Insight Outside mit LomoAmigo Bertil Mark

2011-11-01

Unser neuster LomoAmigo ist Künstler durch und durch: Bertil Mark ist Schlagzeuger, Produzent, Licht-Designer und Fotograf. Er ist ständig mit Bands wie Gentleman, Selig, Sportfreunde Stiller oder Bonaparte unterwegs und deswegen prädestiniert dafür, seine Reisen und Eindrücke für Lomography festzuhalten.

Im Frühjahr veröffentlichte Bertil Mark sein erstes eigenes Album mit dem Titel Insight Outside, eine Kombination aus Buch und Doppel-CD. Im Buch findet man viele Fotos, die auf seinen Reisen entstanden sind und zeigt so ungewöhnliche Einblicke in seinen Touralltag. Die beiden CDs bezeichnet Bertil als Soundtrack zu seinen Fotos, unterstützt wurde er dabei von befreundeten Künstlern wie Jan Plewka, Gentleman oder Clueso. Wir haben Bertil mit einer Fisheye No. 2 und einer Lomo LC-A+ losgeschickt, mitgebracht hat er eine bunte Auswahl an Impressionen, unter anderen von der Tour mit Bonaparte.

Name: Bertil Mark
Stadt: MARS/Eifel
Land: Deutschland

Erzähl uns ein wenig über dich.
Mein Name ist Bertil und ich bin ein Mittdreißiger Musiker, der in 2003 die Freude an der Fotografie entdeckt hat und seit dem unentwegt mit allen möglichen Medien Fotos macht.

Kanntest Du Lomography schon bevor wir dich mit unseren Kameras los geschickt haben?
Ja, wir hatten in den Anfangsjahren des Mars mal ein paar Actionsampler hier, mit denen wir fleißig experimentiert haben. Lomography als Kunstform kenne ich auch schon sehr lange.

Du hast Fotos mit der Fisheye 2 und der Lomo LC-A+ gemacht, welche Kamera hat dir am besten gefallen und warum?
Ich mag die Fisheye-Optik sehr gerne, allerdings finde ich es sehr schade, dass das Bild sehr reduziert wird und man nur einen kleinen Bildausschnitt hat, deshalb hat mir die LC-A+ besser gefallen. Sie ist handlich, man kann sie super in die Hosentasche stecken und man kann sie unbemerkter einsetzen.

Wo sind deine Fotos entstanden?
Auf meinen Tourneen und meinen Reisen, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wenn noch ein Bild übrig war, wurde es genutzt. Ich hatte sie immer in der Tasche dabei, oft leider zu wenige Filme.

Du wohnst in der Eifel auf einem Hof der sich Mars nennt mit anderen Künstlern zusammen, wie inspiriert dich dieser Ort und diese Ruhe? Würde man von einem Musiker nicht das pulsierende Leben einer Großstadt erwarten?
Ich tauche immer in den Puls ein, aber es ist auch sehr wichtig für mich, das wandeln zu können. Und das kann ich in der Ruhe in der Eifel perfekt. Das ist der Platz, wo ich den ganzen Ballast und die Inspiration, das was ich gesammelt habe, wieder entleeren kann. Wie eine Speicherkarte, die ich dann wieder transferiere in etwas anderes, der Mars und meine Arbeiten hier sind immer der Transfer und gleichzeitig die Manifestination der Eindrücke.

Impressionen vom Mars

Musik ist heutzutage ja sehr digital, arbeitest du im Studio noch analog?
Bei mir ist der Ursprung immer analog. Ich bin Schlagzeuger, analoger geht es gar nicht. Auch wenn ich mit Synthesizern Musik mache sind es analoge Synthesizer, ich wandle sie dann im Aufnahmeprozess. Bei mir läuft alles durch analoges Equipment, was digital gewandelt wird, und dort dann weiter bearbeitet wird. Es ist also eine Mischung aus beiden Elementen, aber sehr sehr sehr analog.

Was macht für dich den Unterschied zwischen digital und analog aus?
Von der Ästhetik gefällt mir analog besser. Ich mag das Zufallsprinzip, Dinge, die man vorher nicht absehen kann und auch die Möglichkeit, es aus versehen zu zerstören. Es entsteht etwas organisches und man kann es bewusst verändern. Das schöne an der Digitalfotografie ist, dass man direkt ein Ergebnis hat, auch das direkte Löschen und Draufhalten, und auch, dass man mit wenig Kenntnissen in der Lage ist, einen Moment festzuhalten. Das Analoge ist halt sehr einzigartig, kein Bild ist wie ein anderes, ein digitales Foto kann man eins zu eins reproduzieren.

