Eyecon's Edelkompakte - Leica Minilux

2012-02-03

Beamen wir uns zurück in die 90er Jahre!
Mieser Eurodance á la Technotronic, Ace of Base und Unlimited macht sich in den Clubs breit. In der Mode dominieren der Girlie-Style und riesige Baggy-Pants.
Inliner lösen Rollschuhe ab und Ü-Eier-Figuren überschwemmen die heimischen Setzkästen. Doch nicht alles war schlecht! Die Fotoindustrie setzt zum letzten analogen Paukenschlag an und entwickelt die so genannten Edelkompakten!
Bei diesen Kameras handelt es sich um besonders hochwertig ausgestattete Modelle mit erstklassiger Verarbeitung und hochwertigen, lichtstarken Objektiven.
In dieser Serie gibt es einen kleinen Überblick über diese wunderschönen Kameras!
Heute schauen wir uns die Leica Minilux etwas genauer an!

Foto von hier

Technische Daten:
- Kompakte Sucherkamera mit Leica Summarit 1:2/40mm
- Realbildsucher mit Autofokusmarkierungen
- Entfernungsbereich: von 70cm bis unendlich
- Belichtungssteuerung: Programm oder Zeitautomatik mit abschaltbaren / zuschaltbaren Blitz
- Belichtungskorrektur von +2 bis -2 EV
- Maße: 124mm x 69mm x 39mm
Gewicht: 330g

Leica! Alleine der Name löst bei Fotografen Glücksgefühle aus, denken wir doch gleich alle an die M-Serie mit der klassischen M3, der unschlagbaren M6 oder der großartigen MP. Aber leider gibt es hier gleich mal eine erste Enttäuschung.
Die Leica ist eigentlich gar keine Leica, sondern sie wurde von 1995 bis 2003 von der Firma Panasonic aus japanischen Bauteilen gefertigt.
Lediglich das Summarit-Objektiv stammt aus deutscher Rechnung, aber auch nicht aus deutscher Fertigung.

Hat man den ersten Schock aber erstmal überwunden, kann man die Kamera in ihrem schönen Kleid aus cremerfarbenen Titan genauer unter die Lupe nehmen.

Puristen und Fans von schlichtem Design kommen hier voll auf ihre Kosten.
Kein Schnörkel zuviel und keinerlei abstehende Teile können in der Jackentasche stören. Mit eingefahrenen Objektiv, ein perfekter Quader von ca. 330g Gewicht.
Die allgemeine Verarbeitung ist ausgezeichnet und die MInilux liegt super in der Hand. Alleine von der Abdeckung des Batteriefachs können sich andere Kamerahersteller eine Scheibe abschneiden.

Foto von hier

Die Knöpfe und Rädchen um Kontrolle über die Kamera zu erlangen sind perfekt angeordnet. Alles ist übersichtlich und selbsterklärend.
Man kann praktisch alles mit nur zwei Fingern bedienen.

Auch das Objektiv ist, wie nicht anders zu erwarten bei einer Rechnung aus dem Hause Leica, überaus scharf, die Belichtungsautomatik funktioniert ebenfalls ausgezeichnet, sogar bei Verwendung von hochsensiblen Dia-Filmen.

Ein weiteres großes Manko ist allerdings der kleine Sucher, der so gar nicht in das Gesamtkonzept einer Edelkompakten passt. So etwas erwartet man eigentlich eher in einer Einwegkamera und auch der überaus langsame Rücktransport des vollen Films nervt leider. Das Spulen dauert ganze 45 Sekunden! Eine gefühlte Ewigkeit.

Desweiteren muss man den Knopf für den Blitzsteuerung 6x drücken, um die Blitzautomatik abzuschalten. Dumm ist daran auch, dass die Kamera diesen Zustand beim Ausschalten sofort wieder vergisst und man nach dem Einschalten dieselbe Prozedur wiederholen darf, also ähnlich wie bei der Yashica T4.

Wessen Traum es ist eine Leica zu besitzen, der kann hier zuschlagen.
Das Summarit macht mit seiner Brillanz sicherlich vieles wett.
Allerdings gibt es gerade bei den Edel-Kompakten Kameras mit weitaus besserem Sucher und schnellerem Motor.

Der Gebrauchtmarkt ist nicht gerade überfüllt, aber hier und da taucht immer mal wieder eine Minilux auf. Für 200 – 250 Euro sollte man eigentlich ein gutes Modell erstehen können. Interessant vielleicht die Minilux in schwarzem Titan oder das Sondermodell mit Schlangenleder und Datumsbelichtung.

Hier wird die Minilux noch mal genauer unter die Lupe genommen.

geschrieben von eyecon am 2012-02-03 in #gear #review #eyecon #luxus #leica #titan #minilux #kompaktkamera

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