Mein erster Besuch auf der photokina

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Die weltgrößte Fotomesse photokina hat mich schon länger gereizt, aber da dieses Jahr auf der LomoMap Bilder von mir vertreten waren und ich zudem auch noch über eine gute Freundin eine Freikarte ergattern konnte, stand einem Besuch dieses Jahr nichts mehr im Wege!

Credits: marcel2cv

Da ich schon gelesen hatte, dass es täglich bei der Öffnung der Messehallen zu längeren Schlangen kam, fuhr ich entspannt und ohne Hast zuhause los, ich mußte ja nicht zwangsläufig als erster in die Hallen. Das Auto konnte ich auf einem Park&Ride-Parkplatz in Leverkusen stehen lassen, ab da konnte man mit der Messekarte kostenlos mit der Bahn weiterfahren. Und die kam dann auch noch präzise in dem Moment, wo ich auf den Bahnsteig kam. Perfekt!

Nach einer Viertelstunde Bahnfahrt, wo man schon mal die ersten anderen Messegäste bewundern konnte (erkennbar an mitgeschleppter Fotoausrüstung und Planungen, welchen Stand man UNBEDINGT sehen müsse – Lomography war auch dabei!), erreichte ich den Kölner Hauptbahnhof, auf dessen Vorplatz die LomoMap zu finden war. Das war schon ziemlich beeindruckend, die Karte war ganz schön riesig! Leider konnte man diesen Anblick nicht ganz so auskosten, da es einerseits noch regnete und andererseits sich diverse Tierschutzvereine mit ihren Ständen auf der Karte breitgemacht hatten. Das fand ich ziemlich schade; so gut deren Absichten ja sein mögen, rundherum wäre definitiv lang genug Platz für sie gewesen. So verwarf ich dann auch den ursprünglichen Plan, die Map vom Kölner Dom aus zu fotografieren, es hätte sich vermutlich nicht richtig gelohnt.

Credits: marcel2cv

Also weiter über die Eisenbahnbrücke (weiß gar nicht, warum ich so lauffreudig war, die Bahn wäre in 2 Minuten an der Messe gewesen) und erstmal die ganzen Liebes-Schlösser an der Brücke fotografiert. Auf der Brücke kam dann auch netterweise einen kurzen Moment die Sonne raus und schien auf den Dom. Das Motiv konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Credits: marcel2cv

Auf der anderen Rheinseite stellte ich fest, dass der Marsch doch etwas länger als erwartet ausfiel. Jetzt kam noch dazu, dass ich ziemlich derbe erkältet war (will gar nicht wissen, auf wie vielen Testfotos von den Messekameras ich beim Naseputzen zu sehen bin) und so sah ich dabei offenbar so fertig aus, dass mich ca. 300m und in Sichtweite vom Messeeingang noch ein Fahrradrikscha-Fahrer ansprach, ob ich ein Taxi brauche. Ja nee, is klar.

Endlich in den Messehallen gelandet, ließ ich mich einfach erst einmal treiben. Ich hatte mir zwar eine Liste von Ständen gemacht, die ich mir ansehen wollte, aber das hatte auch noch Zeit für später (oder für in zwei Jahren, die Liste liegt immer noch unangesehen in meiner Tasche). Wahnsinn, wieviel Mühe sich (insbesondere) die großen Firmen mit ihren Ständen gegeben hatten. Man konnte sich kaum daran sattsehen. Überall gab es Kameras und Zubehör zum Ansehen und Ausprobieren, ausreichend bis spärlich bekleidete Models, alte Säcke mit Spiegelreflexen immer in näherem Umfeld der vorgenannten, draußen eine Raubvogelshow… Ich bezweifle, daß man das an einem Tag alles sehen kann. Besonders beeindruckt hat mich die Leica-Halle (ja, die hatten eine eigene), in perfektem Understatement mit gedämpftem Licht und ebensolcher Lautstärke. Sehr angenehm!

Credits: marcel2cv

Nach einem kurzen Überblick über die Aufteilung der Hallen suchte ich erst einmal den Lomography-Messestand auf. Zu diesem Zeitpunkt war es dort noch ziemlich leer, das sollte sich zum Nachmittag hin immer mehr ändern. Aber so konnte man in Ruhe betrachten, wie schön der Stand aufgebaut war. Er dürfte wohl auch zu den meistfotografierten Ständen der Messe gehört haben. Es gab diverse gemütliche Sitzecken mit Liegestühlen, eine Zirkusbühne, wo man sich kostümiert mit der Lomo-Kino filmen konnte, den Workshopbereich und natürlich den Bazar, übrigens meines Wissens nach der einzige unter den großen Ständen, wo man auch richtig einkaufen konnte. Die meisten zeigten entweder nur ihr Material oder hatten bestenfalls ein paar Kleinigkeiten zu verkaufen. Nach einem kurzen Päuschen stürzte ich mich wieder (diesmal etwas gezielter) ins Getümmel, und die Zeit bis zum Workshop um 15:00 Uhr verging wie im Fluge.

