In 10 Schritten zu tollen minimalistischen Fotografien

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Egal ob du eine neue Fotografietechnik wagen willst oder dich schon lange mit minimalistischer Fotografie beschäftigst, du könntest dich für diesen informativen und inspirierenden Artikel von PhotoTuts+ Autor Simon Bray interessieren.

Artikel von Simon Bray, ursprünglich veröffentlicht auf PhotoTuts+

Oft hören wir die Redewendung “weniger ist mehr”, und wozu würde das wohl besser passen, als zu Minimalismus. Gut gemachte minimalistische Fotografie kann ein extrem einfacher, aber auch sehr effektvoller Weg sein, Bilder einzufangen. Doch wie sollen wir Minimalismus in unseren eigenen Werken interpretieren, verstehen und anwenden?

Schritt 1. Minimalismus verstehen

Minimalismus ist ein Stil, der von vielen Künstlern im 20. Jahrhundert eingesetzt wurde. Typisch dafür ist eine Reduzierung auf möglichst wenige Komponenten wie Farbe, Form, Linie und Textur. In der Kunst wird Minimalismus als ein sehr subjektives Konzept gesehen, das die Interpretation und Bedeutung eines Werkes den BetrachterInnen überlässt.

Viele schätzen die Offenheit dieser Idee und begrüßen die Möglichkeit der freien Interpretation, während andere eine fehlende Thematik und Gegenstandslosigkeit kritisieren. Für Fotografen stellt dies ein weniger großes Problem dar, da ein Foto trotz allem ein Moment aus dem wirklichen Leben bleibt, der auf Film gebannt wurde. Ungeachtet dessen können wir jedoch die Techniken des Miminalismus dazu verwenden, die Aussagekraft unserer Fotos zu erhöhen.

Schritt 2. Einfach halten

Um zu verstehen, wie man Minimalismus erzielt, gibt es eine einfache Regel: halte es einfach. Das heißt aber nicht, dass es langweilig oder uninteressant sein muss. Versuche ein markantes, einnehmendes Motiv zu wählen, das ins Auge springt. Das Motiv sollte das stärkste Element der Aufnahme sein, darf aber nicht den Großteil des Fotos beanspruchen.

Überlege einen Moment, was du auf deinem Foto abbilden willst, aber auch, was du weglassen willst, bevor du den Auslöser drückst. Der freie Raum um dein Motiv herum, wird es hervorheben, daher achte darauf, alles wegzuzoomen oder abzuschneiden, was stören könnte.

Schritt 3. Komposition

Ein starkes kompositorisches Element ist das absolut Entscheidende, um die Wirkung der Aufnahme zu verstärken. Wie schon in Schritt 2 vermerkt, ist alles, was du weglässt, genauso wichtig, wie das, was abgebildet wird. Nimm dir also die Zeit, den Aufbau deines Motives, die Umgebung und die Platzierung genau zu überdenken.

Du kannst die “Drittelregel” verwenden, um den Ausschnitt deines Motives zu wählen. Eine starke Komposition kann auch geradlinige Formen und Linien enthalten, mehr dazu später noch, aber halte die Augen nach auffallenden Formen und Linien offen, die sich gut für minimalistische Aufnahmen eignen.

Fokussiere das Motiv und wähle, wenn möglich, eine Schärfentiefe, um dein Motiv noch mehr hervorzuheben. Das wird das Auge in dein Foto hinein lenken und so die Wirkung noch verstärken.

Schritt 4. Komplementärfarben

Die Verwendung von Farbe ist in der minimalistischen Fotografie sehr hilfreich, wenn es darum geht, aus einer simplen Aufnahme einen richtigen Blickfang zu machen. Was es den Fotos an Gegenständlichkeit fehlt, machen sie mit Farben wieder wett. In diesem Fall gilt – je leuchtender, desto besser!

Versuche das vorhande Licht zu verwenden, um die Farben des Bildes hervorzuheben. Viele Fotografien basieren auf nur einer Farbe, das heißt, das sowohl das Motiv als auch den Hintergrund die gleiche Farbe haben. Es kann allerdings schwierig sein, so etwas zu finden, daher halte die Augen auch nach Komplementär- oder Kontrastfarben offen.

Schritt 5. Starke Linie

Ähnlich wie die Verwendung von Farbe, ist in der minimalistischen Fotografie auch die Linie grundlegend daran beteiligt, die Wirkung einer Aufnahme zu verstärken, wenn der Inhalt limitiert ist. Kräftige horizontale oder vertikale Linien führen zu starken Kompositionen, die der Aufnahme eine feste Struktur geben.

Der alte Trick, eine Linie zu zu nutzen, um das Auge in das Bild zu lenken, ist auch hier relevant. Bedenke wohin die Linie führt, zum Beispiel vom Mittelpunkt des Bildes zum Rand oder von einer Ecke zur Mitte hin, so kannst du den Blick der BetrachterInnen beinflussen.

