das Betty Page aus Hannover ist..... :)

  2. caroni
    caroni ·

    schöne story und tolle scharfe bilder.

  3. marcel2cv
    marcel2cv ·

    Die Schärfe der Bilder ist echt der Hammer. Wow!

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