Zorki 1 – Meine „Russenleica“

2013-02-21 9

Dieses wundervolle Erzeugnis der Firma Zorki stand schon lange auf meiner Wunschliste, aus verschiedenen Gründen. Ich verehre Cartier-Bresson, kann mir aber derzeit keine echte Schraubleica leisten. Dann wollte ich schon immer einmal eine Messsucherkamera ausprobieren. Und sie ist einfach SO SCHÖN!

Endlich war es soweit und ich konnte meine Zorki 1 im Lomography-Onlineshop bestellen. Klar, bei Ebay wäre sie günstiger gewesen, aber ich hatte schon zu oft gelesen, dass Leute damit auf die Schnute gefallen waren, ist halt doch schon ziemlich alt, die Dame! Und so wusste ich zumindest, dass sie überprüft worden war und hätte sie im Zweifel auch umtauschen können. Aber ich bin so froh, dass das nicht nötig war! In dem Moment, wo sie aus dem Karton heraus guckte, war ich verliebt. Was für ein wunderschönes Stück Technik! Ehrlich, noch viel schöner als ich mir vorgestellt hatte.

Ich hatte mich in den Tagen zwischen der Bestellung und der Ankunft des Paketes schon mal ein bisschen eingelesen, es gibt einige sehr gute Webseiten zu dem Thema. So war auch das Einlegen des Filmes keine Überraschung mehr für mich. Für die, die noch nicht im Thema sind: Die Zorki 1 ist, wie ihr Vorbild, die Leica II, ein Bodenlader. Das bedeutet, dass man nicht wie gewohnt die Rückseite abnehmen oder aufklappen kann, sondern nur die Bodenplatte abnimmt. Damit man den Film einfädeln kann, ist die Aufnahmespule herausnehmbar. Den Anfang des Filmes muss man übrigens noch kürzen! Aber da gibt es bereits viele gute Anleitungen zu im Netz, daher überspringe ich diese Beschreibung und ergänze nur, dass es viel schneller und unkomplizierter geht, als sich so eine Anleitung liest.

So, der Film ist unfallfrei gelandet (und der Bildzähler auf 0 gestellt), jetzt gibt es vor dem ersten Foto eine wichtige Sache zu beachten: Wie bei vielen älteren (und vor allem russischen) Kameras darf die Verschlusszeit immer nur verstellt werden, wenn man den Film aufgezogen hat! Die Kamera kann sonst großen Schaden nehmen, und das wollen wir ja nicht.

Okay, das erste Motiv ist ausgemacht, die Belichtung haben wir gemessen (oder geschätzt), Blende und Zeit sind eingestellt. Jetzt ziehen wir (falls noch nicht geschehen) das Objektiv heraus und drehen es, bis es einrastet. Dann drücken wir auf den Metallknopf, der nach rechts vom Objektiv absteht, um die Fokuseinstellung zu entriegeln, und gucken durch den Sucher. Kurzzeitige Verwirrung, durch welchen denn? Vorne drei, hinten zwei Sucher! Aber klar, die Zorki ist ja eine Messsucherkamera.

Zuerst nehmen wir den Sucher ganz links. Der vergrößert etwas, so können wir besser sehen, ob richtig scharfgestellt wird. Wir suchen uns eine markante Kante (ja, um das Wortspiel kam ich jetzt nicht herum) an unserem Motiv und drehen das Objektiv. Jetzt können wir sehen, wie das Haupt-Sucherbild und das eingespiegelte sogenannte „Geisterbild“ des zweiten Suchers sich übereinander schieben. Sobald die beiden aufeinander passen, ist die richtige Entfernung eingestellt. Zur Sicherheit kann man aber auch noch einmal auf das Objektiv schauen, da sieht man ebenfalls die anvisierte Entfernung.
Dann wechseln wir auf den zweiten Sucher etwas weiter rechts. Dieser zeigt jetzt – relativ genau – den Bildausschnitt des standardmäßig verwendeten 50mm-Objektives, so dass wir unser Bild komponieren können. Und schon können wir abdrücken.
Das klingt jetzt unglaublich kompliziert, ist aber in Wirklichkeit ein echt schneller, organischer Vorgang mit einer sehr hohen Trefferquote.

Tja, wollt ihr Bilder sehen? Bisher habe ich nur zwei Schwarz-Weiß-Filme durchgeballert (passt irgendwie auch schon sehr gut zur Kamera), ein Farbfilm ist aber derzeit in Arbeit. Hier ein paar meiner Resultate!

Von: marcel2cv

Beim zweiten Film habe ich dann sogar noch etwas Sonne zu sehen bekommen und mir einen Gelbfilter gewünscht. Leider gibt’s die in dieser ungewöhnlichen Größe (36mm Aufsteckfilter) fast nur im Original von Leica zu kaufen, zu heftigen Preisen… Naja, eines Tages. Apropos Zubehör: Die Tasche der Leica II (und wahrscheinlich auch III) passt perfekt. So ist die Zorki auch stilvoll eingepackt.

Von: marcel2cv

Ihr seht, die alte Dame kann noch richtig schöne Bilder machen, andererseits bekommen die Fotos irgendwie einen wunderbar nostalgischen Touch. Ich habe den Kauf noch nicht auch nur eine Sekunde bereut!

geschrieben von marcel2cv am 2013-02-21 in #gear #review #requested-zorki-leica-kopie-russisch-messsucher-rangefinder

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9 Kommentare

  1. fotohelmut
    fotohelmut ·

    Wie immer sehr lesenswert. Gratulation zu dieser Kamera und weiterhin viel Spass damit!

  2. kleinerkaries
    kleinerkaries ·

    Guter Review. Warum nur hat es drei Wochen gedauert, bis er endlich veröffentlicht wurde?

  3. zonderbar
    zonderbar ·

    @kleinerkaries weil unser Artikel Backend voll ist ;)

  4. caroni
    caroni ·

    schöner Artikel und tolle bilder. ich habe eine zorki 4 ( leica III ) und bin ebenfalls sehr begeistert. ich wünsch dir viel spaß mit dem alten schätzchen.

  5. marcel2cv
    marcel2cv ·

    @lenbach, @zonderbar, @herbert-4, @alexes, @he-mo, @kleinerkaries, @fotohelmut, @thejomi und @knipsomat: Danke Euch! Mittlerweile hat sich noch eine Fed1 dazugesellt und auch der Leica-Filter ist bei mir gelandet, Geburtstag sei Dank. :-)

  6. herbert-4
    herbert-4 ·

    @marcel2cv I have a Fedka from 1950 (from serial #) and reviewed it, read here: www.lomography.de/magazine/reviews/2009/05/08/fed-1-the-won… Enjoy. BTW... Citroen 2CV was greatest water cone size car of all time!

  7. marcel2cv
    marcel2cv ·

    @herbert-4: Thank you! I read the article before in fact! :-)
    Yeah, 2CVs are great. Looking forward to driving it again soon, when the streets are cleaned from the salt...

  8. fotohelmut
    fotohelmut ·

    Hab gestern auch einebeim Trödler bekommen -- freue mich auf die ersten Filme.

  9. marcel2cv
    marcel2cv ·

    @fotohelmut: Prima, bin gespannt! :)

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