Schritt 6. Gefühlsecht

Wie viele minimalistische Kunstwerke, gibt es auch minimalistische Fotografien, die nur auf Textur und Farbe basieren. Sie erlangen deine Aufmerksamkeit, ganz ohne inhaltliche Thematik. Dafür brauchst du nicht nur eine beeindruckende Textur, du musst sie auch in einer interessanten Weise ablichten.

Überlege aus welcher Richtung sich die Textur am besten fotografieren lässt und wie du das in deiner Bildkomposition verwendest willst. Verwende Licht, um die Textur besser hervorzuheben und den Kontrast zu verstärken. Versuche das Bild so zu machen, dass die Betrachter später das Gefühl haben werden, die Textur fast selbst zu spüren.

Schritt 7. Halte deine Augen offen

Wenn du erst einmal damit begonnen hast, dich mit minimalistischen Fotografien zu beschäftigen, wirst du bald immer und überall um dich herum Inspiration dafür finden. Wenn du draußen unterwegs bist, halte die Augen nach Leerräumen und Farbblöcken offen, nach interessanten Motiven, die allein in der Umgebung stehen und nach geraden Linien. Schau rauf, schau runter, such immer weiter und du wirst belohnt werden.

Für den Start sind geometrische Formen in der Architektur gut geeignet. Oft bilden sich an den Wänden von Gebäuden sich wiederholende Muster, die sich gut für minimalistische Fotos nutzen lassen.

Step 8. Arbeitsablauf

Der Weiterbearbeitung von minimalistischen Fotos sollte sich als einfach gestalten, da du ja schon bei der Aufnahme eine gute Vorstellung vom Endergebnis haben wirst – einfach aber dramatisch. Versuche auch mit eher surrealen Bildern zu experimentieren, indem du einen künstlerischen Ausschnitt für deine Aufnahme wählst. Dein ursprüngliches Motiv wird dann zwar möglicherweise nicht mehr erkennbar sein, fungiert aber stattdessen als künstlerisches Objekt.

Wie auch immer, möglicherweise willst du auch lieber naturgetreu bleiben, dann lege den Fokus auf dein Motiv und betone die Linien und Farben in deiner Aufnahme.

Schritt 9. Eine Geschichte erzählen

Viele minimalistische Fotos sind ein echter Blickfang, sie setzten sich aus einfachen Linien und ansprechenden Farben zusammen und lassen sich als künstlerische Ausdrucksform sehen. Wenn du aber erst einmal beherrscht ansprechende Bilder aufzunehmen, wird es Zeit für die nächste Aufgabe. Kannst du eine Geschichte mit minimalistischen Fotografien erzählen? Ist es möglich, eine Szene oder ein Ereignis mit reduzierter Gegenständlichkeit, Farben und Formen zu transportieren?

Um das zu erreichen, kannst du Licht, Menschen oder Bewegung in dein Bild integrieren. Wenn du das nächste Mal bei einem Event bist, versuche doch, die Veranstaltung in einem einzigen Foto zusammenzufassen. Probiere dabei so wenig bildliches wie möglich zu verwenden, du wirst möglicherweise überrascht werden!

Schritt 10. Werde kreativ

Du hast nun hoffentlich genug Basiswissen, um das Konzept der minimalistischen Fotografie zu verstehen und dir ein paar Techniken und Tipps angeeigenet, die dir dabei helfen werden, deine eigenen minimalistischen Aufnahmen zu machen. Wie schon gesagt, halte deine Augen offen, vergiss nicht, es einfach zu halten und je auffallender, desto besser.

Hab auch keine Angst, kreativ zu werden. Minimalismus ist ein sehr subjektives Thema, was dich begeistert, gefällt anderen vielleicht nicht so gut. Geh einfach raus, schau was du finden kannst du knipse los!

Phototuts+ bietet Wissen zu allen Aspekten der Fotografie. Wenn du Fotografie liebst, wirst du im Fundus von Phototuts+ jede Menge nützliche Ratschläge entdecken. Phototus+ wird außerdem jeden Monat einen Tipster von Lomography veröffentlichen, also halte die Augen offen, vielleicht bist ja du die/der Glückliche!

geschrieben von plasticpopsicle am 2012-12-28 in #Gear #Tipster #minimalistische-fotografie #phototuts #motiv #komposition #minimalistisch #bikdaufbau #theorie #lomography #tipp
übersetzt von kekskonstrukt

2 Kommentare

  1. dermanu
    dermanu ·

    Es heißt SCHÄRFENTIEFE!!! Nicht TIEFENSCHÄRFE!!!

  2. zonderbar
    zonderbar ·

    @dermanu ausgebessert ;)

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