Credits: marcel2cv

Kurz vor dem Workshop traf dann auch Knipsomat ein, mit dem ich mich dort verabredet hatte. In dem Workshop ging es um die Entwicklung von Filmen mit natürlichen Materialien, in dem Falle löslicher Kaffee, Vitamin C und Waschsoda. Wir beschlossen, Knipsomats Rollfilm zu entwickeln, der gerade auf dem Weg zur Messe voll geworden war. Das Aufspulen des Films war etwas tricky, mit Kleinbild wäre es einfacher gegangen. Aber wir hatten uns nun mal den Rollfilm in den Kopf gesetzt, und Heidi, die Leiterin des Workshops, konnte uns dabei helfen. Sie erklärte alles wunderbar geduldig und mit viel Spaß an der Sache. Da über den Workshop noch ein separater Artikel erscheinen soll, fasse ich hier nur einmal kurz zusammen: Es war unglaublich spannend, manchmal friemelig, so gut wie immer lustig und am Ende erfolgreich. Als wir die Dose öffneten, kam uns ein perfekt entwickelter Schwarzweißfilm entgegen. Wir waren ja so stolz! Die Ergebnisse gibt es hier:

Credits: marcel2cv

Nach dem Workshop mußte unser Film noch trocknen, also tigerten wir nun gemeinsam durch die Hallen. Dabei fiel uns auf, daß ich in der ganzen Zeit, die ich schon auf der Messe war (zu dem Zeitpunkt um die vier Stunden) eine Halle komplett übersehen hatte! Und das war ausgerechnet eine sehr interessante Halle, nämlich die, wo die meisten Filmhersteller zu finden waren! Und so schleppten wir nach dem Verlassen der Halle dann deutlich mehr an unseren Taschen, denn bei Preisen zwischen 1,50€ und 2,50€ pro Film kann man nicht nein sagen. Dort sahen wir zum ersten Mal den neuen Adox Color Implosion, ein Film mit deutlichen Lomo-Ambitionen, wie wir finden! Und natürlich wurde der dann auch noch zum Einsatz gebracht, ein paar Bilder davon gibt’s noch weiter unten nach der Messe.

Endlich war es soweit, dass wir unseren Film abholen konnten, und die Messe neigte sich auch langsam dem Ende zu. So tranken wir noch eine leckere Weißweinschorle am Lomography-Stand und machten uns dann auf den Weg zum Ausgang. Draußen wurden die Kameras dann noch mal neu bestückt, die Sonne war noch einmal rausgekommen. Und so kam der neue Adox-Film noch mal zum Einsatz, und ich konnte die LomoMap auch mal ohne Regen genießen.

Fotos mit dem Adox Color Implosion-Film

Eigentlich hatten wir überlegt, jetzt doch noch auf den Dom zu klettern, aber da war schon geschlossen. Und das war auch ganz gut so, denn der Muskelkater, den ich noch zwei Tage nach der Messe hatte, wäre dadurch sicher nicht weniger geworden! Aber diese kleinen Wehwehchen konnten die Freude über diesen perfekten Tag absolut nicht trüben! Und beim nächsten Mal, in zwei Jahren, heißt es wieder „auf zur photokina“ für mich!

geschrieben von marcel2cv am 2012-10-03 in #Lifestyle

4 Kommentare

  1. knipsomat
    knipsomat ·

    Genialer Messebericht mit knipsomaten- foto- love- story... hach... Wie inne Bravo von früher noch ;)
    Jetzt muss ich aber echt mal reinhauen mit meinem Chaos- Bericht ;p

  2. marcel2cv
    marcel2cv ·

    @knipsomat: Hihi, danke! Dann gib mal Gas mit Deinem Artikel! :-)

  3. -l
    -l ·

    Schöner Bericht, gut aufgelockert durch die Fotos.
    Deine Ergebnisse aus der Kaffenol-Entwicklung können sich in der Tat sehen lassen! Scheint gut erklärt worden zu sein. :-)

    Wenn auch die letztjährige Photokina, gemessen an den vorigen Malen, eine herbe Enttäuschung war, finde ich. Dass die Messeveranstalter auf die Visual Gallery verzichtet, und so auch den FHs die renommierte Plattform zur Präsentation genommen (und in eine andere Halle verbannt) haben, spricht eigentlich schon Bände.
    Als dann Leica sich bereit erklärte, einen Ersatz zu schaffen und die Ausstellung entsprechend zu kuratieren, wurde ich neugierig und war denn auch fast jeden Tag da. Sie konnte mich nicht über das Fehlen der VG hinweg trösten, war aber definitiv leicatypisch eine Klasse für sich.

  4. marcel2cv
    marcel2cv ·

    @-l: Vielen Dank! :-) Bei mir war's ja der erste Besuch, von daher kann ich nicht so viele Vergleiche ziehen...

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