Hast Du mit Lomography eine lustige Geschichte erlebt?
Es gab auf jeden Fall immer sehr viel Freude von Leuten, die die Kamera erkannt haben. Es gab auch viele Gastfotografen, die einfach mal abgedrückt haben. Ich habe damit wirklich nur positive Erlebnisse gemacht. Leute, die nicht so gut drauf waren und eigentlich nicht fotografiert werden wollten, waren damit völlig okay.

Welche Kamera oder welches Accessoire würdest du gerne mal ausprobieren?
Da gibt es ein paar, ich habe mich aber aus Selbstschutz noch nicht weitergehend damit beschäftigt. Mich interessiert wahnsinnig der Lomography Spinner 360° und ich würde gerne mit den farbigen Blitzen viel mehr experimentieren.

Was bedeutet dir Fotografie?
Bilder sind ganz ganz wichtig, irgendjemand sagte mal „Ein Foto ist ein verbrauchter Moment“ – das kann ich überhaupt nicht teilen. Für mich ist es ein wertvoller Moment und ich finde es auch ganz wichtig, dass man ihn auch teilt und anderen damit eine Freude bereitet. Es ist wichtig, seine Sicht der Dinge zu teilen, darum macht mir Fotografie auch so viel Spaß, obwohl ich mich ja selbst nie als Fotograf bezeichne.

Welches ist dein Lieblingsfoto und was macht es so besonders?
Ich habe ein Foto von einem kleinen Jungen gemacht, der bei uns auf dem Mars zu Gast war. Es ist eine Redscale-Doppelbelichtung, Mutter mit Kind. Dieses Bild hat eine ganz besondere Ruhe, obwohl das Kind eigentlich hyperaktiv ist, und es kommt mir so vor, als hätte ich dort seine alte Seele fotografiert, das mag ich wirklich total gerne.

Bei deinem Album „Insight Outside“ ist die Musik ja der Soundtrack zu deinen Fotos, welche Musik ist der Soundtrack zu deinen analogen Fotos?
Sehr viele Fotos sind auf der Bonaparte- und der Discostress-Tour entstanden, deshalb verbinde ich diese beiden Bands mit den Fotos. Ansonsten habe ich zu der Zeit sehr viel Trentemøller gehört.

Unterwegs mit Bonaparte

Aus was ziehst du deine Inspirationen für deine künstlerischen Tätigkeiten?
Für mich ist das das Leben und das Erleben meines Lebens. Das mitbekommen von Stimmungen wenn ich auf Menschen treffe. Mit Fotos kann man sich an solche Situationen super erinnern, und es sind schöne Eindrücke, was auch immer das für mich bedeutet. Es ist ein Gefühl, oftmals auch eine Melancholie, die mich da sehr inspiriert und die ich versuche umzusetzen.

Welche Tipps würdest du Anfängern geben, die Lust haben auf Lomography? Was sollte man unbedingt beachten?
Man sollte auf jeden Fall die Tipps von anderen die einen eingewiesen haben beachten. Ich bin eigentlich immer so „Gib her, ich mach das mal“-Typ, learning by doing und habe noch einiges zu lernen. Das schwerste für mich ist, den Schärfepunkt optimal zu treffen.

An welchen Projekten arbeitest du zurzeit?
Ich arbeite an der Live-Umsetzung von „Insight Outside“, da gab es bis jetzt ein Experiment zu, und ich probiere da gerade meinen Weg zu finden. Weiter habe ich gerade mit Clueso an seiner aktuellen Single „Beinah“ gearbeitet, die ich Co-produziert habe und wir arbeiten immer an unserem Projekt Discostress. Außerdem arbeite ich mit meinem lieben Kollegen von Popnoname an unserer Platte.

Bertil zeigt seine erste Ausstellung mit Bildern aus “Insight Outside” vom 18. November 2011 bis zum 26. Januar 2012 in der KorridorGallerie des Atelier Frankfurts, Hohenstaufenstraße 13 – 25. Zudem wird es am 24. November ein Konzert zu “Insight Outside” geben.

Für mehr von Bertil besucht seine Homepage, werdet Fan seiner Facebook-Seite, oder folgt ihm bei Twitter oder Tumblr.

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geschrieben von trashpilotin am 2011-11-01 in #people #interview #lomoamigo #bonaparte #insight-outside #bertil-mark

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